Ein Leichenfund in Le Havre führt eine Frau aus Paris zurück in ihre Geburtsstadt. Die Ermittlungen werden zu einer persönlichen Konfrontation mit ihrer eigenen Geschichte.
Kein gewöhnlicher KrimiMaylis de Kerangals „Brandung“ ist eine Hommage an Le Havre

Die französische Autorin Maylis de Kerangal hat vielfach preisgekrönte, auch ins Deutsche übersetzte Bücher geschrieben. (Archivbild)
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Maylis de Kerangals „Brandung“: Eine Reise in die Vergangenheit statt Mordermittlung
Der Anruf eines Polizisten reißt eine Synchronsprecherin aus Paris abrupt aus ihrem Alltag. Wie die „Deutsche Presse-Agentur (dpa)“ meldet, ist im Hafen von Le Havre ein Leichnam aufgefunden worden. In der Tasche seiner Jacke fand man eine Kinokarte, auf der die Telefonnummer der Protagonistin notiert war.
Daraufhin wird die Frau in ihrer Geburtsstadt Le Havre von der Polizei befragt, wobei man ihr Fotos des Verstorbenen vorlegt. Obwohl sie angibt, den Mann nicht zu identifizieren, weckt sein Anblick eine vage Erinnerung an ihren Jugendfreund, der einst ohne jede Spur verschwand. Dies veranlasst sie, in der Stadt nach Fragmenten ihrer eigenen Vergangenheit zu forschen, wobei sie auf Spuren einer beschädigten Stadtlandschaft trifft.
Persönliche Spurensuche anstelle eines Kriminalfalls
Das neueste Buch von Maylis de Kerangal, „Brandung“, erweckt anfangs den Eindruck eines spannungsgeladenen Thrillers, eine Erwartung, die das Werk jedoch nicht einlöst. Die französische Schriftstellerin ist für diverse preisgekrönte und auch ins Deutsche übertragene Romane bekannt, zu denen „Die Brücke von Coca“ sowie „Die Lebenden reparieren“ zählen.
Statt einer konventionellen Kriminalgeschichte entfaltet der Roman eine biografische Suche nach Spuren und erweist sich als Huldigung an die Industriestadt in der Normandie, dem Ort, an dem die Schriftstellerin ihre Kindheit verbrachte. Aufgrund des Erzählstils, der viele Rückblenden integriert, wird das Werk laut dpa als ein schwer zugängliches und widerständiges Leseerlebnis beschrieben. (red)
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