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Ein Stück geht ans EingemachteMülheimer Theatertage starten mit Drama über Auerbach

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«Play Auerbach!» - Aufführung der Münchner Kammerspiele

Mit der Inszenierung «Play Auerbach!» der Münchner Kammerspiele beginnen die Mülheimer Theatertage

Die Mülheimer Theatertage sind gestartet. Zum Auftakt wurde ein Stück über einen Justizskandal der Nachkriegszeit gezeigt.

Mit der Auszeichnung der Gewinner des Vorjahres und der Präsentation des ersten Wettbewerbsbeitrags haben die angesehenen Mülheimer Theatertage für zeitgenössische Dramatik begonnen. Den Anfang machte die Aufführung „Play Auerbach“ der Münchner Kammerspiele.

Die Inszenierung des israelischen Schriftstellers Avishai Milstein, umgesetzt von Regisseurin Sandra Strunz, thematisiert das Schicksal des Geschäftsmanns und Holocaust-Überlebenden Philipp Auerbach (1906-1952). Nach dem Kriegsende war er in Bayern als Staatskommissar für Personen, die unter dem NS-Regime verfolgt wurden, tätig.

Justizfall der Nachkriegsära im Fokus

Im Jahr 1952 wurde Auerbach aufgrund von mutmaßlichem Betrug und Veruntreuung zu einer Haftstrafe verurteilt, woraufhin er Suizid beging. In dem Verfahren wiesen sowohl der zuständige Richter als auch der Ankläger eine nationalsozialistische Vergangenheit auf.

Ein Landtags-Untersuchungsausschuss stellte Auerbachs Ruf zwei Jahre nach der Verurteilung wieder her. Milsteins Werk betrachtet laut Ankündigungstext die Beziehung zwischen Deutschen und Juden mit „bösem Sarkasmus“. Es wird als eine „Revue zum Thema Erinnerungskultur, die ans Eingemachte geht“ beschrieben.

Wettbewerbe mit Preisgeldern von 35.000 Euro

Für den bis zum 6. Juni laufenden Wettbewerb sind in Summe sieben neue dramatische Werke für Erwachsene und fünf für ein junges Publikum aus dem deutschsprachigen Raum vorgeschlagen. Jeder der beiden Hauptwettbewerbe ist mit einem Preisgeld von 15.000 Euro ausgestattet. Darüber hinaus gibt es einen mit 5.000 Euro dotierten Publikumspreis.

Sämtliche nominierten Inszenierungen kommen im Rahmen der Theatertage in Mülheim zur Aufführung. Über die Gewinner wird in öffentlichen Sitzungen der Jury befunden, welche auch per Livestream mitverfolgt werden können. Laut der Festivalleiterin Stephanie Steinberg erfolgt die Auswahl der nominierten Werke jährlich aus über 200 Uraufführungen im deutschsprachigen Raum. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.