Der Bund wird sich mit einer Millionensumme an der Neugestaltung des NS-Dokumentationszentrums in Köln beteiligen.
Neugestaltung geplantBund sagt Kölner NS-Dokumentationszentrum Millionenförderung zu

Das NS-Dokumentationszentrum in Köln soll neu gestaltet werden. Der Bund fördert das Vorhaben mit Millionen.
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In den Ausbau des NS-Dokumentationszentrums soll in den kommenden Jahren kräftig investiert werden, darüber ist man sich auch bei der Stadt schon länger einig. Die Zustimmung des Kölner Rats muss dennoch eingeholt werden, erst dann können die Arbeiten beginnen. Abgeschlossen, so der Plan, soll die Neugestaltung 2029 sein.
Die Stadt bezifferte die Investitionshöhe auf rund 11 Millionen Euro, vom Bund wurden jetzt 3,1 Millionen zugesagt, wie der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) Wolfram Weimer am Dienstag in Berlin mitteilte. Die Antragstellung auf eine Förderung aus dem Topf für das Gedenkstättenkonzept des Bundes hatte der Rat mit einem Beschluss im Mai vergangenen Jahres gefasst.
Außerdem wurde festgehalten, etwa 500.000 Euro beim Land Nordrhein-Westfalen zu beantragen. Die restlichen Mittel in Höhe von etwa 6,4 Millionen Euro soll die Stadt aus ihren Haushaltsmitteln beisteuern.
Aufgewendet werden soll das Geld nicht nur für die räumliche und inhaltliche Neukonzeption der bestehenden Dauerausstellung und des Bereichs des ehemaligen Gestapo-Gefängnisses im Keller des Gebäudes, sondern auch für die Neuausrichtungen anderer Flächen des Museums bis hin in die zweite Etage. Von einer Sanierung wie bei anderen Häuser oder gar einer Erweiterung wie beim Wallraf-Richartz-Museum ist hingegen keine Rede.
Auch der „Checkpoint Charlie“ bekommt Förderung
Neben der Kölner Gedenkstätte fördert der Bund deutschlandweit vier weitere Projekte, die sich mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur auseinandersetzen. Dazu zählen unter anderem die Stiftung Berliner Mauer und deren Forum „Checkpoint Charlie“ sowie das „Memorium Nürnberger Prozesse.“ Dort wird am historischen Ort über die Gerichtsverfahren vor dem Internationalen Militärgerichtshof und die sogenannten Nachfolgeprozesse in den Jahren 1946 bis 1949 informiert, bei denen sich zahlreiche NS-Protagonisten vor Gericht verantworten mussten.
„So treten wir Geschichtsverfälschung entgegen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung unserer Demokratie“, hieß es aus Weimers Büro.
Mit der nun bewilligten Förderung ist ein weiterer Schritt zur Umgestaltung des Kölner Museums getan. Der Beginn der Bauarbeiten steht allerdings noch nicht fest.


