Sandra Hüller spricht in Cannes über den Film „Vaterland“ und sagt über die deutsche Geschichte: „Ich fühle mich jeden Tag schuldig.“
„Ich fühle mich schuldig“Sandra Hüller spricht in Cannes über deutsche Vergangenheit

Die deutsche Schauspielerin sorgt in Cannes mit einem Satz über Schuld für einen nachdenklichen Moment.
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Während der Präsentation des Films „Vaterland“ bei den Filmfestspielen in Cannes äußerte sich die Darstellerin Sandra Hüller bewegend zur deutschen Geschichte. „Ich fühle mich jeden Tag schuldig“, konstatierte Hüller. Sie ergänzte, dass dieses Empfinden wesentlich sei, als sie auf den Unterschied zwischen der Mitwirkung in einem Gegenwartsfilm und einem Historienfilm angesprochen wurde.
Das Werk des polnischen Filmemachers Paweł Pawlikowski ist ein Drama, das eine Fahrt durch das von Zerstörung gezeichnete Deutschland im Jahr 1949 thematisiert. In dem Film begeben sich eine Tochter und ihr Vater mit einer dunklen Limousine auf eine Tour durch ein in Trümmern liegendes Land, welches sie nach der Machtergreifung der NSDAP verlassen hatten.
Fahrt durch ein gespaltenes Land
Der Weg der Hauptfiguren erstreckt sich von Frankfurt, das sich zu jener Zeit in der amerikanischen Besatzungszone befand, bis nach Weimar im sowjetischen Sektor. Die Handlung durchquert somit ein geteiltes Deutschland in der Anfangsphase des Kalten Krieges. „Ich wusste nicht viel über Erika Mann“, merkte Hüller im Kontext des Films an. Sie charakterisierte Mann als Kosmopolitin, Autorin und Darstellerin.
Filmemacher betont fiktionalen Charakter
Obwohl Pawlikowskis Werk auf wahren Begebenheiten fuße, sei es nicht als geschichtliche Nachbildung zu verstehen, wie der Regisseur in Cannes erläuterte. Sein Hauptaugenmerk gelte vielmehr den Charakteren, die im Verlauf dieser Fahrt tiefgreifende Wandlungen durchmachen. „Ich habe in vielen Ländern gelebt, zu verschiedenen Zeiten, ich versuche Filme zu machen, die zeigen, dass das Leben kompliziert ist“, so Pawlikowski. Das Drama, in dem Hanns Zischler und August Diehl ebenfalls mitwirken, konkurriert im Wettbewerb um die Goldene Palme. (dpa/red)
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