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So wird der „Tatort”Wurde ihm der Kampf gegen Rechtsradikale zum Verhängnis?

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Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter)

Ludwigshafen – Der Konzertveranstalter Tillmann Meinecke wird beim Joggen am Ludwigshafener Rheinufer erschossen. Schnell ziehen die Kommissarinnen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) ein rechtsradikales Motiv in Betracht, und auch der Verfassungsschutz schaltet sich schnell ein.

Das Opfer hat Konzerte gegen Neonazismus organisiert wurde deshalb schon seit längerem von Rechtsextremisten bedroht. Tatsächlich hatte die rechtsradikale Gruppe „Revenge 88“ ein konkretes Attentat auf den Linksaktivisten geplant.

Das Neonazi-Pärchen Ludger Rehns (Daniel Noël Fleischmann) und Hedwig Joerges (Anne-Marie Lux) macht sich auch nach Kräften verdächtig. Sie waren am Tatort und erschießen überdies wenig später bei einer Verkehrskontrolle eine Polizistin.

Ihrem extremistischen Gedankengut lassen sie mit klaren Worten freien Lauf – und auch mit Taten? Das Engagement des Mordopfers gegen Rechts hat indes auch noch anderen missfallen.

Für „Tatort“-Fans

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In „Hetzjagd“ von Autor und Regisseur Tom Bohn kann man verfolgen, wie ein zunächst einfach erscheinender Fall sich zunehmend verkompliziert. Die Unerbittlichkeit der Rechtsradikalen ist bedrückend. Die Debatte, wie mit solchen Leuten umzugehen ist, ist es auch. Dann das glückt längst nicht immer. Dennoch ist es ein klar strukturierter, schnörkelloser "Tatort": Mord – Ermittlung – Verdächtige – Aufklärung.

Es ist wohltuend, dass der Plot nicht mit privaten Problemchen der Ermittlerinnen vernebelt wird, wie es oft in anderen Tatort-Folgen der Fall ist. Eine bizarre Zusammenkunft der rechtsradikalen Hedwig mit Maria Karich (Anna Herrmann), der Freundin des Ermordeten, gibt dem Fall, der ein wenig vor sich hin dümpelt, eine neue Wendung.

„Hetzjagd“ verzichtet auf effektheischende Bilder und rückt die schauspielerischen Leistungen in den Fokus, was durchaus gelingt. Sogar der Sänger Clueso – der sich selbst spielt und zum ersten Mal überhaupt als Mime im Fernsehen erscheint – bringt die drei Sätze seines Gastauftritts unfallfrei über die Lippen.

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Die Dreharbeiten mussten im vergangenen März wegen der Corona-Pandemie unterbrochen werden. Filmproduktionen durften aus Gründen des Infektionsschutzes einige Monate lang nicht stattfinden. Erst Ende des Sommers konnten sie fortgesetzt werden.

Der Tatortfolge ist das nicht anzumerken. „Bis auf die Bäume, die waren plötzlich alle grün, was unsere Kamerafrau vor ziemlich große Herausforderungen stellte“, sagt Regisseur Bohn im Gespräch mit dem SWR.