Das Theatertreffen in Berlin hat begonnen. Die Eröffnung wurde von einem Appell gegen politische Einflussnahme begleitet.
Politische Töne zum AuftaktFestivalleiterin warnt vor Einflussnahme auf Jurys

Das Theatertreffen läuft noch bis 17. Mai.
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In Berlin hat das Theatertreffen mit einer Bühnenversion des Romans „Der Leopard“ begonnen. Ein Gremium wählt für die Veranstaltung alljährlich zehn Produktionen aus Deutschland, Österreich sowie der Schweiz aus, die als die „bemerkenswertesten Inszenierungen“ gelten. Anschließend werden die ausgewählten Stücke zu einer Präsentation in die Hauptstadt eingeladen.
Das Schauspielhaus Zürich eröffnete das Festival mit seiner Inszenierung „Il Gattopardo“. In diesem Werk schilderte der Autor Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896–1957) den Niedergang einer aristokratischen Familie aus Sizilien während des 19. Jahrhunderts; es handelt sich um den einzigen von ihm geschriebenen Roman. Ein wesentlicher Gedanke darin lautet, dass sich alles ändern müsse, damit alles so bleiben könne, wie es ist.
Die Regisseurin Pinar Karabulut hat eine prunkvolle Vorstellung mit einer kunstvollen Kulisse geschaffen. Interessierte können die Bühnenadaption auf der Webseite von 3sat sowie am 16. Mai im TV-Programm verfolgen. Zusätzlich überträgt der Kanal weitere Produktionen des Festivals, darunter „Mephisto“, „Fräulein Else“ und „Wallenstein. Ein Schlachtfest in sieben Gängen“.
Appell gegen Beeinflussung von Gremien
Bei der Eröffnungszeremonie des Festivals wurden auch politische Akzente gesetzt. Die Leiterin des Festivals, Nora Hertlein-Hull, sprach eine Warnung bezüglich Versuchen aus, die Tätigkeit von unabhängigen Gremien im Kulturbereich zu beeinträchtigen. Die Tätigkeit von politisch sowie institutionell autonomen Gremien verdiene Schutz und ihre Integrität sei zu wahren. „Sie muss außerhalb der Einflussnahme derer verbleiben, die sie einsetzen.“
Jüngst hatte der parteilose Kulturstaatsminister Wolfram Weimer für Diskussionen gesorgt. Der Grund war seine Entscheidung, drei linksgerichtete Buchhandlungen aufgrund von „verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse“ von der Nominierungsliste für den Deutschen Buchhandlungspreis zu entfernen und somit das Votum eines Gremiums zu ignorieren. In einem weiteren Fall wurde ebenfalls eine Entscheidung der Jury des Hauptstadtkulturfonds korrigiert.
Matthias Pees, der Intendant der Berliner Festspiele, nahm ebenfalls Bezug auf kulturpolitische Auseinandersetzungen. Er appellierte dabei prinzipiell für ein höheres Maß an Souveränität, Zurückhaltung und Besonnenheit. Die Veranstaltung dauert noch bis zum 17. Mai an. (dpa/red)
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