Der Film „Vivaldi und ich“ erzählt vom Emanzipationskampf einer Schülerin des berühmten Komponisten im 18. Jahrhundert.
Vivaldis rebellische Schülerin„Vivaldi und ich“ erzählt vom Kampf um Selbstbestimmung

Tecla Insolia spielt in «Vivaldi und ich» die Vivaldi-Schülerin Cecilia. (Archivbild)
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Das Schicksal von Antonio Vivaldi (1678 - 1741) gleicht dem vieler anderer Tonkünstler: Nach anfänglichem Ruhm folgten Verachtung und letztlich ein Tod in Vergessenheit und Mittellosigkeit. Dennoch haben seine Kompositionen die Zeit überstanden. Ein Beispiel hierfür sind seine Violinkonzerte, bekannt unter dem Titel „Die vier Jahreszeiten“, die weltweit zu den am häufigsten aufgeführten Stücken zählen.
Auch in dem neuen Kinofilm „Vivaldi und ich“ sind diese Melodien zu hören. Die Pracht der Werke des weltbekannten italienischen Komponisten dient in dem Film nicht bloß als Hintergrund, sondern avanciert zur zentralen Figur der Handlung. Eine erfundene Erzählung über den Emanzipationskampf einer Schülerin von Antonio Vivaldi, die sich als Geigerin und Individuum etablieren will, wird durch die musikalische Vielfalt untermalt.
Erstes Kinowerk eines renommierten Opernregisseurs
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts fördert der Mönch Antonio Vivaldi (Michele Riondino), der im Waisenhaus „Ospedale della Pietà“ als Musiklehrer und Dirigent tätig ist, die Leidenschaft der jungen Cecilia (Tecla Insolia) für das Violinspiel. Von ihm inspiriert, nimmt sie in einer männlich geprägten Gesellschaft einen Kampf für ihre Selbstverwirklichung auf, der zunächst ohne Erfolgsaussicht scheint.
Mit seinem ersten Film für das Kino hat der Regisseur Damiano Michieletto, der sich durch seine Inszenierungen an bedeutenden internationalen Opernbühnen einen Namen gemacht hat, ein Werk mit großer Anziehungskraft für das Publikum geschaffen. Michieletto vermeidet es, Vivaldis Lebensweg als gefühlsbetontes Melodram darzustellen. Vielmehr dient ihm das musikalische Vermächtnis des Komponisten als Grundlage, um auf subtile Weise die fortwährende Geringschätzung von Frauen in zahlreichen Gesellschaften zur Sprache zu bringen.
Protagonistin in Italien als Pop-Sängerin bekannt
Als Vorlage für den Film dient der historische Roman „Stabat Mater“ von dem aus Venedig stammenden Schriftsteller Tiziano Scarpa. Die Handlung setzt sanft und zurückhaltend ein, gewinnt jedoch kontinuierlich an dramatischer Intensität. Tecla Insolia, die in ihrem Heimatland Italien als Popsängerin Erfolge feiert, liefert als Darstellerin der Hauptfigur eine überzeugende und facettenreiche Charakterdarstellung.
Die Wandlung Cecilias von einer duldsamen Figur, die sich konventionellen Erwartungen fügt, zu einer aufbegehrenden Frau wird von ihr glaubhaft verkörpert. Ihr zeitgemäßes Charisma könnte ebenso ein Kinopublikum faszinieren, das bisher kaum einen Zugang zu klassischer Musik gefunden hat. (dpa/red)
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