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Leserbriefe Ukraine-Konflikt„Wenn Putin es will, geht bei uns das Licht aus“

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Während einer TV-Ansprache hat Russlands Präsident Wladimir Putin angekündigt, russische Truppen in die Ostukraine zu entsenden. 

Putin bringt Europa an den Rand eines Krieges – Ukraine-Konflikt eskaliert – Russisches Parlament stimmt Truppeneinsatz zu (23.2.)

Putin nutzt Schwäche des Westens aus

Putin hat mit seiner Fernsehansprache vom Montag deutlich gemacht hat, was Vorwand und was sein tatsächliches Ziel ist und hat dabei der Ukraine gleich die staatliche Souveränität abgesprochen. Das an München 1938 erinnernde Verhalten des Westens auf die völkerrechtswidrige Annexion der Krim und das Zündeln in der Ostukraine war die Einladung für Putin, nun den nächsten Schritt zu gehen. Putin hat Schwächen schon immer verachtet und ausgenutzt.

Die Ablehnung, der Ukraine Waffen zur Selbstverteidigung zu geben und dadurch die Risiken für Russland bei einer weiteren Annexion gering zu halten, wurde natürlich nicht belohnt. Dazu passte auch die naive Aussage von Olaf Scholz, die Forcierung der Abhängigkeit von Russland durch Nord Stream 2 sei ein rein wirtschaftliches Projekt.

Es spricht viel für die Auffassung von Politikwissenschaftlern, dass es Putin als Endziel darum geht, neben den USA und China als dritte Weltmacht wahrgenommen zu werden und dass er weiß, dass Russland wegen seiner wirtschaftlichen Schwäche diese Rolle nicht übernehmen kann, es sei denn, er kann mit seinem Einfluss auf Europa punkten wie die ehemalige Sowjetunion. Putin hat schon vor Jahren gesagt, dass der Zerfall der Sowjetunion die größte politische Katastrophe für ihn war. Diethelm Schroeder Bergisch Gladbach

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Aus der Geschichte nichts gelernt?

Warum sagt keiner den hoch dekorierten und hoch bezahlten Politikern, sie mögen einmal ins Geschichtsbuch schauen? Stichwort Münchner Abkommen 1938. Lernen wir nicht dazu? Putin testet seine Grenzen aus. Wohin es führt, wenn man machthungrigen Staatslenkern keine Grenzen aufzeigt, sieht man an Hitler und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Hitler forderte die „Rückgabe des Sudetenlandes“ an Deutschland – das, was Putin jetzt auch mit der Ukraine machen will.

Wohin es führt, wenn man Grenzen aufzeigt, sieht man dagegen am britischen Premier Johnson und den Brexit-Verhandlungen. Als der EU-Beauftragte andeutete, dann gebe es beim Austritt Großbritanniens eben keine Vereinbarungen, ruderte Johnson sofort zurück. Ich habe große Angst, dass der Westen solange still hält, bis Putin ruhigen Gewissens den Krieg beginnen kann, weil er meint, er sei jetzt stark genug, um sich den Rest der Welt untertan zu machen.Irene Baltes Pulheim

Der Westen muss Putin stoppen

Jetzt muss der Westen reagieren und Putin stoppen. Er setzt genau wie seinerzeit Hitler eine Scheibchentaktik ein und schaut, wie der Westen reagiert. Jedes Zögern und Zurückweichen wird ihn ermutigen, die nächste Scheibe abzuschneiden. Die Ukraine benötigt eine Garantie des Westens, ihre territoriale Sicherheit zu schützen, und die baltischen Staaten benötigen eine verstärkte Präsenz von europäischen und Nato-Truppen, bevor Putin den einen Schritt zu viel macht.Detlef Hanz Troisdorf

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Der russische Präsident nimmt am 23. Februar an einer Kranzniederlegung am Grabmal des Unbekannten Soldaten in Moskau teil.

Wenn Putin es will, geht bei uns das Licht aus

Die Androhung wirtschaftlicher Maßnahmen gegen Russland geht ins Leere. Umgekehrt kann doch der russische Präsident uns den Gashahn abdrehen und uns förmlich im Dunkeln stehen lassen. Was dann? Die Politik hat uns in eine Sackgasse manövriert und von der derzeitigen Ampel-Regierung ist keine Besserung zu erwarten. Wir müssen uns tatsächlich darauf einstellen, dass bei uns bald das Licht ausgeht – wenn Putin es will.Klaus Ridder Siegburg

Was soll das ganze Tamtam?

Die Ukraine ist ein Land, welches in keiner Weise unseren Rechtsstaatsvorstellungen entspricht. Korruption herrscht überall. Minderheitenschutz, wie für LGBTQ, existiert nicht. Man könnte noch mehr solcher Betrachtungen anstellen. Würde die Ukraine EU-Mitglied, hätten wir noch ein weiteres Land wie Ungarn oder Polen am Subventionstropf. Was soll also das ganze Tamtam? Peter Schneider Leverkusen