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Rock-Ladys und Soul-DivasDas sind die 12 ältesten Girlgroups und Frauenbands der Welt

8 min
Sister Sledge treten seit 1971 auf.

Sister Sledge treten seit 1971 auf. (Archivbild von 2024)

Sie stehen seit 40 oder 50 Jahren auf der Bühne und geben immer noch Vollgas. Diese 12 Girlbands denken auch 2026 nicht ans Aufhören.

Sie haben in den 1960er, 1970er oder 1980er Jahren Musikgeschichte geschrieben und denken gar nicht daran abzutreten: Diese elf Girlgroups und Frauenbands stehen immer noch auf der Bühne und singen ihre Klassiker. Erinnern sie sich an alle?

The Pointer Sisters

Von Funk über Country bis hin zu Dance-Pop, R&B und Jazz deckten die Pointer Sisters ein außergewöhnlich breites musikalisches Spektrum ab. Die Schwestern aus Kalifornien begannen Anfang der 1970er-Jahre mit einem Mix aus Soul, Gospel und Country, bevor sie sich Ende des Jahrzehnts zu einer der erfolgreichsten Pop- und Dance-Formationen der Welt entwickelten.

The Pointer Sisters bei einem Auftritt in der Alten Oper in Frankfurt.

The Pointer Sisters bei einem Auftritt in der Alten Oper in Frankfurt. (Archivbild von 2019)

Dafür wurden sie mit drei Grammys ausgezeichnet, verkauften rund 40 Millionen Tonträger und gehören neben den Supremes oder Destiny's Child zu den erfolgreichsten Girlgroups aller Zeiten. Mit Hits wie „Fire“, „Slow Hand“, „I'm So Excited“, „Automatic“ oder „Jump (For My Love)“ prägten sie mehrere Jahrzehnte Popgeschichte.

Von den Schwestern ist nach dem Tod von June (2006), Bonnie (2020) und Anita (2022) nur noch Ruth Pointer übrig. Die 80-Jährige hält das musikalische Erbe der Familie bis heute lebendig und tritt gemeinsam mit ihrer Tochter Issa sowie ihrer Enkelin Sadako auf.


The Three Degrees (seit 1963)

Das Trio The Three Degrees ist seit seiner Gründung 1963 auf den internationalen Bühnen präsent und gehört immer noch zu den fleißigsten Damen auf unserer Liste. Die Girl Group hat einige Veränderungen durchgemacht, aus den 60ern und Glanzzeiten der 70er Jahre sind Valerie Holiday und Helen Scott übrig geblieben.

Bis heute sind die Three Degrees für ihren eleganten und harmonischen Gesangsstil bekannt, der den Philly Soul maßgeblich geprägt hat. Die aus Philadelphia stammende Gruppe wurde in den 1970er Jahren mit Hits wie „When Will I See You Again“, „Dirty Ol' Man“ oder „Woman in Love“ auch zur Lieblingsgruppe des damaligen Prinzen Charles, dem heutigen König von Großbritannien.


Bananarama (seit 1980)

Die erfolgreichste Girlgroup der 80er Jahre besteht seit über vier Jahrzehnten und hat sich mit Pop-Klassikern wie „Venus“, „Robert De Niro's Waiting“ oder „Cruel Summer“ einen festen Platz in der Musikgeschichte gesichert. Mit ihrem Mix aus New Wave, Pop und Dance prägten Bananarama das Jahrzehnt entscheidend mit. Ab Mitte der 80er-Jahre arbeiteten sie mit dem Erfolgsproduzenten-Trio Stock Aitken Waterman zusammen.

Einige Jahre lang hielten sie den Guinness-Weltrekord als Frauenband mit den meisten Charthits weltweit. Rückblickend haben die Supremes da sicher auch ein Wörtchen mitzureden. Ursprünglich als Trio gestartet, treten die Gründerinnen Keren Woodward und Sara Dallin heute als Duo auf und feierten so manches Comeback. Nach wie vor veröffentlichen sie neue Musik, und auch 2026 sind wieder Konzerte in Großbritannien geplant.


First Choice (seit 1971)

Lange bevor der Disco-Sound die Tanzflächen weltweit eroberte, legte dieses Frauen-Trio aus Philadelphia das Fundament dafür. Gegründet von Rochelle Fleming, schaffte die Gruppe ab 1973 mit Hits wie „Smarty Pants“ und „Armed and Extremely Dangerous“ den Durchbruch und prägte den legendären „Philly Sound“ und das Label Salsoul.

Musikgeschichte schrieben sie 1977 mit „Let No Man Put Asunder“: Das Stück gilt bis heute als einer der einflussreichsten Tracks für die spätere Entstehung der House-Musik. Die Band zählt zu den am häufigsten gesampelten Gesangsformationen der Pop- und Clubgeschichte und steht – wenn auch nicht mehr in Originalbesetzung – bis heute auf Konzert- und Festivalbühnen weltweit. Gründungsmitglied Rochelle Fleming gehört der Gruppe inzwischen nicht mehr an.


Vixen (seit 1980)

Zwar gab es mit Fanny oder Birtha schon in den 1970er Jahren einige andere reine Frauenrockbands, aber Vixen gehörten zu den ersten im Hardrock- und Metal-Genre. Mit den Alben „Vixen“ und „Rev It up“ setzten sie in den 1980er Jahren Maßstäbe in dieser von Männern dominierten Musikszene. Später führten interne Konflikte zwischen den Bandmitgliedern dazu, dass Vixen nicht mehr an ihre Anfangserfolge anknüpfen konnten. Von der ursprünglichen Besetzung ist zwar niemand mehr übrig, aber immerhin ist mit Roxy Petrucci noch die Schlagzeugerin der 1980er Jahre dabei. Vixen treten immer noch auf Festivals, so beim Wacken 2023, auf. Im selben Jahr erschien mit „Red“ eine neue Single.


The Dixie Cups (seit 1963)

The Dixie Cups bei einem Festival-Auftritt im Jahre 2011.

The Dixie Cups bei einem Festival-Auftritt im Jahre 2011. (Archivbild)

Gegen The Dixie Cups sind Bananarama oder Vixen fast noch Küken. Die legendäre Girlgroup der frühen 60er Jahre wurde mit Hits wie „Chapel of Love“, „People Say“ und „Iko Iko“ zu Ikonen der Pop- und Soulmusik. Von der Originalbesetzung ist nach dem Tod ihrer Schwester Rose Lee Hawkins im Jahr 2022 und ihrer Cousine Joan Marie Johnson leider nur noch Barbara Ann Hawkins übrig. Zuletzt gehörte auch Athelgra Neville, die Schwester der berühmten Neville Brothers, zum Trio. Der Facebook-Account der Gruppe ist noch aktiv und Hawkins gibt immer wieder Interviews. Ob es noch mal ein Comeback der Band geben wird, bleibt vorerst offen.


The Lennon Sisters (seit 1955)

Seit unglaublichen 70 Jahren stehen die Lennon Sisters auf der Bühne. Die vier Schwestern wurden einst durch ihre Auftritte in der „Lawrence Welk Show“ landesweit bekannt. 1956 hatten sie mit „Tonight You Belong to Me“ ihren größten Hit.

Die beiden ältesten Lennon-Schwestern, Peggy und Dianne, sind inzwischen über 80 Jahre alt und haben sich von der Bühne zurückgezogen. Stattdessen treten Kathy, Janet und Mimi noch gelegentlich als Trio auf. Im Jahr 2022 wurden sie in die „The Great American Songbook Hall of Fame“ aufgenommen. Auch auf dem „Hollywood Walk of Fame“ haben sie einen Stern. Und auf Facebook melden sie sich regelmäßig bei ihren Fans.


The Ace of Cups (seit 1967)

Obwohl The Ace of Cups nie den Bekanntheitsgrad großer Bands ihrer Zeit erreichten, spielten sie eine wichtige Rolle in der Musikszene der späten 1960er Jahre. Die Gruppe aus San Francisco gehörte zu den ersten vollständig weiblich besetzten Rockbands und war Teil der Psychedelic-Szene der Bay Area.

Mit ihrer Mischung aus Rock, Blues, Folk und psychedelischen Klängen standen sie gemeinsam mit Künstlern wie Jefferson Airplane oder Grateful Dead für den musikalischen Aufbruch dieser Ära – blieben aber trotz Auftritten bei wichtigen Festivals und der Unterstützung prominenter Musiker lange ein Geheimtipp.

Die Band löste sich 1972 zunächst auf, reformierte sich aber in den 2010er Jahren. Nach Jahrzehnten im Schatten der Musikgeschichte erschien 2018 mit „Ace of Cups“ erstmals ein neues Studioalbum. Seither sind weitere Veröffentlichungen hinzugekommen, und die Musikerinnen stehen auch wieder gemeinsam auf Konzertbühnen.


The Emotions

In den 70er Jahren avancierten die Emotions mit geschliffennen Harmonien zu Soul-Superstars. Hits wie der Grammy-prämierte Nummer-eins-Hit „Best of My Love“ und „Boogie Wonderland“ mit Earth, Wind & Fire machten sie auch in Deutschland bekannt. Zuvor hatten sie einige R&B-Perlen auf dem legendären Volt/Stax-Label veröffentlicht. Die Gruppe um die Hutchinson-Schwestern war bis in die 1980er Jahre erfolgreich. Nach dem Tod von Pamela im Jahre 2020 sind von den Schwestern nur noch Wanda und Sheila Hutchinson übrig, die noch gelegentlich mit anderen Sängerinnen auftreten.


The Bangles (seit 1981)

Gibt es sie noch oder nicht? Die legendären Bangles sind seit 2019 nicht mehr gemeinsam aufgetreten, und die Corona-Pandemie hat weitere Auftritte zusätzlich erschwert. Eine offizielle Trennung gab es jedoch nie.

The Bangles bei einem Auftritt im Februar 2017.

Haben immer „Eternal Flame“ oder „Manic Monday“ im Gepäck: The Bangles bei einem Auftritt im Februar 2017. (Archivbild)

Die Band aus Los Angeles, die in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre mit Welthits wie „Walk Like an Egyptian“ oder „Eternal Flame“ zu Superstars avancierte, verband eingängige Pop-Melodien mit Einflüssen aus Rock, Garage und 60er-Jahre-Psychedelia. Ihren ersten großen Erfolg verdankten sie auch Prince, der „Manic Monday“ für die Gruppe schrieb.

Auf ihrem Höhepunkt lösten sich die Bangles 1989 auf. Zuvor hatten sie mit Alben wie „Different Light“ (1986) und „Everything“ (1988) internationale Erfolge gefeiert und bewiesen, dass hinter den Ohrwürmern eine echte Rockband mit starken Gitarren, mehrstimmigem Gesang und eigenem Songwriting steckte. Zehn Jahre später folgte die Reunion, 2003 erschien mit „Doll Revolution“ das erste gemeinsame Studioalbum seit der Wiedervereinigung.

Zwar konzentriert sich Susanna Hoffs inzwischen vor allem auf ihre Solokarriere. Im Zuge der Veröffentlichung der autorisierten Bandbiografie betonten Hoffs sowie Vicki und Debbi Peterson 2025 jedoch erneut, dass sich die Bangles nie offiziell getrennt hätten. Konkrete Comeback-Pläne gibt es zwar nicht – doch angesichts der anhaltenden Fan-Nachfragen bleibt die Tür für eine weitere Reunion weiterhin einen Spalt offen.


Sister Sledge (seit 1971)

„We Are Family“ sang die Disco-Girlgroup in der Blütezeit des Genres nicht nur an die Spitze der Charts – der Song wurde auch zum lebenslangen Motto der Sledge-Schwestern. Gemeinsam mit Klassikern wie „He's the Greatest Dancer“, „Lost in Music“ oder „Frankie“ gehört er bis heute zum festen Bestandteil ihrer Konzerte.

Sister Sledge

Sister Sledge haben den Welthit „We Are Family“ stets wörtlich genommen. (Archivbild von 2018)

Obwohl Sister Sledge vor allem für ihre Disco-Erfolge der späten 70er- und frühen 80er-Jahre bekannt sind, existiert die Familienband bereits seit 1971, als die Schwestern Debbie, Joni, Kim und Kathy noch Kinder waren. Produziert von Chic-Mastermind Nile Rodgers und Bernard Edwards gelang ihnen 1979 mit dem Album „We Are Family“ der internationale Durchbruch.

Nach Streitigkeiten stieg die stimmgewaltige Kathy Sledge 1989 aus, um eine letztlich wenig erfolgreiche Solokarriere zu verfolgen, kehrte später jedoch zeitweise zurück. Joni Sledge starb 2017 überraschend im Alter von 60 Jahren. Von der Originalbesetzung steht heute nur noch Debbie Sledge auf der Bühne. Gemeinsam mit der nächsten Generation der Musikerfamilie führt sie das Erbe von Sister Sledge fort. Der Terminkalender der Gruppe ist bis weit ins Jahr 2026 hinein gut gefüllt.


Heart (seit 1973)

Eher ein Ehrenplatz, denn natürlich hatten Heart in ihrer langen Bandgeschichte auch männliche Mitglieder. Aber kennt die wirklich jemand, im Gegensatz zu den Schwestern Ann und Nancy Wilson? Und welche von Frauen geführte Rockband der 1970er Jahre war so erfolgreich und einflussreich? Außerdem wurden seit der Gründung 1973 alle Männer munter ausgetauscht.

Heart verbindet seit fünf Jahrzehnten Elemente aus Rock, Hardrock und Folk. „Barracuda“, „Alone“, „These Dreams“: Die Liste der Heart-Hits ist lang. 50 Millionen Tonträger wurden verkauft. Die für 2024 angekündigte Tournee wurde wegen der Krebserkrankung von Ann Wilson auf 2025 verschoben. Inzwischen soll es ihr besser gehen.