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Vorwürfe „zutiefst verstörend“Studentinnen berichten von Belästigung auf dem Ärztetag

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130. Deutscher Ärztetag

Der 130. Deutschen Ärztetages war am Dienstag in Hannover eröffnet worden und endete am Freitag. (Archivbild)

Medizinstudentinnen erheben schwere Vorwürfe: Auf dem Deutschen Ärztetag soll es zu sexueller Belästigung gekommen sein.

Auf dem Deutschen Ärztetag sind laut Teilnehmerinnen Vorfälle sexueller Belästigung aufgetreten. Die Ärztekammer Niedersachsen informierte, dass eine Gruppe von Medizinstudierenden am Freitag in einem Vortrag über grenzüberschreitendes Verhalten vor Ort gesprochen habe. Zu den geschilderten Vorfällen zählten demnach Bemerkungen zum Aussehen und zur Kleidung, unerwünschte Berührungen an Rücken und Gesäß, Einladungen in Hotelzimmer sowie Gespräche mit sexistischem Inhalt.

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte die Bundesärztekammer die Vorkommnisse. „Es ist richtig, dass gestern Medizinstudentinnen auf dem Ärztetag von übergriffigem Verhalten berichtet haben“, hieß es in der Mitteilung der Kammer.

Studentinnen sehen ein „systemisches Problem“

Das „Deutsche Ärzteblatt“ hatte zuvor über die Anschuldigungen berichtet und die vollständige Erklärung der Studentinnen publiziert. Darin betonten die fünf angehenden Medizinerinnen, dass ein „systemisches Problem“ bestehe. Die beschriebenen Übergriffe, die „exakt so passiert“ seien, stellten keine vereinzelten Vorkommnisse dar, wurde klargestellt. Laut „Ärzteblatt“ erhielten die Rednerinnen nach ihrem Beitrag Applaus vom Publikum.

Im Anschluss an den Vortrag folgte laut Bundesärztekammer „eine intensive Debatte auf dem Ärztetag über Machtmissbrauch und Grenzüberschreitungen im Gesundheitswesen“. Klaus Reinhardt, der Präsident der Bundesärztekammer, stellte unmissverständlich klar, dass Grenzüberschreitungen und sexualisierte Gewalt – egal ob verbal oder körperlich – fundamental den berufsethischen Werten von Ärzten widersprechen.

Reinhardt kündigt Untersuchung der Vorfälle an

Dem Bericht des „Ärzteblatts“ zufolge sprach Reinhardt während der Veranstaltung den Betroffenen sein tiefes Bedauern aus. „Es ist zutiefst verstörend, und wir werden uns daran machen, die Vorfälle aufzuklären“, wird er von der Zeitung zitiert.

Auch Marion Charlotte Renneberg, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, zeigte sich bestürzt. „Die Schilderungen der Kolleginnen und Studentinnen haben mich tief erschüttert und sprachlos gemacht“, sagte sie laut einer Mitteilung. „Es ist absolut inakzeptabel, dass Frauen derart in ihrer Würde verletzt werden, indem man sie auf ihr Äußeres reduziert. Solch ein Verhalten ist mit dem ärztlichen Berufsethos nicht vereinbar.“

Konsequenzen für künftigen Ärztetag geplant

Laut Angaben der Ärztekammer Niedersachsen sollen Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt und Diskriminierung das zentrale Thema des Ärztetags 2027 werden. Die Bundesärztekammer gab zudem bekannt, dass ihr Vorstand sich der Problematik annehmen und klare Compliance-Vorgaben sowie umfassende Schutzkonzepte ausarbeiten werde. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.