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Kinderpornografische Darstellung? Balenciaga-Kampagne führt zu Entrüstung

Das Geschäft von Balenciaga ist in der Maximilianstraße in München zu sehen. (Symbolbild)

Das Geschäft von Balenciaga ist in der Maximilianstraße in München zu sehen. (Symbolbild)

Kampagnenbilder von Kindern sorgen im Netz für einen Shitstorm. Viele sehen darin eine pädophile Grenzüberschreitung. Balenciaga wehrt sich und geht in die Offensive.

Die Luxusmodehaus Balenciaga erntet nach zwei kurz hintereinander geschalteten Werbekampagnen heftige Kritik. Betrachter beklagen, die Bilder riefen Assoziationen zu sexueller Gewalt an Minderjährigen hervor. Balenciaga gibt sich nun selbst empört und sieht die Schuld bei den Dienstleistern. Offenbar hat das Luxusmodehaus sogar Klage in Millionenhöhe eingereicht.

Mit den beiden separaten Fotoproduktionen wollte das französische Unternehmen seine kommende Frühjahrskollektion und eine Kooperation mit dem Sportartikelhersteller Adidas bewerben. Aufmerksamkeit brachten die Kampagnen dann auch tatsächlich, allerdings nicht wie gewünscht. Denn nach der Veröffentlichung empörten sich Tausende Nutzer in den sozialen Medien.

Balenciaga-Kampagne: Kinder posieren mit Teddybären in Lack und Leder

Ihr Hauptkritikpunkt: Diese sexualisierte Darstellung von Kindern sei eine pädophile Grenzüberschreitung. In der ersten Kampagne waren Mädchen und Jungen im Vorschulalter zu sehen, sie posierten mit Plüschtieren, die sado-masochistischem Equipment in die Kamera trugen. Die Aufnahmen sind inzwischen gelöscht.

Vor diesem Hintergrund bekommt auch die zweite Kampagne einen Kontext. Darin war eine Damen-Handtasche auf einem Schreibtisch zu sehen. Das Brisante: Unter den Papieren, auf, der die Tasche liegt, befindet sich auch ein verdeckter Auszug aus einem Urteil des US-Supreme Court zu Kinderpornografie. Auch diese Fotos wurden inzwischen von Balenciaga gelöscht.

Balenciaga gibt sich in Statement unwissen – und klagt gegen Fotografen

In einem Statement sagte das Unternehmen, dass man diese Kampagne niemals hätte zeigen dürfen. Missbrauch von Kindern in jeglicher Form sei zu verurteilen.

Die Luxusmodemarke erklärte anschließen, rechtliche Schritte gegen alle einzuleiten, die an der Gestaltung des Fotosets beteiligt waren. Laut dem „Spiegel“ soll Balenciaga sein Vorhaben inzwischen in die Tat umgesetzt haben und eine Schadensersatzforderung in Millionenhöhe beim Supreme Court in New York eingereicht haben. Demnach seien die Agentur „North Six“ sowie der prominente Set-Designer Nicholas Des Jardins beschuldigt. Balenciaga behauptet, von dem Papier auf dem Bild nichts gewusst zu haben und wirft den Parteien vor, dieses dort heimlich platziert zu haben.

Geklärt wird indes auch, wer welche Verantwortlichkeiten für das Shooting mit den Kindern und den Teddybären trägt. Der italienische Fotograf Gabriele Galimberti will mit der Auswahl der dargestellten Objekte sowie der Fotomodelle nichts zu tun gehabt haben. In einem Statement auf Instagram berichtet er von hunderten Hassmails, die er erhalten habe. „Als Fotograf wurde ich einzig und allein gebeten, die gegebene Szene auszuleuchten und die Aufnahmen in meinem Stil zu machen“, so Galimberti. Für alles andere sei das Kreativteam von Balenciaga verantwortlich gewesen.

Für Balenciaga bedeutet der Skandal einen enormen Imageschaden. Kim Kardashian, die mehrmals mit dem Modelabel zusammenarbeitete, äußerte auf Twitter, sie sei „angewidert und empört“ ob der Kampagnen. Sie müsse nun ihre „Beziehung zu der Marke neu zu bewerten“, so Kardashian. (pst)