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Feuerinferno in Nobel-BarNeue Videos von Katastrophe – Erste Hinweise zur Ursache

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Auf der Suche nach der Ursache kommen in mehr Details ans Licht. Das Untergeschoss der Nobel-Bar verwandelte sich für zahlreiche Menschen in eine tödliche Falle.

Was zu der Brandkatastrophe mit mehr als 40 Todesopfern und Hunderten Verletzten in einer Bar des Luxus-Skiorts Crans-Montana geführt hat, ist noch unklar. Mittlerweile sind immer mehr Videos aus dem Inneren der Nobelbar aufgetaucht, die zeigen, wie das Inferno offenbar seinen Anfang nahm.

In den sozialen Medien kursieren Videoaufnahmen, die das Feuer in der Nobelbar zeigen sollen. Zu sehen sind flüchtende Menschen und ein brennendes Gebäude. Es handelt sich allerdings nur um einen kurzen Ausschnitt, dessen Echtheit bisher nicht bestätigt ist.

Mehr als 40 Tote bei Brandkatastrophe im Schweizer Nobelbar

Die nicht verifizierten Videoaufnahmen und Fotos sollen zeigen, wie Menschen in der Silvesternacht in dem betroffenen Lokal Champagnerflaschen mit Wunderkerzen in den Händen halten. Die Funken sprühen in Richtung der dem Anschein nach mit Paneelen besetzten Decke und scheinen diese in Brand zu setzen.

Wie in einigen Videos zu sehen ist, griffen die Funken der Wunderkerzen auf die Decke über. Offensichtlich entsprach die Schallisolierung an der Decke nicht den Sicherheitsstandards, denn sie bestand aus leicht entflammbarem Schaumstoff.

Feuerinferno in der Schweiz: Videos aus Crans-Montana zeigen, wie Menschen vor Inferno flüchten

Laut Augenzeugen haben sich die Flammen bei dem verheerenden Silvesterbrand in einer Bar im Schweizer Ski-Ort Crans-Montana rasend schnell ausgebreitet. Das Untergeschoss des zweistöckigen Lokals verwandelte sich für zahlreiche Menschen dabei in eine tödliche Falle.

Die offizielle Ursache für den Brand in der Bar ist derzeit noch nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass brennende Wunderkerzen in Champagnerflaschen das Feuer ausgelöst haben.

Die Regierung des Kantons Wallis erklärte, infolge des Brandes sei es zu einem sogenannten Flashover gekommen, „der nach ersten Erkenntnissen eine oder mehrere Explosionen zur Folge hatte“.

Flashover-Effekt in Crans-Montana vermutet

Laut der Non-Profit-Internetplattform Brand-Feuer.de handelt es bei einem Flashover um einen heftigen Flammenüberschlag, auch Feuersprung genannt. Das Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen spricht von einem Phänomen „der extremen Brandausbreitung“. Es entsteht, wenn sich in einem geschlossenen Raum sogenannte Pyrolysegase ansammeln. Bei Pyrolyse handelt es sich um die Spaltung organischer Verbindungen durch große Hitze.

In den sozialen Medien kursieren Videoaufnahmen, die das Feuer in der Nobelbar zeigen sollen.

In den sozialen Medien kursieren Videoaufnahmen, die das Feuer in der Nobelbar zeigen sollen.

Ab einer Temperatur von etwa 600 Grad entzünden sich die dabei entstehenden Pyrolysegase im gesamten Raum schlagartig – ein Vorgang, den Brandschutz-Experten als „Durchzünden“ bezeichnen. Aus dem Entstehungsbrand wird so ein Vollbrand, bei dem schnell Temperaturen von über 1000 Grad entstehen. „Nach einer Raumdurchzündung brennen die Oberflächen aller brennbaren Materialien im Raum“, heißt es in einem Schulungsdokument des nordrhein-westfälischen Feuerwehrinstituts.

Nicht nur der Brandraum steht dann schlagartig in Flammen, sondern die Flammen schlagen „auch meistens mit erheblicher Wucht nach außen“, wie auf Brand-Feuer.de ausgeführt wird. Ein Flashover-Effekt ist daher nicht nur für die Menschen in dem brennenden Raum, sondern auch für die Einsatzkräfte der Feuerwehr gefährlich. (mbr/afp)