Nach der Brandkatastrophe mit 41 Toten in der Schweiz muss sich das Betreiber-Ehepaar nun erstmals gemeinsam verantworten.
Nach Brand mit 41 TotenBetreiberpaar muss nach Katastrophe erstmals gemeinsam aussagen

Erstmals zusammen im Verhör: Jacques und Jessica Moretti.
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Auch mehr als fünf Monate nach dem katastrophalen Feuer in einer Gaststätte im schweizerischen Crans-Montana, das 41 Menschenleben forderte, steht eine formelle Anklageerhebung weiterhin aus. Das Betreiber-Ehepaar, Jacques und Jessica Moretti, musste sich nun in Sitten im Kanton Wallis einer erstmaligen gemeinsamen Befragung stellen.
Dieser Schritt wurde von der Anklagebehörde als „Konfrontationseinvernahme“ deklariert. Es soll dabei geklärt werden, welche Person für welche Aufgaben zuständig war und welche Direktiven existierten. Juristen der Geschädigten, die den Vernehmungen beiwohnen, berichteten, dass bei vorangegangenen Befragungen beide Beschuldigten häufig keine Auskunft gaben und stattdessen auf den Partner verwiesen. Die Anhörungen erfolgen unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Juristischer Beistand der Hinterbliebenen verlangt Schuldbekenntnis
„Die Morettis müssen aufhören, sich ihrer Verantwortung zu entziehen“, äußerte der Anwalt Didier Elsig, welcher die Familien der Opfer repräsentiert, im Vorfeld der Befragungen. „Wir wollen, dass sie ihren Fehler eingestehen.“ Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung. Gegen eine Sicherheitsleistung befindet sich das aus Frankreich stammende Paar auf freiem Fuß.
Untersuchungen betreffen auch kommunale Angestellte
Die Untersuchungen erstrecken sich ebenfalls auf etwa ein Dutzend Angestellte der Kommune. Vonseiten der Gemeinde wurde zugegeben, dass in dem Lokal seit 2019 die jährlich vorgeschriebenen Inspektionen zum Brandschutz unterblieben waren. Auslöser des Unglücks waren Partyfontänen, deren Funkenflug den Schaumstoff an der Decke entzündete. Zahlreiche Personen kamen auf einer schmalen Stiege ums Leben, die nach draußen mündete.
Mitarbeiter geben an, niemals eine Unterweisung zum Brandschutz erhalten zu haben und über die Standorte von Feuerlöschern im Unklaren gewesen zu sein. Ferner wird berichtet, dass eine Tür, die als Notausgang vorgesehen war, verriegelt war. Zusätzlich zu den 41 Verstorbenen zogen sich 115 Personen Verletzungen zu. Unter ihnen befinden sich zahlreiche Menschen mit gravierenden Verbrennungen, die über Monate hinweg stationär oder in Reha-Kliniken behandelt wurden und sich teilweise immer noch dort aufhalten. (dpa/red)
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