Ein kurioser Wettkampf in Bad Pyrmont: Bei der ersten deutschen Meisterschaft im Bäume-Umarmen wurden Titel vergeben.
Bäume umarmen im WettkampfIn Bad Pyrmont wurde der erste deutsche Meister gekürt

Teilnehmerin Karin Bleischwitz will 2027 wieder dabei sein.
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Ein kurioser Wettkampf feierte in Niedersachsen Premiere: Beim Bäume-Umarmen wurden Titel vergeben. Die Disziplinen reichten von Schnelligkeit bis Kreativität.
Ein neuer, außergewöhnlicher Wettstreit bereichert die Bundesrepublik. In Bad Pyrmont in Niedersachsen wetteiferten Personen um die Auszeichnung als landesweit bester Baum-Umarmer. Eine Mitinitiatorin aus Finnland merkt an, dass der möglicherweise seltsame Anblick dabei ignoriert werden müsse.
In der niedersächsischen Stadt mussten verschiedene Aufgaben bewältigt werden. Eine Bewertung erfolgte danach, wer eine vorgegebene Zahl von Bäumen am zügigsten umfasste. Für die Wertung in den Bereichen Einfallsreichtum und Gefühl zählte die Aufgabe, einen Baum „möglichst künstlerisch oder herzlich zu umarmen“. Darüber hinaus waren im Bereich Baumkunde Schätzungen zu Fragen erforderlich.
Gewinner erkennen deutliche Hinwendung zur Natur
„Wir müssen das jetzt erst mal realisieren. Wir sind überglücklich“, äußerte Julian Schnabel im Namen der siegreichen Mannschaft im Teamwettbewerb. Er zeigte sich überzeugt, dass die Aktivität des Baum-Umarmens hierzulande an Beliebtheit gewinnen wird. „Es ist klar der Trend hin zur Natur“, konstatierte der Champion. „Da sind wir jetzt Vorreiter.“

Ein Siegerteam in Bad Pyrmont. Die Jungs sehen sich als Vorreiter.
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„Ich glaube, dass das Baum-Umarmen glücklich macht“, erläuterte Nicole Lödige aus dem Organisationsteam den Ansporn, diese Veranstaltung in die Bundesrepublik zu bringen. Der Gedanke sei keineswegs neu, sondern habe seinen Ursprung in Finnland. Nachdem sie von dem dortigen Wettkampf erfahren hatte, stand die Absicht einer deutschen Meisterschaft für sie fest.
Finnland als Quelle für kuriose Wettkämpfe
„Ich finde es wunderbar“, kommentierte die aus Finnland zu Besuch gekommene Riitta Raekallio-Wunderink. Sie hätte nicht mit einer Verbreitung nach England, in die USA und jetzt auch nach Deutschland gerechnet, als sie 2022 in Lappland mit dieser Praxis anfingen. Das skandinavische Land ist für außergewöhnliche Wettkämpfe wie die Weltmeisterschaft im Luftgitarrenspiel oder im Saunieren berühmt.
Ein fähiger Teilnehmer müsse zusätzlich zum Einfallsreichtum insbesondere ein Gespür für den Augenblick demonstrieren. Das siegreiche Team habe dies ausgezeichnet umgesetzt, meinte Raekallio-Wunderink, die laut eigener Aussage ebenfalls als Repräsentantin der „World Tree Hugging Association“ in Bad Pyrmont anwesend war. Dem Gewinnerteam sei es sehr gut gelungen zu ignorieren, dass die Handlung mitunter etwas albern wirken kann.
Organisatoren zeigen sich mit Debüt in Niedersachsen überzeugt
Die Organisatoren äußerten sich überzeugt vom Debüt in der Bundesrepublik. An der erstmaligen Meisterschaft dieser Art nahmen laut ihren Informationen über 100 Personen teil. Das Geschehen im Kurpark wurde von mehreren hundert Zuschauern beobachtet. Für die Teilnehmerin Karin Bleischwitz ist die Sache schon entschieden: Sie wird am 22. Mai 2027 erneut mitmachen. Das Orga-Team rechnet damit, dass der Austragungsort Bad Pyrmont beibehalten wird.

Kreativität und Innigkeit sind gefragte Aspekte beim Baum-Umarmen.
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„Wir möchten die Menschen wieder mehr in Natur bekommen, weg vom Handy“, umriss Nicole Lödige vom Organisationsteam das Vorhaben. Des Weiteren sei es das Ziel, die Achtung vor der Natur zu stärken.
Forschung bestätigt positiven Effekt von Zeit in der Natur
Eine erst vor Kurzem veröffentlichte Untersuchung gelangte zu der Schlussfolgerung, dass Zeit in der Natur durch ein besseres Körperempfinden zu einer gesteigerten Lebenszufriedenheit führt. Hierfür wurden über 50.000 Personen aus 58 Staaten interviewt. (dpa/red)
Dabei beeinflusst die Natur die Zufriedenheit mit dem Leben nicht unmittelbar, sondern auf indirekte Weise: Die Verbindung zur Natur leistet unter anderem einen Beitrag zu einer stärker empfundenen Regeneration, wie das Wissenschaftlerteam in der Fachzeitschrift „Environment International“ ausführt. Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.