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Deutsche seit 2019 vermisstFamilie hofft nach Razzia bei Sekte auf Antworten

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Die Deutsche Lisa Wiese ist 2019 bei einem Aufenthalt im indischen Bundesstaat Kerala verschwunden. (Symbolbild)

Die Deutsche Lisa Wiese ist 2019 bei einem Aufenthalt im indischen Bundesstaat Kerala verschwunden. (Symbolbild)

Die letzten Lebenszeichen der vermissten Deutschen Lisa Wiese stammen vom 11. März 2019.

Sieben Jahre nach dem spurlosen Verschwinden der Deutschen Lisa Wiese in Indien erhofft sich ihre Familie nun Antworten – ausgelöst durch eine Großrazzia der britischen Polizei bei einer islamischen Sekte. Das berichtet die britische Zeitung „The Guardian“.

Wiese war 30 Jahre alt, als sie im März 2019 während einer Reise in den indischen Bundesstaat Kerala verschwand. Sie war Mitglied der „Ahmadi Religion of Peace and Light“ (AROPL), einer Sekte mit Sitz in einem ehemaligen Waisenhaus im englischen Crewe.

Britische Polizei durchsucht Sekten-Hauptquartier

Im April dieses Jahres durchsuchten rund 500 Polizeibeamte das dortige Hauptquartier. Zwölf Personen wurden wegen des Verdachts auf moderne Sklaverei, Menschenhandel, Zwangsheirat und Vergewaltigung festgenommen. Alle Verdächtigen wurden inzwischen gegen Auflagen freigelassen.

Wieses Ex-Mann Abdelrahman Hashem, der mit den gemeinsamen Söhnen im US-Bundesstaat Alaska lebt, hofft nun, dass die Ermittlungen Licht ins Dunkel bringen. Er fordert die Cheshire-Polizei auf, ihre Untersuchungen auf den Fall seiner Ex-Frau auszuweiten. Sowohl deutsche als auch indische Behörden hatten nach Wieses Verschwinden ein Mitglied der Sekte befragen wollen, kamen aber nicht weiter.

Letztes Lebenszeichen von Lisa Wiese im März 2019

Die letzten Lebenszeichen der gebürtigen Deutschen stammen vom 11. März 2019: eine E-Mail an ihre Kinder und eine seltsam distanziert wirkende Nachricht an ihre Mutter. Zwei Tage danach wurde ihr Gmail-Konto deaktiviert und gelöscht. Seitdem fehlt jede Spur: Ihr Handy blieb stumm, eine Geldüberweisung wurde nie abgeholt, Bankkonten zeigten keine Aktivität.

Wiese war 2011 zum Islam konvertiert und hatte sich der AROPL-Sekte angeschlossen, deren Lehren islamische Theologie mit Verschwörungstheorien vermischen. 

Für ihre Kinder, heute elf und zwölf Jahre alt, hält Wieses Familie unterdessen die Hoffnung aufrecht. „Sie hoffen, dass sie gefunden wird“, sagte Vater Abdelrahman Hashem dem „Guardian“ nun. „Wir sind seit Jahren hier, nur ich und meine beiden Kinder. Am Ende des Tages will ich nur Antworten für meine Kinder.“ (das)