Abo

Im AtlantikTödliches Virus auf Kreuzfahrtschiff ausgebrochen – 3 Tote

2 min
Die „MV Hondius“ ist ein Schiff der niederländischen Firma Oceanwide Expeditions.

Die „MV Hondius“ ist ein Schiff der niederländischen Firma Oceanwide Expeditions.

Auf einem Kreuzfahrtschiff sind drei Touristen an einer Infektion mit dem Erreger gestorben, drei weitere haben sich womöglich infiziert.

Albtraum auf einem Kreuzfahrtschiff: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind auf dem kleinen Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ im Atlantik drei Menschen vermutlich nach einer Hantavirus-Infektion gestorben.

Laut Angaben der WHO seien drei weitere Urlauber mit dem Erreger infiziert worden. Eine von ihnen werde demnach in Südafrika auf der Intensivstation behandelt, wie die Organisation in Genf auf der Plattform X mitteilte.

WHO: Drei Tote nach mutmaßlicher Hantavirus-Infektion auf Kreuzfahrtschiff

Hantaviren können beim Menschen Fieber und schwere Atemwegserkrankungen auslösen. Eine Ansteckung erfolgt meist durch Kontakt mit Ausscheidungen von Nagetieren; in seltenen Fällen ist laut WHO auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich, aber äußerst selten.

Bislang sei ein Fall im Labor bestätigt worden, die übrigen Erkrankungen gelten als Verdachtsfälle. Die übrigen Passagiere sowie die Crew erhielten medizinische Unterstützung, zudem laufe eine detaillierte epidemiologische Untersuchung. Ob das Schiff unter Quarantäne gestellt wurde, ist unklar.

Drei Tote, drei Infizierte: WHO spricht von laufender Untersuchung

Wie die BBC berichtete, handelt es sich um das Schiff „Hondius“. Es war laut Fahrplan in Ushuaia im Süden Argentiniens gestartet; zuletzt lag es nach Daten verschiedener Ortungsdienste kurz vor dem Zielhafen auf Kap Verde.

Die „MV Hondius“ ist ein Schiff der niederländischen Firma Oceanwide Expeditions. Das Schiff bietet Platz für rund 170 Passagiere und hat etwa 70 Besatzungsmitglieder. Laut mehreren Schifffahrtstracking-Portalen befand es sich am Sonntag vor dem Hafen von Praia, der Hauptstadt von Kap Verde.

Hantaviren werden laut US-Gesundheitsbehörde CDC in erster Linie durch den Kontakt mit dem Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere übertragen und können zu schweren Krankheitsverläufen führen. Die Übertragung von Mensch zu Mensch kommt selten vor. (mbr)