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HannoverUrteil gegen bestechlichen Staatsanwalt erwartet

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Prozess gegen einen Staatsanwalt in Hannover

Im April 2025 begann der Prozess gegen einen möglicherweise korrupten Staatsanwalt aus Hannover - jetzt wird das Urteil erwartet. (Archivbild)

Einem Juristen wird vorgeworfen, gegen Bezahlung sensible Daten an Kriminelle weitergegeben zu haben. Das Landgericht Hannover wird heute sein Urteil fällen.

Vor dem Landgericht Hannover muss sich ein Ankläger aus der Stadt verantworten. Ihm wird zur Last gelegt, gegen Entgelt Details aus Untersuchungen an ein Drogenkartell durchgestochen und vor einer bevorstehenden Razzia gewarnt zu haben. Die Urteilsverkündung für den 40-jährigen Juristen sowie einen 42 Jahre alten Mitangeklagten, der als Verbindungsmann fungiert haben soll, ist für heute (11.00 Uhr) angesetzt, wie die dpa meldet.

Die Staatsanwaltschaft fordert für den Juristen eine Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten aufgrund von Bestechlichkeit und der Vereitelung von Strafverfolgung im Amt. Für den mutmaßlichen Helfer wurde eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung wegen Beihilfe zur Bestechung gefordert. In seinem Plädoyer hob der Ankläger hervor, dass der Beschuldigte dem Rechtsstaat und dem Vertrauen darin erheblich geschadet habe.

Verfahrensbeginn im April 2025

Dem Beschuldigten, der sich in U-Haft befindet, wird vorgeworfen, im Zeitraum von Juni 2020 bis März 2021 vertrauliche Informationen aus laufenden Untersuchungen offengelegt zu haben. Zudem soll er das Drogennetzwerk entgeltlich über geplante Durchsuchungen informiert haben. Dies führte dazu, dass ranghohe Mitglieder der Gruppe sich ins Ausland flüchteten. Wie Mitte Februar publik wurde, konnte einer der Verdächtigen in den Vereinigten Arabischen Emiraten ergriffen werden.

Bereits im Jahr 2022 wurde eine Untersuchung gegen den Ankläger initiiert, in deren Zuge seine Privatwohnung und seine Büroräume durchsucht wurden. Das Verfahren wurde laut dpa-Informationen im Oktober 2023 vorläufig beendet, da sich die Anschuldigungen anfangs nicht bestätigen ließen. Die Ermittlungen wurden jedoch im Juni 2024 erneut aufgenommen, was zum Prozessbeginn im April 2025 führte.

Teilgeständnis des angeklagten Juristen

Im Anschluss an einen Vorschlag zur Verständigung durch das Gericht räumte der Jurist neun von insgesamt 14 Anklagepunkten ein. Infolgedessen steht für ihn ein Strafmaß im Bereich von acht Jahren und zwei Monaten bis zu acht Jahren und neun Monaten im Raum. Seine Verteidigung plädierte darauf, dass die Haftstrafe acht Jahre und zwei Monate nicht übersteigen dürfe. Der mitangeklagte Boxtrainer aus Hannover gestand seinerseits sieben der zwölf ihm zur Last gelegten Vergehen.

Zusätzlich wurde kürzlich der für die Logistik zuständige Mann des Drogenrings in einem Revisionsverfahren zu einer Haftstrafe von elfeinhalb Jahren verurteilt, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtete. Seine Aussagen waren maßgeblich dafür, die Ermittlungen gegen den der Korruption verdächtigten Staatsanwalt in Gang zu bringen. In einem vorherigen Urteil war er zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. (red)

Der 40-jährige angeklagte Jurist äußerte in seinem letzten Wort vor dem Gericht: „Ich habe viele Menschen enttäuscht und bereue dies zutiefst.“ Er sagte weiter, dass er die alleinige und vollständige Verantwortung für sein Handeln trage. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.