Hassrede, Nacktheit, Betrug: Eine Schlichtungsstelle gibt Nutzern bei Streit mit Social-Media-Plattformen oft recht.
Hass, Nacktbilder, BetrugSchlichtungsstelle gibt Nutzern in 85 Prozent der Fälle recht

Bei den meisten Beschwerden aus Deutschland geht es um Beiträge auf Instagram, Facebook oder TikTok. (Symbolbild)
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Eine zentrale Schlichtungsstelle hat binnen eines Jahres über 1.800 strittige Fälle aus Deutschland registriert, die soziale Medien betreffen. Die Beschwerden bezogen sich unter anderem auf Darstellungen von Nacktheit, Betrugsversuche und Gewaltdarstellungen. Mit dieser Fallzahl positioniert sich die Bundesrepublik auf Rang fünf innerhalb der Europäischen Union, so eine Mitteilung des Appeals Centre Europe. Die unabhängige Einrichtung stimmte in 85 Prozent der geprüften deutschen Fälle den Beschwerdeführern zu und revidierte somit die Maßnahmen der sozialen Netzwerke.
Anwender aus der EU haben die Möglichkeit, sich an diese Einrichtung zu wenden, falls sie mit dem Umgang von Plattformen wie Instagram, Facebook, TikTok oder YouTube bei kontroversen Beiträgen nicht einverstanden sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Post, der Hetze oder sexualisierte Darstellungen enthält, nicht entfernt wird. Obwohl die Urteile des Appeals Centre Europe keine rechtliche Bindung haben, sind die Betreiber der Netzwerke verpflichtet, sich mit ihnen zu befassen.
Hassrede, Betrug und verbotene Waren
Bei den deutschen Fällen, in denen die Schlichtungsstelle den Maßnahmen der Plattformen widersprach, ging es mit 82 Prozent mehrheitlich um illegale Güter und Services. Anschließend rangierten mit je 80 Prozent Betrugsfälle und Auseinandersetzungen, die Gewalt und Verbrechen zum Thema hatten.
Die Mehrheit aller in Deutschland vorgebrachten Beschwerden bezog sich auf Verstöße gegen Konten-Vorschriften. Danach kamen die Themenbereiche Nacktheit, sexualisierte Darstellungen und Hetze. Zusätzliche Beschwerdegründe umfassten gefährliche Gruppierungen, Desinformation, explizite Darstellungen und Suizidthematik. Hauptsächlich betroffen waren die Dienste Facebook und Instagram, mit einigem Abstand folgten TikTok, YouTube und Threads.
Mehr als 24.000 Streitfälle in der EU
Europaweit wurden zwischen April 2025 und März 2026 über 24.000 Beschwerden bei der Schlichtungsstelle registriert. Einem publizierten Transparenzbericht zufolge stammte die höchste Anzahl der bearbeiteten Fälle aus Frankreich. Auf den nachfolgenden Plätzen rangieren Belgien, Italien und Spanien. (dpa/red)
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