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Epsteins Abschiedsbrief veröffentlichtDas steht in der letzten Notiz des Sexualstraftäters

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Ghislaine Maxwell und Jeffrey Epstein waren eng befreundet.

Ghislaine Maxwell und Jeffrey Epstein waren eng befreundet. (Archivfoto)

Ein vermeintlicher Abschiedsbrief von Jeffrey Epstein wurde durch einen Bundesrichter zugänglich gemacht. Der Inhalt bestreitet die Anschuldigungen.

In den Vereinigten Staaten hat ein Bundesrichter am Donnerstag (6. Mai) den mutmaßlichen Abschiedsbrief von Jeffrey Epstein für die Öffentlichkeit freigegeben. Zunächst hatte die „New York Times“ über das Schreiben berichtet und bei dem Gericht um dessen Freigabe ersucht. Der Richter kam dem Antrag zwar nach, bürgte aber weder für die Echtheit des Briefes, noch bewertete er dessen Herkunft.

„Sie haben mich monatelang untersucht - NICHTS gefunden!!! Also führten 15 Jahre alte Anklagen dazu. Es ist ein Vergnügen, den Zeitpunkt des Abschieds selbst wählen zu können. Was soll ich denn tun - in Tränen ausbrechen!! KEIN SPASS - LOHNT SICH NICHT!!“, heißt es in dem dem nicht unterzeichneten Schreiben.

Der verurteilte Sexualstraftäter wurde leblos in einer Haftanstalt in Manhattan aufgefunden, wo er sein Verfahren wegen Sexhandels erwartete. Das handschriftlich verfasste Schriftstück wurde über Jahre hinweg geheim gehalten.

Gericht veröffentlicht angeblichen Abschiedsbrief von Jeffrey Epstein

Nicholas Tartaglione, der zu jener Zeit die Zelle mit Epstein teilte, entdeckte die Notiz. Wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, fand der ehemalige Polizist das Schreiben etwa eine Woche vor Epsteins Tod am 10. August. Die Dokumente legen nahe, dass das Schriftstück im Zusammenhang mit einem früheren, angenommenen Selbsttötungsversuch entstand.

Es ist nicht möglich, unabhängig zu prüfen, ob das Schreiben tatsächlich von Epstein stammt. Es erwähnt weder seinen Namen, noch ist es unterschrieben.

Jeffrey Epstein und  Donald Trump

Kannten sich: Jeffrey Epstein und Donald Trump (Archivfoto)

Jeffrey Epstein und Donald Trump waren enge Freunde

Wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht, erfolgte die Veröffentlichung des Schriftstücks auf Antrag der „New York Times“. Die Öffentlichkeit bleibt weiterhin stark an den vermuteten Straftaten Epsteins sowie den Umständen seines Ablebens im Metropolitan Correctional Center interessiert. Früher waren Donald Trump und Epstein Freunde, doch Trump verneint jegliche Verstrickung in Epsteins Verbrechen.

Ende Januar hatte das US-Justizministerium neue Dokumente zum Epstein-Skandal veröffentlicht. Der Multimillionär, der sein Vermögen seiner jungen Verlobten vermacht hat, war 2008 verurteilt worden, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft saß er jedoch nur knapp 13 Monate Haft ab.

Im Juli 2019 wurde Epstein erneut festgenommen und von einem Bundesgericht beschuldigt, noch viel mehr Opfer missbraucht zu haben. Am 10. August 2019 wurde er tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden; offiziellen Angaben zufolge beging er Suizid. Daran gibt es inzwischen große Zweifel. (mbr)