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3 Tote auf KreuzfahrtschiffWHO gibt erste Vermutung ab – und fahndet nach Flugpassagieren

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Das Expeditions-Kreuzfahrtschiff „Hondius“ liegt derzeit vor Kap Verde.

Das Expeditions-Kreuzfahrtschiff „Hondius“ liegt derzeit vor Kap Verde. (Archivfoto)

Sieben Erkrankungsfälle, drei Tote: Auf der „Hondius“ untersucht die WHO, ob sich Passagiere in engem Kontakt angesteckt haben.

Während die Passagiere der „Hondius“ weiterhin vor den Kapverden fest sitzen, hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geäußert. Im Zusammenhang mit mehreren Hantavirus-Toten auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ geht die WHO eigenen Angaben zufolge von einer Übertragung von Mensch zu Mensch aus. Dabei steht noch ein niederländisches Paar im Verdacht. Dies teilte die WHO-Expertin Maria Van Kerkhove bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Genf mit.

Betroffen ist das Expeditions-Kreuzfahrtschiff „Hondius“, auf dem sich insgesamt 140 Menschen befinden. Das Schiff war im Süden Argentiniens gestartet und liegt derzeit vor den Kapverden im Atlantik vor Anker, da der Ozeanriese nicht in den Hafen fahren darf.

3 Tote auf Kreuzfahrtschiff: Hantavirus wohl von Mensch zu Mensch übertragen

Laut WHO könnte die Infektionskette von einem inzwischen verstorbenen niederländischen Ehepaar ausgegangen sein, das sich möglicherweise noch vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt hatte. Van Kerkhove wies darauf hin, dass viele Passagiere im Rahmen der Reise Wildtierbeobachtungen und ähnliche Aktivitäten unternommen hätten.

Die Weltgesundheitsorganisation sucht deshalb nun nach Passagieren eines Fluges von der Insel St. Helena nach Johannesburg, der Ende April stattfand. An Bord war eine inzwischen verstorbene Passagierin des Kreuzfahrtschiffes.

Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Passagiere steckten sich vermutlich gegenseitig an

Hantaviren werden üblicherweise über Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Beim in diesem Fall vermuteten Anden-Typ seien jedoch auch Ansteckungen zwischen Menschen bei engem Kontakt möglich, so die Epidemiologin.

Die weitere Übertragung könnte demnach an Bord erfolgt sein, etwa bei engem Kontakt in den Kabinen. Van Kerkhove schloss zugleich nicht aus, dass einzelne Infektionen auch von Nagetieren auf den während der Kreuzfahrt angelaufenen afrikanischen Inseln stammen könnten. Der Betreiber hat allerdings mitgeteilt, dass es keine Ratten an Bord gibt.

Nach Angaben der WHO sind bislang drei Passagiere gestorben: ein älteres niederländisches Ehepaar sowie ein deutscher Reisender. Insgesamt geht die Organisation derzeit von sieben Erkrankungsfällen aus. Der medizinische Transport von zwei erkrankten Personen in die Niederlande werde vorbereitet, sagte Van Kerkhove.

Gesicherte Hantavirus-Nachweise lägen bislang nur in einem Teil der Fälle vor, so die WHO. Laboruntersuchungen zu den übrigen Erkrankungen sowie zum genauen Virustyp dauern an. (mbr/dpa)