Nach seiner Festnahme sorgt weniger die Haft selbst als ein Foto aus dem Gewahrsam für Wirbel – wegen eines grauen Jogginganzugs.
Jogginganzug ausverkauftGefangenenfoto von Maduro löst kuriosen Hype aus

Dieses am 3. Januar 2026 auf dem Truth-Social-Account von US-Präsident Donald Trump veröffentlichte Bild zeigt nach Angaben Trumps Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro an Bord der USS Iwo Jima.
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Am Samstagabend veröffentlichte US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social ein Foto, das den festgenommenen Präsidenten von Venezuela, Nicolás Maduro, an Bord des Kriegsschiffs USS Iwo Jima zeigt. Maduro wirkt auf dem Bild sichtlich gezeichnet: Die Augen hinter einer blickdichten Schlafmaske verborgen, die Ohren durch klobige Schallschutz-Kopfhörer geschützt, die Hände in Fesseln. Doch ein Detail stach der Internet-Gemeinde sofort ins Auge: der graue Trainingsanzug, den der 63-Jährige bei seiner Überstellung trug.
Nicolás Maduro: Grauer Jogginganzug in wenigen Stunden ausverkauft
Binnen Minuten identifizierten laut dem Nachrichtensender „n-tv“ Mode-Blogger und Social-Media-Nutzer das Outfit als Modell aus der „Tech Fleece“-Kollektion des US-Sportartikelriesen Nike. Was folgte, war ein in dieser Form beispielloser Run auf die Onlineshops. Während Maduro in New York vor einen Bundesrichter geführt wurde, meldete der Nike-Webstore in den USA bereits „Sold Out“ für das spezifische Modell in der Farbe „Dark Grey Heather“.
Auch in Europa war der Effekt unmittelbar spürbar. Große Versandhändler wie Zalando verzeichneten sprunghaft ansteigende Suchanfragen. In Deutschland und der Schweiz waren gängige Größen des Oberteils (Ladenpreis ca. 120 bis 140 Euro) und der passenden Hose (ca. 115 Euro) bis Montagmorgen weitgehend vergriffen.
Vom Diktator zum Meme-Modell
Auf Plattformen wie TikTok und X (ehemals Twitter) verbreiteten sich tausende Memes. Nutzer kombinierten das Fahndungsfoto mit Werbeslogans oder montierten Maduro auf Pariser Laufstege. Der Kontrast zwischen der Schwere der Vorwürfe – die US-Justiz wirft Maduro unter anderem Terrorismus vor – und der Alltäglichkeit seines Outfits scheint eine bizarre Faszination auszulösen.
Der Nike-Tech-Fleece gilt seit Jahren als inoffizielle Uniform der Streetwear-Kultur und des sogenannten „Drill“-Genres. Dass ein gestürzter Staatschef in genau diesem Look präsentiert wird, bricht Medienberichten zufolge mit der gewohnten Bildsprache von Macht und Fall.
Nike schweigt – Origin profitiert
Während sich Nike bislang offiziell nicht zu dem unfreiwilligen „Product Placement“ geäußert hat, nutzen andere Firmen die Aufmerksamkeit. Als Maduro bei seiner Ankunft in New York in einem blauen Kapuzenpullover der Marke Origin gesehen wurde, schaltete das Unternehmen umgehend Werbung mit dem Hinweis auf das Modell.
Trotz des medialen Rauschens bleibt die politische Lage ernst. Während die Modewelt über den „Maduro-Look“ diskutiert, bereitet die US-Justiz den Prozess vor. Maduro selbst plädierte bei seiner ersten Anhörung auf nicht schuldig.

