Abo

Millionenbetrug im SozialamtMitarbeiter im Kreis Viersen ergaunerte mehr als 1 Mio. Euro

2 min
Prozess in Mönchengladbach

In einem Prozess vor dem Landgericht Mönchengladbach hat ein ehemaliger Mitarbeiter des Sozialamts einen Millionenbetrug eingeräumt (Archivbild).

Ein Mitarbeiter des Sozialamts Viersen hat gestanden, über Jahre mehr als eine Million Euro veruntreut zu haben.

Vor dem Landgericht in Mönchengladbach hat ein langjähriger Angestellter des Kreissozialamtes ein Geständnis abgelegt, den Kreis Viersen über Jahre hinweg betrogen zu haben. Der aus Wegberg stammende 51-Jährige entschuldigte sich vor Gericht und gab nicht nur die angeklagten Taten zu, sondern auch über 80 Fälle, die bereits verjährt sind. Ihm wird ein besonders schwerer Betrug zur Last gelegt.

Der Angeklagte räumte ein, seit dem Jahr 2013 in fast 90 Fällen Zuschüsse für behindertengerechte Einrichtungen im Namen von Firmen beantragt zu haben. Diese Anträge habe er danach selbst bewilligt und die Summe von insgesamt über einer Million Euro auf ein persönliches Konto umgeleitet. „Erst hab' ich gedacht, das kann doch nicht gehen. Als das dann klappte, war es zu verlockend“, erklärte er im Gerichtssaal.

Mittelverwendung für Angehörige und Urlaube

Der Vater von zwei Kindern beteuerte, die Summe nicht für Luxusartikel ausgegeben zu haben. „Ich habe das Geld nicht für Luxusgüter verprasst, sondern nur für meine Familie und Reisen mit meinen beiden autistischen Kindern ausgegeben“, führte er aus.

Misstrauen einer neuen Kollegin führte zur Aufdeckung

Die Machenschaften kamen erst 2024 ans Licht, weil eine neue Mitarbeiterin der Verwaltung aufmerksam wurde. Einer 41-jährigen Angestellten kam ein Zahlungsantrag ungewöhnlich vor. „Die genannte Firma war merkwürdig und unter der Firmenadresse in Niederkrüchten fand sich ein Getränkemarkt“, sagte die Zeugin. „Ich kenne Niederkrüchten gut.“ Ihre Beobachtung setzte die Ermittlungen in Gang.

Dem Beschuldigten steht nun eine mehrjährige Freiheitsstrafe bevor, ebenso wie die Verpflichtung zur Rückerstattung der ergaunerten Gelder. Laut Staatsanwaltschaft beläuft sich der Schaden für den Kreis Viersen allein im angeklagten Zeitraum auf mindestens 500.000 Euro. Zählt man die bereits verjährten Taten hinzu, steigt der Gesamtbetrag auf über eine Million Euro (Aktenzeichen: 22 Kls 26/25). (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.