Abo

Mord an der HavelZDF startet neue Krimi-Reihe mit einem Ermittler-Quartett

4 min
TV-Ausblick ZDF - «Havelland-Krimi – Hinter der Fassade»

Das TV-Ermittlerteam vom neuen «Havelland-Krimi» hat seinen ersten Fall.

Eine Studentin wird tot aufgefunden. Ihr Professor, einst in einem Mordfall freigesprochen, gerät erneut ins Visier.

Eine junge Frau tanzt auf einer Party, umgeben von lauten Bässen und rotem Licht. Ein Gefühl des Unbehagens stellt sich ein, sobald sie sich umwendet. Ihr lebloser Körper wird am folgenden Tag in der Havel bei der Glienicker Brücke entdeckt, was den Auftaktfall für die neue Ermittlergruppe des „Havelland-Krimis“ darstellt. Das ZDF strahlt die Auftaktepisode „Hinter der Fassade“ heute um 20.15 Uhr aus; sie steht zudem schon im Streaming-Angebot des Kanals bereit.

Über die Verstorbene, die während ihres Studiums komplexe Skulpturen aus Sandstein wiederherstellte, äußert sich Professor Fabian Brenner (Daniel Sträßer) mit den Worten: „Sie war die Beste“. Die Mitbewohnerin Cleo Morel (Bineta Hansen) berichtet, der Hochschullehrer habe unheimlich gewirkt und eine Anziehung zu seiner Studentin verspürt. Dadurch entsteht die Vermutung, dass zwischen ihnen eine Liebesbeziehung bestanden haben könnte.

Hochschullehrer wieder im Visier der Ermittler

Für die Staatsanwältin ist der Mann kein Unbekannter: Vor einigen Jahren galt Brenner als Hauptverdächtiger im Fall, der als Glückskeks-Mord bekannt wurde. Das Opfer war seinerzeit seine Lebensgefährtin, in deren Hals eine Notiz mit der Botschaft „Du und ich für immer vereint“ gefunden wurde. Ein Freispruch für Brenner erfolgte allerdings, und die Tat konnte nie aufgeklärt werden. Infolgedessen gerät der Hochschullehrer jetzt abermals ins Zentrum der Untersuchungen.

In Brandenburg setzt sich die neue Ermittlungsgruppe aus vier Personen zusammen: aus zwei Männern und zwei Frauen. Die Leitung der Einheit obliegt der routinierten Staatsanwältin Dena Paulos (Dennenesch Zoudé). Ihr Ehrgeiz ist groß, doch zurückliegende Fehlschläge machen ihr zu schaffen. Vor ihren Studierenden doziert sie: „Sie werden in Ihrer juristischen Laufbahn Fälle bearbeiten, die Sie nicht mehr loslassen“.

Vier verschiedene Persönlichkeiten bilden das Team

Max Zeller (Jens Atzorn) ermittelt an der Seite von Paulos und gibt sich nach außen hin als entspannter Kriminalhauptkommissar. Im Privatleben hat er jedoch als alleinerziehender Vater Schwierigkeiten, nachdem seine Ehefrau bei einem Unfall mit dem Fahrrad verstarb. In einer Notsituation bringt er seinen Sohn mit zu seinem Arbeitsplatz in der Gerichtsmedizin.

Das Team wird durch Kommissar Lennard Rösken (Anton Dreger) und seine spezielle Begabung komplettiert: Er zählt zu den sogenannten Superrecognizern. Seine Fähigkeit, die er im Verlauf der Ermittlungen wiederholt demonstriert, beschreibt er so: „Ich muss ein Gesicht nur einmal sehen, um es wiederzuerkennen“. Als Zuständiger für Daten und Fakten erscheint er eher zurückhaltend.

Die idealistische Referendarin Jasna Nowak (Linda Belinda Podszus), die mit Nachdruck in die Gruppe aufgenommen werden möchte, vervollständigt das Quartett. Sie erwidert auf die Frage nach der Anzahl ihrer Fragen zögerlos: „Tausend Fragen“. Sie erlangt den Respekt ihrer Kollegen durch ihre Scharfsinnigkeit, die sich beispielsweise in dem Vorschlag zeigt, die Haut der Verstorbenen auf einen nicht sichtbaren Club-Stempel zu untersuchen.

Femizid-Debatte als Kernthema des Krimis

Die Untersuchungen folgen einem konventionellen Muster. Es stellt sich rasch heraus, dass die Leiche nicht am Fundort, der Brücke zwischen Potsdam und Berlin, getötet wurde. Zahlreiche Kriminaltechniker untersuchen das Ufergebiet, bis sie an einer Efeupflanze eine wichtige DNA-Spur entdecken. Das Mobiltelefon der Verstorbenen wird ebenfalls aus dem Gewässer geborgen, was neue Verdachtsmomente und unvorhergesehene Entwicklungen nach sich zieht.

Die Diskussion über Femizide, also die Ermordung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts, bildet ein Kernthema des Krimis. Referendarin Nowak äußert sich aufgebracht: „Fast täglich sterben in Deutschland Frauen durch Männer, die sich in ihrer Ehre gekränkt fühlen“. Sie fragt weiter: „Wann wird systematische Gewalt gegen Frauen explizit anerkannt und Femizide endlich als Straftatbestand aufgenommen?“

Darauf entgegnet Staatsanwältin Paulos nüchtern: „In Italien, Malta, Zypern, Kroatien ist es das bereits, in Deutschland weiterhin nicht.“ Es ist offensichtlich, dass sie kämpferisch gestimmt ist und eine persönliche Angelegenheit klären will. Sie fügt hinzu: „Femizide sind auf patriarchale Denkmuster wie Dominanz, Kontrolle, Besitzdenken zurückzuführen.“

Gerichtsmedizinerin mit Dialekt bringt regionale Note

Eine regionale Note verleiht unter anderem der Vater der Verstorbenen, Ronny Winkler (Konstantin Lindhorst), der im Waschsalon „Waschbar“ am Bahnhof Charlottenhof in Potsdam tätig ist. Die Aufnahmen der Straßenszenen fanden ebenfalls in der Landeshauptstadt von Brandenburg statt.

Die Gerichtsmedizinerin Sanne Plaussner (Nadja Engel) stellt eine originelle Figur mit ausgeprägtem Dialekt dar. Am Obduktionstisch verlangt sie beispielsweise: „Mund uff, wenn watt is!“. Ihre unverblümte und dennoch herzliche Weise wird auch in Aussagen wie dieser deutlich: „Wennde merkst, daste umkippst, ja, denn sachste vorher Bescheid, allet kla?“

In der Schlussszene heißt Staatsanwältin Paulos die Referendarin Nowak mit den Worten „Willkommen im Team“ formell willkommen. Die neue Ermittlungsgruppe versammelt sich an der Havel, wo Blumen und Kerzen zum Gedenken an die verstorbene Studentin niedergelegt wurden. Nach Angaben des ZDF sollen im Sommer zwei zusätzliche Folgen der „Havelland-Krimis“ produziert werden. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.