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Ärger um den Ostsee-WalBiologe Lehmann beklagt Ausschluss, Minister widerspricht

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Wal an der Ostseeküste gestrandet

Der Biologe Robert Marc Lehmann wirft den Einsatzkräften vor, von ihnen ausgeschlossen worden zu sein. (Archivbild)

Ein Meeresbiologe, der einem Wal zur Hilfe kam, beklagt seine Ausgrenzung durch die zuständigen Stellen. Worum geht es in dem Konflikt?

Robert Marc Lehmann, ein Biologe, der sich an der Bergung des Meeressäugers beteiligt hatte, erhebt Anschuldigungen gegen die zuständigen Akteure. Diese hätten ihn von zukünftigen Maßnahmen ferngehalten. Über das soziale Netzwerk Instagram teilte er mit, als Begründung sei ihm „Selbstdarstellung“ vorgeworfen worden. Überdies habe man ihn am Einsatzort nicht freundlich empfangen.

Diese Vorwürfe wies Till Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, auf einer Medienkonferenz in Wismar von sich, wie die dpa berichtet. „Wir haben niemanden ausgeschlossen“, äußerte Backhaus. Er kündigte zudem ein Gespräch mit Lehmann an. Ebenso bestätigten Burkard Baschek, der Leiter des Deutschen Meeresmuseums, sowie Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW), dass Lehmann von den Bergungsaktionen nicht aktiv ferngehalten wurde.

Uneinigkeit über die beste Vorgehensweise

Zuvor hatte Lehmann sich bei Timmendorfer Strand in einem Neoprenanzug dem Wal genähert, der auf einer Sandbank festsaß. Er bemühte sich, den Meeressäuger zu besänftigen. In der Nacht auf Freitag gelang es dem Tier dann, durch einen eigens geschaffenen Kanal zu entkommen.

Der Wal lief am Samstag erneut auf Grund, diesmal bei Wismar, konnte sich während der folgenden Nacht jedoch abermals losmachen. Anschließend wurde er aber wieder in der Wismarer Bucht gesichtet. Lehmann appellierte am Sonntag in einer Instagram-Aufnahme an die Fachleute: „Liebe Experten, ab in die Neoprenanzüge, seid für den Wal da!“

Wal an der Ostseeküste gestrandet

Robert Marc Lehmann spricht mit den Medien am Strand, in dessen Nähe der gestrandete Buckelwal im Wasser gelegen hatte.

Die Fachleute entschieden sich allerdings dafür, dem Tier eine Ruhepause zu gönnen. Die Hoffnung sei, dass es neue Energie sammelt, von allein freikommt und den Ausgang aus der Ostsee findet, erläuterte Minister Backhaus die Strategie.

Viel Zuspruch für Lehmann im Netz

Auf den Online-Plattformen erhielt Lehmann von zahlreichen Usern Rückendeckung, die sich ein weiteres Engagement seinerseits bei der Bergung des Wals erhofften. Sein Kanal auf YouTube verzeichnet über eine Million Abonnenten, während ihm auf Instagram circa 789.000 Personen folgen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.