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„Alles war gelogen“Hulk Hogan räumt in TV-Doku massiven Drogenmissbrauch ein

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Für die Netflix-Doku „Hulk Hogan: Real American“ gab Hulk Hogan drei Monate vor seinem Tod im Juli 2025 ausgiebig Auskunft. (Bild: Netflix)

Für die Netflix-Doku „Hulk Hogan: Real American“ gab Hulk Hogan drei Monate vor seinem Tod im Juli 2025 ausgiebig Auskunft. (Bild: Netflix)

Die Netflix-Doku „Hulk Hogan: Real American“ zeigt die Schattenseiten einer Wrestling-Ikone: Hulk Hogan sprach in seinem letzten Interview vor seinem Tod offen über Lügen, Drogen, Skandale und den Preis seines Ruhms.

Im Juli 2025 starb mit Hulk Hogan eine der prägendsten Figuren des professionellen Wrestlings. Der als Terry Bollea geborene Entertainer wurde 71 Jahre alt. Bekannt wurde er in den 1980er-Jahren durch die Wrestlingliga WWE, die ihn zum weltweiten Star machte. „Hulk Hogan: Real American“, eine neue vierteilige Dokumentation, die jetzt bei Netflix verfügbar ist, zeichnet nun ein differenziertes Bild seines Lebens - basierend unter anderem auf seinem letzten großen Interview, das er drei Monate vor seinem Tod gab.

Unter dem Namen Hulk Hogan entwickelte sich Bollea zur globalen Marke. Sein Image als disziplinierter Athlet gehörte dabei zum zentralen Bestandteil seiner öffentlichen Persona. In der Dokumentation räumt er jedoch ein, dass dieses Bild nicht der Realität entsprach. Über die Jahre hinweg habe er Drogen, Alkohol und Anabolika konsumiert.

Hulk Hogan (hier bei einem Auftritt im Jahr 2009) gilt als einer der größten Wrestling-Stars aller Zeiten. (Bild: Paul Kane/Getty Images)

Hulk Hogan (hier bei einem Auftritt im Jahr 2009) gilt als einer der größten Wrestling-Stars aller Zeiten. (Bild: Paul Kane/Getty Images)

Besonders deutlich wird dieser Widerspruch an einem Auftritt aus dem Jahr 1991. In der Talkshow von Arsenio Hall bestritt Hogan öffentlich die Einnahme von Steroiden: „Die Zeitungen haben die Unwahrheit geschrieben. Ich war schon immer kräftig. Ich habe noch nie Steroide genommen. Millionen Kinder glauben an mich und es macht mich traurig, dass jetzt eine dunkle Wolke über allem hängt, woran ich glaube.“ Rückblickend erklärt er in der Dokumentation: „Natürlich habe ich ihn angelogen. Es war alles gelogen.“

Hogan über Scheidung von Ehefrau Linda: „Ich gab ihr 70 Prozent“

Neben der Aufarbeitung seiner öffentlichen Auftritte beleuchtet die Serie auch persönliche Krisen. Die Scheidung von seiner langjährigen Ehefrau Linda nach 25 Jahren hatte weitreichende finanzielle Folgen. „Ich gab ihr 70 Prozent, damit ich meine Ruhe hatte. Aber dadurch war ich pleite“, sagt Hogan.

Auch Hulk Hogans Witwe Sky Daily kommt in der neuen Netflix-Doku „Hulk Hogan: Real American“ zu Wort.  (Bild: Julio Aguilar/Getty Images)

Auch Hulk Hogans Witwe Sky Daily kommt in der neuen Netflix-Doku „Hulk Hogan: Real American“ zu Wort. (Bild: Julio Aguilar/Getty Images)

In dieser Phase berichtet er auch von massivem Medikamentenkonsum. Damals habe er große Mengen eines starken Schmerzmittels eingenommen: „Ich ging in die Apotheke, und der Apotheker sagte: 'Sie müssten tot sein. Wir haben noch nie einen Menschen gesehen, der so viel Fentanyl einnimmt'“, erinnerte sich Hogan. Die Schilderungen werden durch Aussagen seines früheren Managers Eric Bischoff ergänzt, der erklärt, dass Hogan „eine Handvoll Pillen, die ein Pferd töten könnten“ verschrieben wurden und er diese „mit einem Liter Wodka pro Tag hinunterspülte“.

Hogan selbst beschreibt die Zeit nach der Scheidung als Tiefpunkt: „Ich ging nach Hause und fing an zu trinken und, na ja, Tabletten zu schlucken, und ich bin einfach ein paar Tage lang in dieses Loch gefallen.“ Laut Bischoff habe er sich damals in der „dunkelsten, verheerendsten Phase seines Lebens“ befunden.

Nach Trump-Unterstützung bekam Hulk Hogan Morddrohungen

Finanziell erholte sich Hogan unter anderem durch einen Gerichtsprozess gegen das Portal Gawker, das ein heimlich aufgenommenes Video veröffentlicht hatte. 2016 wurden ihm 115 Millionen US-Dollar zugesprochen. Gleichzeitig beschädigten im Zuge des Verfahrens öffentlich gewordene rassistische Äußerungen seinen Ruf nachhaltig. Die WWE trennte sich vorübergehend von ihm.

Auch politische Positionierungen sorgten später für Kritik. Hogans Unterstützung für Donald Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2024 führte zu weiteren Spannungen mit Teilen seines Publikums. Bei seinem letzten WWE-Auftritt im Januar 2025 wurde er ausgebuht. Hogan selbst reagierte darauf mit Gelassenheit und deutete an, eine Rückkehr als „Bösewicht“ sei für ihn vorstellbar.

Seine Ehefrau Sky Daily berichtet in der Dokumentation, dass Hogan durchaus Zweifel an der Unterstützung hatte - nicht nur weil er sich Morddrohungen im Zusammenhang mit seinem politischen Engagement gegenübersah. „Wenn man sich als Entertainer für Trump einsetzt, spaltet man sein Publikum, und das machte ihm Sorgen“, erklärt seine Witwe in der Doku. (tsch)