Ein „Höhle der Löwen“-Auftritt mit Feuer, Würze und Kaltgetränk: Axel Schulz, der sympathische Fast-Weltmeister der 90er-Jahre, kehrt in neuer Rolle zurück - als Werbegesicht eines Kumpel-Start-ups.
Als seine „Höhle der Löwen“-Präsentation scheitert, öffnet Ex-Boxer Schulz ein Bier und geht

Wenn es heiß wird am Grill, hat man schnell Gesellschaft: Axel Schulz (rechts) führt Carsten Maschmeyer und Janna Ensthaler die Funktionsweise des „Butjer“-Bretts vor. (Bild: RTL / Bernd-Michael Maurer)
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Den wohl größten Moment seiner Karriere erlebte Axel Schulz 1995 in Las Vegas, als er als Herausforderer aus Deutschland den damals amtierenden Box-Weltmeister George Foreman überraschend unter Druck setzte. Damals verlor er zwar den legendären Fight - allerdings nur unter Protest vieler Fans, die das Punktrichterteam kritisierten.
Etwas mehr als 30 Jahre später stand Axel Schulz mal wieder im Rampenlicht - allerdings im deutlich bescheideneren Ambiente. Trotzdem war er die große Überraschung der neuen „Die Höhle der Löwen“-Ausgabe bei VOX.

Ihn kennt man doch: Ex-Profiboxer Axel Schulz prästentierte „Butjer - Das Grillbrett“, eine Erfindung, die die Welt der Brutzler revolutionieren soll. (Bild: RTL / Bernd-Michael Maurer)
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„Ich drehe alles“, sagte Axel Schulz mit verschmitztem Grinsen und meinte damit vermutlich nicht nur die Würstchen, um die er sich an einem großen Grillrost kümmerte. Er sollte auch helfen, den Pitch des Vier-Männer-Start-ups „Butjer - Das Grillbrett“ zum Guten zu wenden.
Die Gründer hatten sich in „Die Höhle der Löwen“ gewagt, um 100.000 Euro für ein ungewöhnliches Sechs-in-eins-Grillwerkzeug einzusammeln (im Gegenzug für 15 Prozent der Anteile an einer erst noch zu gründenden Firma). Das Grilluntensil, das stark an ein umgebautes Handwerker-Reibebrett aus dem Baummarkt erinnert, soll das Wenden, Servieren und Reinigen vereinfachen.
Axel Schulz lobt Geschäftspartner für ihre Trinkfestigkeit
Wie Schulz und die Firmengründer erzählten, entstand die Idee für den „Butjer“ aus einer Notlage heraus. Für ein größeres Grill-Event fehlte nämlich im entscheidenden Moment das übliche Zubehör zum Wenden von Würsten und Steaks. Aus einer spontanen Idee heraus bediente man sich mit an einer Baustelle.

100.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile wollen die Gründer des Grilluntensil-Start-ups in der Löwenhöhle eintreiben. (Bild: RTL / Bernd-Michael Maurer)
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Daraus entstand ein Tool, das nun für rund 25 Euro verkauft werden soll und das in einer Lösung Wurstschaufel, Hitzeschutz, Steak-Haken und Rostreiniger sein soll. „Die Jungs sind sensationell - und das Brett hat mir am Grill echt den Hintern gerettet“, berichtete der Ex-Boxprofi. Ein Bieröffner steckt auch noch im „Butjer“. Schulz grinste und öffnete sich eine Flasche.
Tatsächlich war es augenzwinkernder, robuster Charme, der die Produktvorstellung auszeichnete - und einiges über das freundschaftliche Zusammenkommen der Grilltruppe mit dem populären Werbebotschafter erzählte. „Du kannst mit ihnen gut feiern“, sagte Schulz über die Firmengründer. „Sie sind stark am Glas.“ Allerdings sagte er auch - ganz um Seriosität bemüht - über das „Butjer“-Brett: „Du kannst damit super arbeiten.“
„Der Deal erscheint mir nicht ganz fair“
Trotz der feurigen Präsentation sprang allerdings der Funke nicht so recht über. Das lag auch daran, dass etwa die Funktionalität des ausklappbaren Edelstahldorns zum Steak-Wenden nicht komplett überzeugte. Zumindest nicht so stark, wie der originelle Vortrag der noch jungen Firmengeschichte. „Super coole Story“, sagte Frank Thelen. Das Produkt überzeugte ihn nicht - schon gar nicht mit der noch überzogen wirkenden Firmenbewertung von 1,5 Millionen Euro. „Der Deal erscheint mir nicht ganz fair.“
Nach und nach winkten immer mehr Löwen - schmunzelnd, aber in der Sache doch entschlossen - ab. Letzte Hoffnung: Ralf Dümmel. Der erklärte Axel-Schulz-Fan sagte: „Eine geniale Idee.“ Und: „Ich finde euer Produkt echt cool.“ Allerdings ist „Mister Regal“ selbst in diverse Grill-Unternehmungen investiert und möchte sich durch einen möglichen Einstieg bei „Butjer“ nicht selbst Konkurrenz machen.
Auch er verweigerte den Handschlag - kein Deal! Axel Schulz zeigte sich als Mann, der einstecken kann. Er griff sich sein Getränk und verließ die „Höhle der Löwen“ mit einem Lächeln im Gesicht. (tsch)
