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ARD-Korrespondentin Mareike Aden erklärt, wie der Brexit der Musikbranche schadet

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ARD-Korrespondentin Mareike Aden war überrascht, wie sehr der Brexit die britische Musikbranche schwächt. (Bild: Oksana Yushko)

ARD-Korrespondentin Mareike Aden war überrascht, wie sehr der Brexit die britische Musikbranche schwächt. (Bild: Oksana Yushko)

In die Fußstapfen von Queen und Co. treten? Das wird für aufstrebende Musikerinnen und Musiker in Großbritannien immer schwieriger. Der Brexit schadet der so wichtigen britischen Musikindustrie immens, erklärt Expertin Mareike Aden im Interview.

Ob die Beatles, Queen, Robbie Williams oder Adele: Seit Jahrzehnten kommen einige der erfolgreichsten Bands, Sängerinnen und Sänger aus Großbritannien. Doch die Folgen des EU-Austritts sind in der Musikbranche deutlich zu spüren und machen es aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern schwer, Fuß zu fassen und groß zu werden. ARD-Korrespondentin Mareike Aden begleitete für „Weltspiegel Doku: Großbritannien: Die Brexit-Erben - Uns reicht's!“ eine Punkband, die es trotzdem schaffen will und dafür ein Verlustgeschäft eingeht.

„Das war für mich eine wahnsinnige Überraschung, dass diese Musikindustrie, die so eine Strahlkraft hat und die für Großbritannien ja auch wichtige Soft Power ist, so unter dem Brexit leidet“, erzählt die Expertin im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. Touren in Europa seien wichtig, „wenn man sich einen Namen machen will“, erklärte die 43-Jährige. Doch „laut der führenden britischen Musikgewerkschaft ist es für knapp 60 Prozent der Bands nicht mehr rentabel, Touren in der EU zu machen“.

„Das vorzubereiten kostet Zeit und Geld“

Mit den neuen Regelungen und Gesetzen, die seit dem offiziellen Brexit vor etwa sechseinhalb Jahren gelten, fällt unter anderem der Binnenmarkt weg. „Es werden Zölle fällig. Und es müssen Listen vom gesamten Equipment angefertigt werden, sogenannte Carnets, damit dafür keine Ein- und Ausfuhrsteuer anfällt“, erklärt Aden. „Das vorzubereiten, kostet Zeit und Geld“ - genügend von beidem haben die kleinen Künstler im Gegensatz zu den Großen der Branche schlicht nicht. „Weil es so wichtig ist“, entscheiden sich viele Bands dennoch für eine Tour in der EU.

Indes versucht sich die Politik teilweise wieder an die Europäische Union anzunähern. Auch ein Großteil der jungen Bevölkerung befürwortet einen Wiedereintritt. Doch Aden stellte bei ihrer Reise für die „Weltspiegel“-Dokumentation fest, dass die 16- bis 24-Jährigen ihrem Wunsch nicht unbedingt auf der Straße, etwa bei Demonstrationen, kundtun. Sie habe den Eindruck, sagt die Expertin im Interview, „dass ganz viele junge Menschen einfach auch so mit existenziellen Fragen beschäftigt sind, dass sie gar nicht die Zeit haben, sich gegen den Brexit und für andere politische Themen auf die Straße zu gehen“.

„Weltspiegel Doku: Großbritannien: Die Brexit-Erben - Uns reicht's!“ läuft am Mittwoch, 17. Juni, um 23.35 Uhr, im Ersten. In der ARD Mediathek ist der Film bereits abrufbar. (tsch)