Im ZDF-Magazin „Volle Kanne“ echauffierte sich Sebastian Krumbiegel über eine aus seiner Sicht ungerechte Steuerpolitik und warnte vor dem Rechtsruck. „Antifa-Parolen“, schimpfte ein Zuschauer per Zuschrift. Der Prinzen-Sänger antwortete prompt und deutlich.
„Bist du Faschist, oder was?“ - Prinzen-Sänger kontert im ZDF Zuschauer-Kritik

Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel reagierte bei „Volle Kanne“ auf die Kritik eines ZDF-Zuschauers. (Bild: ZDF)
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Als Musiker, der Unterhaltung mit politischer Haltung verbindet, wurde Sebastian Krumbiegel am Mittwoch im ZDF-Magazin „Volle Kanne“ vorgestellt. Was der Sänger der Leipziger Band Die Prinzen darunter versteht, wusste er im Sendungsverlauf eindrucksvoll zu demonstrieren. Am Ende der Ausgabe wurde Krumbiegel wie alle Talk-Gäste mit Zuschauer-Fragen konfrontiert. Darunter war auch eine wenig freundliche Bemerkung. „Nein, danke, heute wieder Antifa-Parolen zum Frühstück“, verlas Moderator Florian Weiss die Bemerkung eines Zuschauers namens Mirko.
Krumbiegel war um eine Replik nicht verlegen. „Ja, Mirko ... 'Antifa'. Bist du Faschist, oder was?“, sprach der Musiker direkt in die Kamera. „Ich glaube, jeder Demokrat sollte Antifaschist sein“, stellte er klar. Er finde es immer wichtig, in der politischen Diskussion mit Argumenten zu überzeugen und nicht zu eifern oder „rumzubrüllen“, erklärte der 59-Jährige weiter. „Aber wenn ich so was höre, ey: Antifa. Was ist denn Antifa?“ Antifa bedeute Antifaschismus, und er sei „mit Leib und Seele Antifaschist“. Dann drehte sich der Sänger wieder zur Kamera und grinste: „Kein lieber Gruß an Mirko.“
Sebastian Krumbiegel über das Prinzen-Aus: „Wir wollen nicht als Mogelpackung weitermachen“
Zuvor hatte Sebastian Krumbiegel im ZDF-Frühstücks-Magazin verschiedene politische Themenfelder angesprochen. Unter anderem forderte er eine gerechtere Steuerpolitik: „Die Leute, die richtig Kohle haben, (...), die richtigen Milliardäre, ey, die sollen was abgeben. Da bin ich wirklich so Robin-Hood-mäßig drauf.“ Er wisse, dass dies eine populistische Aussage sei, aber er sei von dem dahinter liegenden Gerechtigkeitsgedanken überzeugt: „Warum knapst man den Leuten am Bürgergeld rum, die sowieso schon gucken, dass sie irgendwie über die Runden kommen?“, ärgerte sich der Sänger. Er selbst zahle „echt gerne Steuern, weil ich glaube an den Solidargedanken“.
Vor dem Hintergrund verstehe er jene Menschen, die sagen: „Wir sind unzufrieden, wie wir regiert werden.“ Jedoch warnte Krumbiegel davor, in der Konsequenz „rechtsaußen zu wählen“: „Was die wollen, ist auch nicht das, was Ihr wollt.“
Auch über die bevorstehende Trennung seiner Band sprach der Prinzen-Sänger mit Moderator Weiss. „Schwierig“ nannte er die gemeinsam getroffene Entscheidung. „Aber wir sind eine demokratische Band. (...) Wir wollen nicht als Mogelpackung weitermachen. Wenn nicht mehr alle Bock haben, haben eben nicht mehr alle Bock.“ Umso mehr freut er sich auf die bevorstehende Abschiedstour der Gruppe, die nach der Wiedervereinigung mit Hits wie „Millionär“ und „Küssen verboten“ deutschlandweit bekannt wurde: „Wir möchten schon mit Pauken und Trompeten Tschüss sagen“, versprach Krumbiegel. „Wir wollen nicht langsam verglühen.“ (tsch)