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„Besser keine Beziehung mit Männern“Dunja Hayali sieht sich nach ZDF-Interview Hass ausgesetzt

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Dunja Hayali im Gespräch mit Dirk Peglow im ZDF.

Dunja Hayali im Gespräch mit Dirk Peglow im ZDF.

Die ZDF-Moderatorin meldet sich nach dem Bericht im „heute journal“ zu Wort und stellt klar, wie sie den Fall sieht.

Nach einem Interview zur polizeilichen Kriminalstatistik im ZDF sieht sich Moderatorin Dunja Hayali mit einer Welle von Hasskommentaren konfrontiert. In einem Video in den sozialen Netzwerken kommentiert Hayali den Fall und reagiert nüchtern auf die Anfeindungen. Auch der Interviewpartner ordnete seine Aussage im Nachhinein ein.

In dem Beitrag im „heute journal“ vom Montagabend (20. April) im ZDF hatte die Moderatorin mit Dirk Peglow, dem Vorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) über die aktuelle Kriminalitätsstatistik der Polizei gesprochen.

Dunja Hayali stellt einfache Frage im ZDF: „Was raten Sie Frauen?“

In dem Interview ging es vor allem auch um die deutliche Zunahme von Gewalt an Frauen, darunter auch Vergewaltigungen. Sie ist um 8,5 Prozent gestiegen.

Am Ende des Gesprächs stellte Dunja Hayali die Frage: „Ganz kurz zum Schluss: Was raten Sie Frauen?“ Die Antwort des Kriminalbeamten: „Wenn man nach der statistischen Anzahl geht, besser keine Beziehung mit einem Mann eingehen. Da ist das Risiko erheblich höher, Opfer von psychischer oder physischer Gewalt zu werden.“

Eine provokante Darstellung, die natürlich nicht wörtlich gemeint war. Doch im Anschluss an das Interview im ZDF sieht sich nicht nur Hayali, sondern auch BDK-Chef Dirk Peglow heftigen Reaktionen im Netz ausgesetzt.

Dunja Hayali reagiert auf Hasskommentare nach ZDF-Interview

In einem Video in den sozialen Netzwerken fasst die ZDF-Moderatorin den Fall zusammen und erklärt dann: „Und jetzt gibt es Männer, die nicht etwa den Anstieg der Gewalt gegen Frauen beklagen, sondern Gewaltfantasien und Gewaltandrohungen äußern gegen meinen Interviewpartner und gegen mich.“

Hayali stellt nüchtern fest, dass die Männer, die sie kenne, diese Aussage nicht in den falschen Hals bekommen würden. Stattdessen könnten diese Männer einen solchen Satz sehr wohl richtig einordnen. „Die sind vor allen Dingen sauer, nicht auf die Menschen, welche die Probleme ansprechen, sondern auf die, die sie auslösen, die Problemmänner.“

Auch Dirk Peglow ordnete seinen Satz inzwischen ein: „Meine Aussage war erkennbar zugespitzt formuliert“, erklärte Peglow der „Bild“. „Sie war nicht als wörtlicher Rat gemeint.“ Zudem ergänzte er: „Die überwältigende Mehrheit der Männer ist nicht gewalttätig und nicht Täter.“