Bud Spencer und Terence Hill gehören zu den erfolgreichsten Leinwand-Duos der Filmgeschichte. Zum Auftakt der Filmreihe auf Kabel Eins ab 2. April zeigen wir die unglaublichsten Fakten rund um ihre besten Filme.
Erfolg an den KinokassenBud Spencer und Terence Hill watschten sogar „Star Wars“ ab

In „Gott vergibt - Django nie!“ waren Bud Spencer und Terence Hill 1967 zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera zu sehen. In den 1980er-Jahren kam der Italowestern neu geschnitten unter dem Klamauk-Titel „Zwei vom Affen gebissen“ noch einmal heraus. (Bild: Screen Power)
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Sie waren nicht nur, aber vor allem in Deutschland absolute Publikumslieblinge: Kaum ein Leinwandduo war so erfolgreich und eigenwillig wie Bud Spencer und Terence Hill. Und ihre Filme waren nicht nur Haudrauf-Klamauk, sondern begeisterten auch mit Tempo, Witz und manchmal auch mit Gesellschaftskritik. Bestens zu sehen in den Filmen, die Kabel Eins ab 2. April zeigt - angefangen mit der Sportkomödie „Sie nannten ihn Mücke“ (20.15 Uhr), wo Spencer freilich ohne Kollege Hill zu sehen ist, über „Zwei Asse trumpfen auf“ (3. April, 16.10 Uhr) bis zu den „Zwei bärenstarke Typen“ (3. April, 22.30 Uhr).
Gott vergibt - Django nie! (1967)

Bud Spencer und Terence Hill waren auch nach ihrem Durchbruch als Leinwand-Duo immer wieder ohne den jeweiligen Partner in Filmen zu sehen. Spencer etwa im Sportfilm „Sie nannten ihn Mücke“ (1978, zu sehen am 2. April, 20.15 Uhr auf Kabel Eins) (Bild: kabel eins / Tobis Filmkunst)
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Bud Spencer und Terence Hill mussten sich als Kollegen erst noch finden. Beide waren zunächst auf Solo-Pfaden unterwegs, Spencer etwa in der Komödie „Ein Held unserer Tage“ (1955), wo er noch unter seinem bürgerlichen Namen Carlo Pedersoli mitwirkte, und Hill in Luchino Viscontis Meisterwerk „Der Leopard“ - auch er noch mit seinem Geburtsnamen Mario Girotti. Ihr erster gemeinsamer Film war „Gott vergibt - Django nie!“ (1967), für den sich beide Künstlernamen zulegten. Es war die Geburtsstunde von Bud Spencer und Terence Hill - eines Duos, das bald und nach zahlreichen weiteren Filmen zu einer Marke werden sollte.
„Gott vergibt - Django nie!“ erster gemeinsamer Film? Das stimmt nicht ganz. Denn schon im Sandalenfilm „Hannibal“ (1959) von Edgar G. Ulmer (“Umleitung“) waren Spencer und Hill zu sehen. Aber erstens hatten sie hier keine gemeinsame Szene, weshalb von einem Duo noch keine Rede sein konnte. Und zweitens gab es damals - wie schon erwähnt - weder einen Bud Spencer noch einen Terence Hill.

Sie sehen nicht so aus, aber das sind „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ (1970), gespielt von Bud Spencer und Terence Hill. (Bild: kabel eins)
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Weiterer Fun Fact: Von „Gott vergibt - Django nie!“ gibt es zwei Versionen. Das Original von 1967 ist ein ernster und vor Gewalt strotzender Italowestern. Nach dem großen Erfolg der komödiantischen Haudrauf-Werke von Spencer und Hill folgte Anfang der 80er-Jahre eine neu synchronisierte und neu geschnittene Fassung. Auch hier gab der Titel das Programm vor: Im Unterschied zum „nie vergebenden Django“ war in der Westernkomödie „Zwei vom Affen gebissen“ die Gag-Quote merklich höher.
Auch wissenswert: Bei „Gott vergibt - Django nie!“ fand Terence Hill nicht nur seinen kongenialen Filmpartner Bud Spencer, während der Dreharbeiten lernte er auch seine Frau Lori Hill (geborene Zwicklbauer) kennen. Die bayerischstämmige US-Amerikanerin war bei der Produktion als Dialogtrainerin angestellt. Es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein - und eine Liebe für die Ewigkeit. Hill und Zwicklbauer heirateten schon zwei Monate nach ihrem ersten Treffen, die Ehe hält bis heute.
Hügel der blutigen Stiefel (1969)

In Deutschland ein Blockbuster: Die Westernkomödie „Vier Fäuste für ein Halleluja“ lockte hierzulande mehr als zwölf Millionen Zuschauer in die Kinos. (Bild: TOBIS Film)
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Mehrere Fassungen gibt es auch von dem Italowestern „Hügel der blutigen Stiefel“ aus dem Jahr 1969. Auch dieser Film wurde wenige Jahre später auf Haudrauf und Klamauk getrimmt. Die neue Fassung von 1978 heiß nun „Zwei hau'n auf den Putz“ und war rund 15 Minuten kürzer als das Original. Fünf Jahre später schnitt das DDR-Filmstudio DEFA eine dritte Fassung. Die war nicht nur mit dem Titel, „Hügel der Stiefel“, sondern auch inhaltlich wieder stärker an den Ursprungsfilm angelehnt.
„Hügel der blutigen Stiefel“ oder „Zwei hau'n auf den Putz“ oder „Hügel der Stiefel“ bildet übrigens den Endpunkt dessen, was mit „Gott vergibt - Django nie!“ begonnen wurde: Die Filme sind zwei Teile eine Trilogie. „Vier für ein Ave Maria“ (1968), der mittlere Teil, wird von der Kritik am besten bewertet. Joe Hembus, Westernkenner und Herausgeber eines maßgeblichen Western-Lexikons, lobte die „erheiternden Überraschungen“. Inszeniert wurden alle drei Filme von Giuseppe Colizzi, der mit Spencer und Hill noch „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ (1972) drehen wird.
Die rechte und die linke Hand des Teufels (1970)

Wenn Gefahr im Verzuge ist, laufen das Nilpferd (Bud Spencer, links) und das Krokodil (Terence Hill) in „Das Krokodil und sein Nilpferd“ zu Hochform auf. (Bild: kabel eins)
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„Die rechte und die linke Hand des Teufels“ ist die eigentliche Geburtsstunde des Comedy-Prügelduos Bud Spencer und Terence Hill. Mit dieser Westernkomödie legten sie den Grundstein für ihre Weltkarriere, von nun an galten sie mit Fug und Recht als „Stan Laurel und Oliver Hardy des Italo-Western und das größte Erfolgsgespann des Spaß-Western“, wie Kritiker und Western-Koryphäe Joe Hembus es formulierte.

In „Zwei Asse trumpfen auf“ (1981) schlagen Bud Spencer und Terence Hill auf einer einsamen Insel auf. (Bild: Tobis Film)
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Für Hill war der Film auch in einer anderen Hinsicht ein besonderer, denn wieder waren am Set Beruf und Privatleben verquickt. In einer Szene kitzelt die von Hill gespielte Figur einem Baby mit einer Pistole das Kinn. Dieses Baby hieß im echten Leben Jess und war Hills 1969 geborener Sohn.
Zwei Asse trumpfen auf (1981)
In „Zwei Asse trumpfen auf“ spielen Bud Spencer und Terence Hill zwei Abenteurer, die sich nicht ausstehen können und die es auf eine einsame Insel verschlägt. Dort wird ein Schatz von einem japanischen Soldaten bewacht. Das Sonderbare: Der Militär wurde nicht darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Zweite Weltkrieg längst vorbei ist. Und: Hinter dem Mann sind sowohl Gangster als auch Piraten her. Klingt gaga? Ist es auch. Aber dann wiederum doch nicht.

Mit“Die Troublemaker“ konnten Bud Spencer (links) und Terence Hill in den 1990er-Jahren nicht mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen. (Bild: Kabel eins / TOBIS FILMKUNST)
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Denn die Handlung erinnert stark an die nicht weniger absurd anmutende Geschichte des japanischen Offiziers Hirō Onoda, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch bis 1974 auf einer philippinischen Insel allein militärische Stellung hielt. Die Geschichte griff zuletzt Werner Herzog in seinem Buch „Das Dämmern der Welt“ noch einmal auf. Man beachte: „Zwei Asse trumpfen auf“ erschien 1981, Herzogs Buch 2021 - 40 Jahre waren Spencer und Hill dem visionären Filmemacher also voraus.
Vier Fäuste für ein Halleluja (1971)
Ihrer Zeit voraus waren die Schauspieler schon im Jahrzehnt davor. So wirkten sie in Blockbustern mit, als es dieses Wort noch gar nicht gab. „Vier Fäuste für ein Halleluja“ (1971) gilt nicht nur als einer ihrer besten Filme, die Komödie war mit über 12 Millionen Zuschauern in Deutschland auch der erfolgreichste Film der 70er-Jahre. Dagegen sind die als Blockbuster-Erfinder verschrienen Steven Spielberg und George Lucas geradezu Waisenknaben. Lucas' „Krieg der Stern“ kam 1978 hierzulande auf vergleichsweise mickrige 8,2 Millionen Kinobesucher, Spielbergs Hit „Der weiße Hai“ gar nur auf 7,5 Millionen. Da konnten die „zwei bärenstarke Typen“ ja nur lachen.
Mit Zahlen kommt man „Vier Fäuste für ein Halleluja“ aber auch von einer anderen Richtung bei. Wohl in keinem anderen ihrer Filme waren die Haudrauf-Profis mehr in ihrem Element als hier. Wie Filmfans nachgezählt haben, verteilen sie in der Action-Komödie drei Tritte, sieben Bauchschläge, genauso viele Schulterklopfer, zwölf Ohrfeigen und 85 Kopftreffer. Und doch war weder „Vier Fäuste für ein Halleluja“ noch irgendein ein anderer ihrer Filme - mit Ausnahme vielleicht ihrer ersten - je mit Gewaltvorwürfen konfrontiert. Der Grund: Die Filme setzten nie auf rohe Gewalt und blutige Konflikte waren, sondern vermischten Action mit Klamauk und Slapstick. Auch das erklärt den immensen Erfolg der Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Filme.
Das Krokodil und sein Nilpferd (1979)
Bud Spencer war bekanntlich multitalentiert. Vor seiner Laufbahn war er Olympia-Schwimmer, er betätigte sich als Erfinder und er hatte offenbar auch ein Händchen für Musik. „Grau, Grau, Grau“, den von Walter Rizzati komponierten Titelsong der Action-Komödie „Das Krokodil und sein Nilpferd“ (1979) sang Spencer nicht nur selbst, er steuerte zu dem Lied auch den Text bei.
Während sich Spencer bei „Das Krokodil und sein Nilpferd“ neben der Schauspielerei musikalisch betätigte, war Kollege Hill sein eigener Stuntman. Etliche Stunts in der Action-Komödie über die Abenteuer zweier Cousins, „Krokodil“ Slim und „Nilpferd“ Tom, in Afrika führte Hill Berichten zufolge selbst aus. So auch jene Szene, für die er sich in einen Löwenkäfig gewagt haben soll.
Die Troublemaker (1994)
Keine Frage, Bud Spencer und Terence Hill waren eines der erfolgreichsten Leinwand-Gespanne der Filmgeschichte, doch nicht alle ihrer Filme waren von Erfolg gekrönt. Vor allem ihre späteren Arbeiten hatten gegenüber den früheren oft das Nachsehen, bei Kritikern ebenso wie beim Publikum. „Die Troublemaker“ (1994), ihr letzter gemeinsamer Film, war regelrecht ein Flop. Der Versuch, die Marke Spencer/Hill rund zehn Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Auftritt in „Die Miami Cops“ wiederaufleben zu lassen, scheiterte gründlich.
Der Ärger darüber wird hoffentlich nicht ins Private der Schauspieler getragen worden sein. Denn „Die Troublemaker“ war eine reine Familienangelegenheit. Regie führte Terence Hill, übrigens zum dritten Mal bei einem Spielfilm nach „Keiner haut wie Don Camillo“ (1984) und „Lucky Luke“ (1991). Das Drehbuch schrieb Hills Sohn Jess und zum Produzentenstab gehörte Giuseppe Pedersoli, seines Zeichens Sohn von Bud Spencer. (tsch)
