Stell dir vor, es ist 20.15 Uhr, und der Show-Gastgeber erscheint nicht auf der Bühne. So geschehen bei Joko Winterscheidts ProSieben-Hit „Wer stiehlt mir die Show?“. Ein Ex-Tennis-Star ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
„Hat er keine Lust heute?“ Joko Winterscheidt kommt zu spät zu eigener Show

Mit Tankstellen-Snacks im Gepäck platzte Joko Winterscheidt verspätet in seine Show. Zuschauerin Kaja hatte ihn netterweise vertreten. (Bild: Joyn)
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Ihren bisherigen Höhepunkt hatte die aktuell laufende elfte Staffel in der Vorwoche erlebt, als Till Reiners „Wer stiehlt mir die Show?“ genial in eine „Traumschiff“-Welt verwandelt hatte. Eine Woche später war dem aus ZDF-“heute-show“ bekannten Comedian der diebische Spaß noch anzusehen. Im Mittelpunkt der vorletzten WSMDS-Ausgabe stand aber eine Ex-Tennisspielerin.

Endlich ist er da: der Abend ihres Triumphs. Andrea Petkovic sammelte über drei Gewinnstufen hin Punkte ein uns sicherte sich die wichtigen drei Münzen fürs Finale. Dort gelang ihr ein 5:2-Erfolg über Joko. Sie darf das Staffelfinale in der nächsten Woche moderieren. (Bild: Joyn / Anna Reuter)
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Dabei hatte es Joko Winterscheidt diesmal fast schon aufreizend relaxt angehen lassen. Zum Show-Auftakt gab es fragende Gesichter bei den Kandidaten und der Studioband: Wo steckte eigentlich der Hausherr der Reihe? Noch dem Intro standen Nico Santos, Till Reiners und Andrea Petkovic erwartungsfroh, wettkampfbereit, aber auch ratlos hinter ihren Quizpulten. Kein Joko weit und breit.
Joko Winterscheidt meldet sich per Handy: „Bin im Auto, dauert nur 'ne Sekunde“

Schon beim Filmquizz „A Star is born“, in der Joko als angeblicher Statist bei Blockbustern zu sehen war, lief's für die Ex-Weltklasse-Tennisspielerin prächtig. (Bild: Joyn / Anna Reuter)
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„Hat er keine Lust heute?“, fragte Till Reiners und sah kurzfristig die Chance gekommen, schon wieder die Show zu übernehmen. „Ach komm“, sagte er und wollte schon auf die Moderatoren-Position wechseln. „Dann mach ich.“ Das allerdings ließ der ProSieben-Mann nicht zu. Er meldete sich auf dem großen Cube-Bildschirm in der Studio-Mitte. Dort sah man ihn am Steuer seines Wagens.
„Bin im Auto, dauert nur 'ne Sekunde“, behauptete der Gastgeber. Er hatte angeblich vergessen, rechtzeitig zur Aufzeichnung seiner Sendung zu kommen. Oder er tat zumindest so.

Till Reiners hatte in der Vorwoche eine genial komische „Traumschiff“-Version der Quizshow moderiert. Diesmal musste er nach dem Halbfinale gehen. (Bild: Joyn / Anna Reuter)
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„Ich bekomme nie besondere Auftritte“, klagte Joko per Video-Telefonat. „Warum soll ich dann pünktlich sein?“ Wirkung zeigte das Psychospielchen jedenfalls. „Wann kommst du, Joko?“, fragte Till Reiners ungeduldig.
Andrea Petkovic staunt über sich selbst: „Ich laufe zur Hochform auf - what's up?“

Niko Santos verpasste seine letzte Chance, auch mal Moderator bei „Wer stiehlt mir die Show?“ zu werden. Er punktete wieder souverän bei Musik-Challenges, über die zweite Gewinnstufe kam der sympathische Popstar diesmal aber nicht hinaus. (Bild: Joyn / Anna Reuter)
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Doch Joko hatte sichtlich Lust am Provozieren: Er wählte aus der Ferne eine Zuschauerin aus, die für ihn - selbst etwas verwirrt - die erste Spielrunde mit den „Leichten Fünf“ moderieren sollte. Da wirkte Till Reiners leicht säuerlich. Es reicht also ein Winken aus dem Publikum, um den Moderations-Job zu bekommen? Gut, dass Joko dann wenig später doch noch auftauchte. Er beruhigte die Gemüter: Von einem angeblichen Zwischenstopp an der Tankstelle hatte er für die Promis und die Wildcard-Kandidatin sogar Snacks mitgebracht.
Dabei hatte Jokos Vertretung den Job im Sinne der Kandidaten ausgezeichnet gemacht. Sie ließ nämlich ab und an auch mal Milde walten. „Katja hatte so viel Empathie für uns“, schwärmte Andrea Petkovic. Es sollte dann der Abend Ex-Tennisspielerin werden.

Man darf sehr gespannt sein, wie genau Andrea Petkovic in der Finalsendung der ProSieben-Sendung ihrern ganz persönlichen Stempel aufdrücken wird. (Bild: Joyn/Florida TV / Julian Mathieu)
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Selbstbewusstsein baute sie unter anderem beim Kino-Quiz „A Star is vorn“ auf. Dort sah man Szenen berühmter Filme, in die Joko in einer vermeintlichen Statistenrolle hineinmontiert wurde. Gleich drei Treffer landete der in den USA lebende Ex-Tennisstar und staunte selbst: „Ich laufe zur Hochform auf - what's up?“
Joko stolpert über Goethe-Frage: „Ach, ist das ärgerlich!“
Zusätzlich punktete sie mit Schlagfertigkeit. So ging beim Dunkel-Spiel „The Dark Night weiß es“, bei der Fragen unter erschwerten Finsternis-Bedingungen zu beantworten waren, ein Trinkglas zu Bruch. Till Reiners hatte es im Eifer des Gefechts vom Tisch gefegt. Andrea Petkovic kommentierte das lakonisch: „Buchstabiere 'aggressiv'“ Genau das war eine der „Leichten Fünf“-Aufgaben gewesen, die sie zuvor als Einzige mit korrekten Rechtschreibkenntnissen richtig beantwortet hatte. Wenig später stand sie im Finale.
Genau da hatte sie bereits zum Auftakt der Staffel gestanden, aber gegen Joko Winterscheidt den Kürzeren gezogen. Diesmal wusste sie genau um die Psychospielchen und die Wissenslücken ihres Gegners. Die 38-Jährige antwortete selbst richtig, dass Weimar der „Weimarer Klassik“ - der Epoche von Goethe und Schiller - den Namen gab. Noch wichtiger: Sie entlarvte gezielt das Nicht-Wissen von Joko. „Ach, ist das ärgerlich“, stöhnte der gar nicht mehr souverän wirkende Show-Erfinder.
Wenig später war es vollbracht. Die ehemalige Neunte der Tennis-Weltrangliste verwandelte zu einer Serien-Frage (“And Just Like That“) den ersten Matchball und darf in einer Woche das „Wer stiehlt mir die Show?“-Staffelfinale moderieren. Hoffentlich erscheinen dann alle austrainiert. Und pünktlich! (tsch)
