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Heute im Free-TVDieses Meisterwerk zeigt, warum die Royals so schlecht um Lady Di trauerten

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Seltener Gefühlsausbruch: Die Queen (Helen Mirren) auf ihrem Landsitz Balmoral. (Bild: ZDF/Laurie Sparham)

Seltener Gefühlsausbruch: Die Queen (Helen Mirren) auf ihrem Landsitz Balmoral. (Bild: ZDF/Laurie Sparham)

Über diesen Film war selbst die Queen „amused“: Kurz vor dem 100. Geburtstag von Queen Elizabeth II. zeigt 3sat erneut Stephen Frears' meisterliches Queen-Psychogramm.

Die Queen (Helen Mirren) hat im Zusammenhang mit dem Tod Dianas eine schlechte Presse.  (Bild: ZDF / Laurie Sparham)

Die Queen (Helen Mirren) hat im Zusammenhang mit dem Tod Dianas eine schlechte Presse. (Bild: ZDF / Laurie Sparham)

Das Spiel mit der Macht und die Hilflosigkeit der Mächtigen faszinieren Starregisseur Stephen Frears: In seinem Meisterwerk „Die Queen“ von 2006 verbindet er die Staatssymbolik mit der privaten Unfähigkeit zu trauern. Dafür blendet er auf die Schicksalstage der britischen Nation zurück: Im September 1997 erschüttert die Nachricht vom Tode Dianas die Öffentlichkeit. Während viele Briten ihre Gefühle öffentlich zelebrieren, zieht sich eine völlig zurück: die Königin. Frears zeigt das zähe Ringen Tony Blairs mit der von Helen Mirren gespielten Königin um die angemessene Reaktion auf den Tod der Prinzessin. 3sat wiederholt das Meisterwerk am Freitag, 17. April um 20.15 Uhr - und damit kurz vor ihrem 100. Geburtstag, den sie am 21. April gefeiert hätte.

Die zunehmende Kritik des britischen Volks bringt die Monarchin (Helen Mirren) zum Nachdenken. (Bild: ZDF/Laurie Sparham)

Die zunehmende Kritik des britischen Volks bringt die Monarchin (Helen Mirren) zum Nachdenken. (Bild: ZDF/Laurie Sparham)

„Sie sind mein zehnter Premier Minister!“ - Bei seinem Antrittsbesuch macht die Queen dem eben gewählten Tony Blair (Michael Sheen) sofort klar, wer wo steht. Die Monarchin verkörpert Kontinuität im Königreich, der Neuling dagegen ist vielleicht nur eine Eintagsfliege. Das Verhältnis zwischen Blair und Elizabeth II. bildet das Schlüsselelement der Story. Vier Monate nach seiner Ernennung zum Premier stellt der Fall Diana für Blair eine Bewährungsprobe dar.

Für ihre Darstellung der Queen bekam Helen Mirren den Oscar

Die Königin ermuntert den Premierminister Tony Blair (Michael Sheen) bei ihrer turnusmäßigen Besprechung zu einem Spaziergang im Garten von Buckingham Palace. (Bild: ZDF / Laurie Sparham)

Die Königin ermuntert den Premierminister Tony Blair (Michael Sheen) bei ihrer turnusmäßigen Besprechung zu einem Spaziergang im Garten von Buckingham Palace. (Bild: ZDF / Laurie Sparham)

Die Queen (Helen Mirren, l.) sieht sich die Blumen an, die die Menschen an den Buckingham Palace gebracht haben, um an die tote Diana zu erinnern. (Bild: ZDF / Laurie Sparham)

Die Queen (Helen Mirren, l.) sieht sich die Blumen an, die die Menschen an den Buckingham Palace gebracht haben, um an die tote Diana zu erinnern. (Bild: ZDF / Laurie Sparham)

„Zurückhaltend und nüchtern im privaten Kreise trauern“, lautet das Credo der Queen in diesem Trauerfall. Die königliche Familie zieht sich auf den Landsitz Balmoral zurück, auch, um die Prinzen Harry und William zu schützen. Angesichts einer solchen Tragödie nicht mit dem Protokoll brechen zu können oder zu wollen - dieses Verhalten akzeptiert das Volk nicht. Anti-monarchistische Tendenzen werden laut. Doch statt seinen eigenen Vorteil aus der schlechten Stimmung zu ziehen und seine Beliebtheit zu steigern, setzt sich Tony Blair mit seinen aalglatten PR-Beratern für die Regentin ein.

Für ihre eindrucksvolle Darstellung der Monarchin wurde Helen Mirren 2007 mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin auszeichnet. Und nicht nur die Kritiker waren von Frears' Biopic begeistert: Die echte Queen zeigte sich Insidern zufolge „most definitely amused“. Mirren wurde sogar zum Dinner in den Buckingham Palace eingeladen, sagte aber aus Termingründen ab. (tsch)