Packendes Drama um Schicksal und Ehre: Harrison Ford und Brad Pitt begeistern in „Vertrauter Feind“ in einem überraschend stillen Film.
Heute im Free-TVStilles Starkino mit zwei der größten Hollywood-Legenden

Der IRA-Untergrundkämpfer Frankie McGuire (Brad Pitt) reist unter falschem Namen in die USA ein und kommt bei dem ahnungslosen New Yorker Cop Tom O'Meara (Harrison Ford, links) und dessen Familie unter. (Bild: Columbia TriStar Pictures)
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Polizist Tom O'Meara (Harrison Ford, links) freut sich zunächst über den Gast in seinem Haus (Brad Pitt) und schenkt ihm sein Vertrauen. (Bild: ZDF/Columbia Pictures)
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Über weite Strecken ist Alan J. Pakulas „Vertrauter Feind“ (1997) ein erfreulich einfacher Film. Da wurden die synchronisierten Dialoge wirklich einmal an die deutsche Umgangssprache angepasst. Da wurde die Logik nicht den Emotionen geopfert. „Das ist eine irische Geschichte, keine amerikanische“, sagt der IRA-Kämpfer Frankie MacGuire (Brad Pitt) im Film gleich zweimal, und so falsch liegt er damit nicht. ZDFneo zeigt den Thriller am Samstag, 25. April, um 21.13 Uhr.
Der Action-verwöhnte Betrachter ist so etwas nicht mehr gewohnt: In der ersten Stunde von Alan J. Pakulas Drama um Schicksal und Ehre passiert kaum etwas. MacGuire reist unter falschem Namen nach Amerika und soll dort eine Ladung Stinger-Raketen besorgen, die er per Schiff zurück nach England schmuggeln will. Ein Sympathisant der IRA bringt ihn beim nichts ahnenden Polizisten Tom O'Meara (Harrison Ford) und dessen Familie unter.

Der sympathische irische Landsmann Francis (Brad Pitt) entpuppt sich als Terrorist, der mit seinen Waffengeschäften auch seine Gastgeber in Gefahr bringt. (Bild: ZDF/Columbia Pictures)
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Die Wochen des Wartens, bis die Waffen endlich von einem Händler geliefert werden, verbringt MacGuire in der wohligen Wärme einer intakten Familie. Die er übrigens selbst nicht hatte, nachdem sein Vater vor den Augen der Kinder erschossen wurde. MacGuire wurde zum brutalen Kämpfer des irischen Untergrunds und fühlt sich jetzt sichtbar wohl in der heimeligen Atmosphäre der O'Mearas.
Mehr als solides Unterhaltungskino mit zwei Superstars

Zu spät merkt der Polizist Tom O'Meara (Harrison Ford), wen er sich da ins Haus geholt hat. Nun muss er seine Familie retten. (Bild: ZDF/Columbia Pictures)
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Und auch Tom, der sich schon zu Beginn des Films darüber freut, „dass ich nicht mehr der Einzige im Haus bin, der im Stehen pinkelt“, ist zufrieden, dass er neben Frau und zwei Töchtern jetzt eine Art erwachsenen Sohn zum Billardspielen hat. Man ahnt, was kommen muss: Der Ordnungshüter entdeckt die wahre Identität des Terroristen. „Wir hatten nie die Wahl, du und ich“, stellt O'Meara am Ende von Selbstmitleid zerfressen fest.
Eine mehr als solide Filmarbeit also, die deutlich die Handschrift Pakulas trägt. Er versteht es - das bewies er bereits mit „Aus Mangel an Beweisen“ (1990) -, Harrison Ford als Durchschnittsbürger, der plötzlich in eine extreme Situation gerät, in Szene zu setzen. Und auch Brad Pitt gefällt als ebenso kompromissloser wie sensibler Untergrundkämpfer.
Aber: „Vertrauter Feind“ wurde entgegen allen Erwartungen ein äußerst stiller Film. Den letzten Schritt zum Actiondrama ist Pakula damit ganz bewusst nicht gegangen, um nicht den Bezug zur Realität zugunsten oberflächlicher Effekte zu opfern. (tsch)