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Journalist teilt „Theorie“ zur Wahl der Dschungelcamp-Fans„Phänomen, mit dem auch die AfD spielt“

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Gil Ofarim gewann die RTL-Show „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“. (Bild: RTL)

Gil Ofarim gewann die RTL-Show „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“. (Bild: RTL)

Teile der TV-Nation rätseln: Wie konnte ausgerechnet Gil Ofarim zum Dschungelkönig gewählt werden? Journalist Markus Feldenkirchen lieferte im Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“ eine gesellschaftspolitisch gefärbte Theorie.

Gerne würde man im Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“ demnächst genauer erfahren, wie Micky Beisenherz die Wahl von Gil Ofarim zum Dschungelkönig erlebt hat. Doch der Dschungelkönig-Autor weilt noch in Australien. Seinen Podcast moderierte am Montag daher noch einmal Co-Host Markus Feldenkirchen mit dessen Partnerin und Journalistenkollegin Lara Fritzsche.

Zum stark polarisierenden Ausgang der RTL-Show „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ (RTL) präsentierte der „Spiegel“-Autor eine Erklärung, die den Bogen zum Feld der Politik spannt: „Meine Theorie ist ja, dass das so ein bisschen das Phänomen ist, mit dem auch die AfD spielt“, erklärte Feldenkirchen. „Von wegen: 'Das soll hier der Außenseiter sein? Das soll hier der Gecancelte sein? Und deshalb solidarisieren wir uns mit ihm.'“

Journalist Markus Feldenkirchen hat sich gesellschaftspolitische Gedanken um das Dschungelcamp gemacht. (Bild: 2025 Getty Images/Matthias Nareyek)

Journalist Markus Feldenkirchen hat sich gesellschaftspolitische Gedanken um das Dschungelcamp gemacht. (Bild: 2025 Getty Images/Matthias Nareyek)

Feldenkirchen ist überzeugt, das Reaktionsmuster, dass sich das Publikum mit dem Außenseiter solidarisiert, habe dem Musiker von Anfang an „eine gewisse Unterstützerschaft beschert“. Mit den Angriffen durch andere Dschungelcamp-Kandidaten wie der Schweizerin Ariel sei dann „die Solidarisierung noch stärker“ geworden.

„Das Dschungelcamp war ein sehr, sehr guter Spiegel unserer Gesellschaft“

Feldenkirchens Dschungelcamp-Fazit: „Es ist nicht so, dass ich sage, er ist der verdiente und beste Dschungelkönig, den man sich vorstellen kann, überhaupt nicht.“ Jedoch könne er das Phänomen verstehen: „Ich kann verstehen, warum er es wurde mit Blick auf unsere Gesellschaft. Wie überhaupt das Dschungelcamp wirklich ein sehr, sehr guter Spiegel unserer Gesellschaft, wie sie gerade ist, war.“

Gil Ofarim war am Sonntagabend vom RTL-Publikum zum neuen Dschungelcamp-Sieger gekürt worden. Wie Moderatorin Sonja Zietlow noch am Abend enthüllte, war der skandalträchtige Sänger von Anfang an Favorit des anrufenden Publikums gewesen - Protesten und Boykott-Androhungen einiger Show-Fans vor seiner Teilnahme zum Trotz.

In den zweieinhalb Wochen im Camp im australischen Urwald vermied es der 43-Jährige weitgehend, sich zu seinem Leipziger Hotel-Skandal von 2021 zu äußern. Nur vereinzelt machte er Andeutungen zum Verleumdungsprozess gegen ihn vor dem Leipziger Landgericht und dessen Beweisaufnahme. Unter anderem behauptete Ofarim über die ausgewerteten Überwachungsaufnahmen: „Das Video, das im Umlauf ist, ist nicht das Original.“ (tsch)