Der RTL-Star, den man aus „Punkt 12“ kennt, erzählt im Interview von ihrer Jugend in einer Kneipe und wie sie zur Fernsehberühmtheit wurde.
„Total egal“Warum Katja Burkard ihr Lispeln nichts mehr ausmacht

Katja Burkard gehört zu den bekanntesten RTL-Moderatorinnen. (Archivbild)
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Seit fast 30 Jahren moderiert sie die RTL-Sendung „Punkt 12“. Aufgewachsen ist Katja Burkard im Westerwald, wie sie in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung erzählte. Ihre Eltern betrieben dort ein Lokal mit angeschlossenem Saal.
Katja Burkard über ihre Jugend im Westerwald
Ein klassisches Familienleben habe es für sie nicht gegeben, berichtete sie rückblickend. Stattdessen sei ihr Alltag stark von der Mitarbeit im elterlichen Betrieb geprägt gewesen. Schule, Theke und Veranstaltungen bestimmten ihren Rhythmus.
In der Gaststätte fanden Hochzeiten ebenso statt wie Leichenschmäuse. Zudem war das Lokal ein wichtiger Treffpunkt für Vereine aus der Region, etwa für den Gesangsverein oder den Taubenzüchterverein.
TV-Star musste in Kneipe mitarbeiten
Die Moderatorin erinnert sich daran, dass sie gemeinsam mit ihrer Schwester fest im Familienbetrieb eingespannt war. Zu ihren Aufgaben gehörten das Bügeln von Geschirrtüchern, Abwaschen und sogar das Zubereiten von Markklößchen. Später stand sie auch hinter dem Tresen – eine Tätigkeit, die sie nach eigener Aussage nicht mochte.

Katja Burkard telefoniert und lächelt
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Besonders anstrengend seien die Weihnachtsfeiertage gewesen. Das Fest habe oft erst spät am Abend beginnen können, wenn die letzten Stammgäste gegangen waren. Vielleicht erklärt das, warum sie heute eine große Leidenschaft für Weihnachten entwickelt hat und ihr Zuhause in der Adventszeit besonders festlich schmückt.
„Zu geschniegelt, zu blond“
Trotz der vielen Arbeit habe sie im Lokal vor allem eines gelernt: Menschenkenntnis. Ihre Mutter beschreibt sie als außergewöhnlich gute Gastwirtin. Schon früh habe sie den Gesprächen der Gäste gelauscht und deren Geschichten aufmerksam verfolgt. Dieser Erfahrungsschatz habe ihr später im Berufsleben sehr geholfen.
Als sie ihre Laufbahn als Reporterin begann, trauten ihr manche Kollegen zunächst nicht zu, mit Bergleuten ins Gespräch zu kommen – sie gelte als „zu geschniegelt, zu blond“. Ihre Vorgesetzten habe sie jedoch schnell vom Gegenteil überzeugt. Die Jahre in der Gastwirtschaft hätten sie gelehrt, auf Menschen unterschiedlichster Herkunft zuzugehen und mit ihnen auf Augenhöhe zu sprechen.
Katja Burkard leidet unter Tinnitus
Seit 1997 prägt Katja Burkard die Sendung „Punkt 12“. Mit 40 fürchtete sie, nicht mehr fernsehtauglich zu sein. Kurz vor ihrem 50. Geburtstag suchte sie das Gespräch mit ihrem damaligen Chef Hans Mahr – der ihre Sorgen nicht teilte.
In ihn verliebte sie sich auch. Die Beziehung hielten beide zunächst monatelang geheim, bis eine Zeitung darüber berichtete. Die Stimmung im Büro nach der Veröffentlichung beschrieb Burkard später als sehr unangenehm.
Privat musste Katja Burkard viele Rückschläge verkraften. Nach einem Autounfall in ihrer Jugend leidet sie bis heute unter Tinnitus. Ihr Lispeln, über das sich zu Beginn ihrer Karriere teils amüsiert wurde, entwickelte sich später zu ihrem Markenzeichen. Inzwischen sei es ihr „total egal“, wie sie sagt. Irgendwann sagten die Chefs: „Egal. Es ist dein Markenzeichen. Dann war es so.“
Sie beschreibt sich heute als dankbar und rät ihrem früheren Ich zu mehr Selbstvertrauen und weniger Grübelei. Die Angst vor dem Scheitern habe sie abgelegt. (jag)

