Ostalgie bei „Das perfekte Dinner“ (VOX): Zum Auftakt in Potsdam serviert Saskia alias „Sassi“ die Lieblingsgerichte ihrer Kindheit. Für Konrad sind „Tote Oma“ und Sassis Hauptgang allerdings böse Erinnerungen aus der Schulkantine: „Ich habe ein Senfeier-Trauma.“ Wird er es lösen können?
„Kein Bock mehr“„Dinner“-Kandidatin verdonnert Gäste dazu, ihr beim Kochen zu helfen

Ein Feuerwerk an Coolness, Herzlichkeit und Postdamer Dialekt: Sassi (30) macht den Auftakt in Potsdam. (Bild: RTL)
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„Das perfekte Dinner“ zu Gast in Brandenburgs Hauptstadt - da weht ein Hauch von Ostalgie durch die Küche. Mittendrin ein echter Wirbelwind: Saskia (30), genannt „Sassi“, medizinisch-technische Fachangestellte mit Herz, Schnauze und einem Dialekt, der sofort für gute Laune sorgt. „Allet nach Jefühl!“ lautet ihr Motto.

Anna (45) und Konrad (34) freuen sich auf die „Dinner“-Woche in Potsdam. (Bild: RTL)
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Genauso kocht sie auch, nämlich Lieblingsgerichte aus ihrer Kindheit, für die vor allem ihr „Vati“ (“Ein echter Ost-Boy“) zuständig war. Und so besteht ihr Menü unter anderem aus mit Käse überbackenen Entenfleisch-Ragout Fin, eine laut Sassi „schicki“ Variation der klassischen Senf-Eier und Quarkkeulchen an Mascarpone-Creme mit Lemon Curd. Die Farbgebung: alle Facetten von goldgelb, ocker bis beige.
Motto: Ost-Klassiker neu interpretiert - Ein Abend mit Geschmack und Geschichte
- Vorspeise: Kleines Ragout mit Ost-Charme - Ente / Brühe / Käse / Brot
- Hauptspeise: Knusprige Panko-Eier auf Trüffel-Senfsoße, dazu Cremiges von der Kartoffel
- Nachspeise: Süße Ostalgie - Quarkkeulchen trifft cremiges Zitrönchen
„Wie damals - da hat man einfach genommen, was da war“

Kennen sich seit ihrer Schulzeit: Heute ist Sari Sassis Schnippelhilfe. (Bild: RTL)
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Schon beim Ankommen wird klar: Trotz der königlichen Umgebung in Potsdam geht es hier nicht allzu vornehm zu, stattdessen - so Sassis Hoffnung - „uffjelockert“, sprich: „locker, entspannt und nicht zu streng.“ Und ein bisschen wie früher: „DDR-Blumen-Gedöns“, Glühwein aus der Flasche, Kinderpunsch und Cola zum Aperitif auf „Balkonien“ - die Gastgeberin setzt auf Nostalgie statt Noblesse. Und verhehlt ihre Aufregung keineswegs: „Mir ist schlecht, ganz ittrig, und ick schwitze wie verrückt!“ Anna (45) hält Sassi beim Empfang gar für „eine aus dem Team“: „So entspannt im Hoodie!“

Zum Auftakt in Potsdam trifft sich die Potsdamer „Dinner“-Runde bei Saskia alias „Sassi“. (Bild: RTL)
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Kulinarisch wird's ... sagen wir: so authentisch wie Sassis Naturell. Zur Vorspeise sorgt ein auf den Punkt gebratener Fisch aus der Havel für Pescetarierin Anna - frisch von Sassis Freund Felix geangelt - für Neid bei den Fleischessern. Das Ragout Fin fällt nämlich nicht nur bei Bea (62) eher durch: „Ich habe ein Frikassee erwartet. Die Entenstücke waren hart und trocken.“ Da erinnert Konrad (34) an frühere Gegebenheiten: „Man damals in der DDR einfach genommen, was gerade da war.“
Beschäftigung für die Gäste: „Als wir das Ei gepellt haben, war es noch weich“
Zum Running Gag des Abends entwickeln sich die knusprig in Panko ausfrittierten Senfeier mit Trüffel. Lange kann Konrad seinem Trauma aus Grundschultagen (“Gab oft Senfeier zum Mittagessen“) nicht nachhängen - denn wie die anderne Gäste verdonnert ihn Sassi während einer logistischen Krise (“Kein Bock mehr“) dazu, ihr beim Pellen der Eier zu helfen. Ob das so geplant war?
„Ich dachte: Meint sie das ernst?“, wundert sich Konrad. Die Pell-Runde ist eher aus der Not geboren, denn Sassi hinkt dem Zeitplan hinterher: „Dass mir so ein Fail passiert, hätt' ick nich jedacht.“ Trotzdem: Das „lecker Knusper-Ei“ überrascht positiv, irgendwo zwischen schick und bodenständig - wenn auch für Anna und Pauline (40) innen zu hart: „Als wir das Ei gepellt haben, war es noch weich.“ - „Eine gute Balance aus Senf und Trüffel“, lobt Bea (62).
Zum Dessert gibt es Quarkkeulchen. „Mir ist nüscht anderes eingefallen“, gibt Sassi ehrlich zu. Doch genau diese Unverblümtheit kommt an. Sie nennt sie „kartofflige Eierkuchen in dick, wie von Vati, nur fresher, moderner“ - Kindheitsküche pur. Pauline begeistert allerdings vor allem die Mascarpone-Creme mit Lemon Curd: „Eine 10 von 10.“
Ganz so viele Punkte werden es am Ende nicht, sondern insgesamt 30 - für einen Abend, der vielleicht nicht perfekt war, aber geliefert hat, was Sassi versprochen hatte: Gefühl, Charakter, eine ordentliche Portion Ostalgie und die Auflösung von Konrads Senfei-Trauma (“War anders als damals in der Schule“). Oder, wie Sassi ihr Dinner beschließt: „Ick gloob, dat ham wa!“ (tsch)