Sie war Astronautin, kandidierte als Präsidentin und startete zuletzt (mal wieder) als Filmheldin durch: Wir präsentieren die kuriosesten und spannendsten Fakten rund um die legendäre Spielzeug-Puppe.
Kult-BlondineDiese deutsche Puppe war das Vorbild für Barbie

Blond, wunderschön, eine Inspiration für Generationen junger Mädchen: „Barbie“ (Mittwoch, 13. Mai, 20.15 Uhr, RTL) ist seit über sechs Jahrzehnten nicht aus den Kinderzimmern wegzudenken. (Bild: RTL / 2023 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved)
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Das Vorbild aus Deutschland: „Barbie“-Erfinderin Ruth Handler ließ sich von der „Bild-Lilli“ inspirieren. (Bild: Mattel GmbH)
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Blondes Haar, lange Beine, etwas über 29 Zentimeter groß: Wer eine Barbie sieht weiß sofort, worum es geht. Seit über 60 Jahren ist die Modepuppe nicht aus den Kinderzimmern junger Mädchen wegzudenken. Die Markenbekanntheit in Deutschland liegt angeblich bei 100 Prozent. Und spätestens seit dem weltweiten Kinoerfolg von „Barbie“ (2023) erreichte der Hype um die berühmteste Puppe der Welt einen neuen Höhepunkt.

Das Original, die Nummer eins: 1959 kam die allererste Barbie auf den Markt, der Preis lag damals bei drei US-Dollar. (Bild: Getty Images/Gabe Ginsberg)
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Nun läuft die doppelbödige Komödie mit Margot Robbie und Ryan Gosling am Mittwoch, 13. Mai um 20.15 Uhr bei RTL im Free-TV - und liefert den perfekten Anlass für einen Blick auf eine Figur, die seit Jahrzehnten fasziniert, polarisiert und Milliarden umsetzt. Denn Barbie ist viel mehr als ein Spielzeug. Sie ist Popkultur, Projektionsfläche und ein globales Phänomen - mit deutschen Wurzeln.
Barbies Wurzeln liegen in Deutschland

Sie war so etwas wie Barbies Mutter: Ruth Handler gründete mit ihrem Gatten Elliott bereits 1945 die Firma Mattel, die anfangs noch Bilderrahmen und Modeschmuck produzierte. (Bild: Michael Williams/Getty Images)
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Barbie kandidierte bereits mehrfach für das Amt als US-Präsidentin. Die erste entsprechende Edition kam 1992 auf den Markt. (Bild: Getty Images)
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Als Barbie am 9. März 1959 erstmals vorgestellt wurde, kostete sie gerade einmal drei US-Dollar. Ihr vollständiger Name klingt dabei erstaunlich offiziell: Barbara Millicent Roberts. Erfunden wurde sie von Ruth Handler, Mitgründerin von Mattel, die während eines Schweiz-Urlaubs die deutsche Puppe „Lilli“ entdeckte - und sofort ihr Potenzial erkannte. Anders als die damals üblichen Babypuppen stellt „Lilli“ eine selbstbewusste erwachsene Frau dar, modisch gekleidet und mit austauschbarer Garderobe. Für Handler war schnell klar: Genau dieses Konzept könnte auch den amerikanischen Spielzeugmarkt erobern.
Und das tat sie - eben weil sie mehr war als nur ein Kinderspielzeug. Barbie orientierte sich an aktuellen Modetrends, ihre Outfits lehnten sich in den 1960er-Jahren sogar an den Stil von Jacqueline Kennedy Onassis an. Die ersten zwei Jahre verbrachte Barbie allein - bis 1961 Ken auf den Plan trat. Auch er bekam seinen Namen aus dem Familienalbum der Handlers: Kenneth, Ruths Sohn, wurde zum Namensgeber.

2003 wurde eine von Juwelieren gestaltete „Boucheron“-Barbie (Bild) für 23.000 Euro versteigert. (Bild: Getty Images/Pascal Le Segretain)
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Doch selbst im Puppenuniversum läuft nicht immer alles glatt: 2004 verkündete Mattel offiziell die Trennung des Traumpaares - ein Schock für Fans weltweit. Zwischenzeitlich trat mit Blaine, einem australischen Surfer, ein neuer Mann in Barbies Leben. Seit 2011 sind Barbie und Ken aber wieder offiziell vereint.

Der schmale lange Hals, die dürren langen Beine, die generell superschlanke Figur: Barbies Körpermaße werden immer wieder kontrovers diskutiert (und oft kritisiert). (Bild: Getty Images/Ian Waldie)
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Wer Barbie auf Äußerlichkeiten reduziert, unterschätzt sie gewaltig. Bereits 1965 flog sie als Astronautin ins All - vier Jahre vor Neil Armstrongs Mondlandung. Überhaupt hat Barbie im Lauf ihrer Karriere rund 250 Berufe ausgeübt: Ärztin, Präsidentin, Pilotin, Rockmusikerin - kaum ein Job, den sie nicht schon gemacht hätte. Ihre erste Präsidentinnen-Version erschien 1992. Man könnte sagen: Barbie war politisch ambitioniert, lange bevor es selbstverständlich wurde.
Barbies sind heute auch Sammlerobjekte

Seit den 80er-Jahren kommen regelmäßig verschiedene „ethnische Barbies“ auf den Markt. (Bild: Lawrence Lucier)
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Nicht der erste „Barbie“-Film, aber der bislang mit Abstand größte. Regisseurin Greta Gerwig inszenierte „Barbie“ (Mittwoch, 13. Mai, 20.15 Uhr bei RTL) als doppelbödige Komödie mit großem Budget (145 Millionen Dollar) und Star-Besetzung. (Bild: 2022 Warner Bros. Entertainment Inc. / Jaap Buitendijk)
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Zum Barbie-Kosmos gehören längst nicht mehr nur Puppen. Kleidung, Möbel, Videospiele, Fitnessprodukte - inzwischen existieren Barbie-Produkte in mehr als 50 Kategorien. Ein Dauerbrenner ist seit 1962 das berühmte Dreamhouse. Bis heute wird statistisch alle zwei Minuten irgendwo auf der Welt eines verkauft. 2013 konnten Fans in Berlin sogar eine begehbare XXL-Version erleben - natürlich in kompromisslosem Pink. Apropos Pink: Das ikonische Barbie-Pink ist inzwischen sogar rechtlich geschützt.
Die erste Barbie kostete drei Dollar - heute erzielen manche Modelle astronomische Summen. 2003 wurde eine von Juwelieren gestaltete „Boucheron“-Barbie für 23.000 Euro versteigert. Die bislang teuerste Barbie entstand 2010 in Zusammenarbeit mit Designer Stefano Canturi. Ihr Diamantschmuck machte sie rund 345.000 Euro wert. Aber auch „normale“ Barbies werden inzwischen zu Höchstpreisen gehandelt. Die „De Beers 40th Anniversary Barbie“ aus dem Jahr 1999 soll knapp 100.000 Euro wert sei, eine Original-Vintage-Barbie aus dem Jahr 1959 wurde mit 29.000 Euro gehandelt.
Unmenschliche Proportionen: Barbie wäre nicht lebensfähig
So ikonisch Barbie ist - ihre Figur sorgt seit Jahrzehnten für Diskussionen. Die extrem langen Beine, die schmale Taille, der winzige Oberkörper: Wissenschaftler kamen bei einer Untersuchung zu einem drastischen Schluss. Eine echte Frau mit exakt diesen Proportionen wäre nicht lebensfähig. Ein zentrales Problem: Der Unterleib böte nicht genug Platz für lebenswichtige Organe. Kritiker sehen darin seit langem ein unerreichbares Schönheitsideal. Mediziner sprechen sogar vom sogenannten „Barbie-Syndrom“, wenn Menschen versuchen, diesem Aussehen um jeden Preis nachzueifern.
Lange war Barbie vor allem blond und hellhäutig. Seit den 1980er-Jahren reagierte Mattel darauf mit verschiedenen „ethnischen Barbies“, inzwischen gibt es zahlreiche Varianten mit unterschiedlichen Hautfarben und kulturellen Hintergründen. Auch religiöse Vielfalt wurde später Thema: Nachdem Barbie in manchen muslimischen Ländern stark kritisiert wurde - in Saudi-Arabien war sie 2003 zeitweise sogar verboten - brachte Mattel schließlich auch eine Barbie mit Hidschab auf den Markt.
Barbie war schon vor dem aktuellen Kinohit Leinwandstar: Seit 2001 entstanden rund 40 Barbie-Filme. Doch erst Greta Gerwig gelang mit ihrem Realfilm der ganz große Wurf. Mit einem Budget von 145 Millionen Dollar spielte Barbie weltweit mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar ein - und wurde damit zum erfolgreichsten Kinofilm des Jahres 2023. (tsch)