Angela scheitert am Finalabend der „Das perfekte Dinner“-Woche in Bamberg an ihren eigenen Erwartungen. Zu viele Komponenten im Menü sorgen für übermäßig lange Wartezeiten, die die Gäste mit Brot und Alkohol überbrücken ...
Lange Wartezeiten sorgen beim „perfekten Dinner“ für Unmut„Stell dir das im Restaurant vor“

Mit dem Dessert fällt die Anspannung, doch Angela hadert mit ihrem Zeitmanagement. (Bild: RTL)
Copyright: RTL
Hundetrainerin Angela (52) wohnt mit Mann, zwei Söhnen und fünf Hunden in Stegaurach. Dass die Halbitalienerin das finale „perfekte Dinner“ ausrichten darf, empfindet sie als „eine große Ehre und natürlich auch eine kleine Bürde“. Auf jeden Fall hat sie sich für ihr Menü viel vorgenommen, hinzu kommen noch die fleischlosen Varianten für Lui (31) und die schweinlose Alternative für Ragil (34). Unter dem Motto „Die Konzentration auf das Wesentliche“ gibt es:
- Vorspeise: Aus dem Wasser - Jakobsmuschel / Thunfisch / Lachs
- Hauptspeise: Aus Feuer und Erde - Presa / Zwiebel / Bamberger Hörnla
- Nachspeise: Aus der Luft - Birne PX / Kompott / Mousse / Haselnuss-Crumble

Die vollausgestattete Outdoor-Küche von Angela (rechts) hinterlässt bei (von links) Schorsch, Mathias, Ragil und Lui Eindruck. (Bild: RTL)
Copyright: RTL
Während der Vorbereitungen erzählt Angela ihre spannende Lebensgeschichte: „Ich wurde mit zwei Jahren adoptiert. Ich hatte ganz tolle Adoptiveltern, die selber keine Kinder kriegen konnten.“ Als Tochter einer Süditalienerin kam sie in Deutschland zur Welt: „Meine Mutter war 15, als sie mich bekommen hat, deshalb bin ich auch adoptiert worden.“ Mit 16 wollte Angela mehr über ihre leibliche Mutter herausfinden: „Ich habe im Telefonbuch tatsächlich meine Großmutter gefunden.“ Seitdem habe sie wieder Kontakt. „An meiner ersten Hochzeit saßen meine beiden Mamas auch nebeneinander und haben gemeinsam geweint in der Kirche“, erzählt sie. „Ich bin beiden dankbar.“
Veggie-Alternative besser als das Original

Angela hat sich für den Abend sehr viel vorgenommen. Vielleicht zu viel. (Bild: RTL)
Copyright: RTL
In der vollausgestatteten Outdoor-Küche stoßen die Gäste mit dem Aperitif auf den letzten gemeinsamen Abend an. Nebenbei legt Angela das Fleisch zum langsamen Garen auf den Grill. Ragil schaut anderen gerne beim Kochen zu: „Fand ich sehr, sehr schön.“ Mathias (40) hätte gerne auch so eine komfortable Kochnische: „Bitte bei mir in den Garten.“

Die Gäste trinken sich die Wartezeit auf die Vorspeise schön. (Bild: RTL)
Copyright: RTL
Die Vorspeise besteht aus Jakobsmuscheln auf Safran-Schäumchen, Thunfischtatar und gebeiztem Lachs in Austern-Velouté. Für Lui hat sich Angela Salatherz auf Koriandersoße mit gebeiztem Eigelb überlegt. All das braucht seine Zeit. „Es hat eine Stunde und zehn Minuten gedauert bis zur Vorspeise vom Aperitif an“, schaut Mathias genau auf die Uhr. „Wir haben das Brot aufgegessen und es waren zwei Weinflaschen“, überbrücken die Gäste die Wartezeit mit dem, was zur Verfügung stand.
Angela entschuldigt sich: „Es waren doch ein bisschen viele Komponenten zum Vorbereiten.“ Für Lui hat sich das Warten gelohnt: „Die Vorspeise war echt der Hammer.“ Die Veggie-Alternative wäre Mathias und Schorsch (50) lieber gewesen, stellen sie nach dem Verkosten fest: „Die beste Komponente war mit dem gebeizten Ei.“
Mathias redet sich in Rage: „So ein Quatsch“

Mathias gewinnt die Bamberg-Woche deutlich mit 37 Punkten. (Bild: RTL)
Copyright: RTL
Auch der langsam gegrillte Schweinenacken mit speziellen Bamberger Kartoffeln braucht eine Weile, deshalb will Angela schon mal den vegetarischen Jackfruit-Hackbraten für alle servieren. Warum sie nicht einfach das Fleisch schneller grillt als geplant, kann Mathias nicht nachvollziehen: „Ich könnte mich jetzt in Rage reden, weil das hat so wenig Sinn.“
Als Gastro-Experte spricht er aus Erfahrung: „Stell dir das im Restaurant vor. Das wäre nur Reklamation. Das ist so ein Quatsch.“ Das dämmert auch Angela am Grill, deshalb beschließt sie: „Bevor meine Gäste noch länger warten und total unleidig werden: Wir richten jetzt einfach an.“ Sie kehrt zu den Gästen zurück: „Ich danke euch für eure Geduld.“ Mathias lallt: „Wir sind einfach strunzendicht.“
Die in Essig eingelegten Birnen sind wenigstens schnell servierbereit. „Freust du dich, dass du es geschafft hast?“, fragt Lui die Gastgeberin. Die hadert noch immer mit ihrem Zeitmanagement: „Ich würde die Zeit noch mal gerne zwei Stunden zurückdrehen.“ Das Kompott ist jedoch Geschmackssache. „Man hat mehr Essig durch geschmeckt als die Birne selber“, findet Schorsch. Dafür lobt Mathias die Mousse: „Geschmacklich war das für mich der Bringer des Abends.“
Verdammt langer Abend
„Der heutige Abend war lang. Verdammt lang“, fasst Schorsch zusammen. Lui honoriert Angelas „Herzblut“ und meint: „Sie hat sich selber glaube ich so ein bisschen im Weg gestanden.“ Am Ende des Abends reflektiert Angela unter Tränen: „Der Ehrgeiz an mich selber, perfekt abzuliefern, den habe ich halt nicht erfüllen können.“ Die 30 Punkte reichen nicht zum Sieg, den hat sich ganz klar Mathias verdient. (tsch)