Nach enttäuschenden Olympischen Spielen will es die Eishockeynationalmannschaft bei der anstehenden Weltmeisterschaft in der Schweiz besser machen. Ex-Nationalspieler und -trainer Uwe Krupp warnt jedoch vor zu hohen Erwartungen.
NHL-Legende Uwe Krupp bremst vor der Eishockey-WM die Erwartungen„Sind ein bisschen verwöhnt“

„Das Viertelfinale sollte nach wie vor Schritt eins für die deutsche Nationalmannschaft sein“, erklärt Ex-NHL-Star Uwe Krupp im ProSieben-Interview. (Bild: Joyn / ProSieben / Theis Poulsen)
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Die Enttäuschung war bei Eishockey-Fans nach den Olympischen Spielen groß: Trotz namhafter NHL-Stars war für die deutsche Nationalmannschaft schon im Viertelfinale Schluss. Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz (15. Mai bis 31. Mai) soll es nun besser laufen.
Ex-Nationaltrainer Uwe Krupp (derzeit Trainer beim Zweitligisten EV Landshut), der als Experte bei „ran Eishockey live: WM 2026“ auf ProSieben dabei ist, bremst die Erwartungen im Sender-Interview jedoch: „Ein erfolgreiches Abschneiden wäre richtig top. Aber wir sind ein bisschen verwöhnt“, erklärt der ehemalige NHL-Star. Bei den Olympischen Spielen 2018 und bei der Weltmeisterschaft 2023 hatte die Mannschaft jeweils Silber gewonnen.
Expertenkollege und Ex-Nationalspieler Stefan Ustorf (Sportdirektor Nürnberg Ice Tigers) ordnet die durchwachsenen Ergebnisse im Vergleich dazu im ProSieben-Interview ein: „Dieses Auf und Ab ist für Nationen wie uns die Realität. Wir dürfen nicht den Fehler machen, Dinge überzubewerten. Positiv wie negativ.“
Verstecken müssen sich die Deutschen dennoch nicht, findet er: „Wir sind unter den Top 8 Nationen der Welt. Da gehören wir hin. Dass wir bei einer Weltmeisterschaft oder bei Olympia auch mal um eine Medaille spielen können, sollte niemanden überraschen. Aber es wäre komplett falsch, das zu erwarten.“
Bundestrainer Harold Kreis: „Jeder muss seinen Beitrag leisten“
„Das Viertelfinale sollte nach wie vor Schritt eins für die deutsche Nationalmannschaft sein. Aber ein Halbfinale würde uns natürlich guttun, keine Frage“, sagt der 60-Jährige. Auch für den vielkritisierten Bundestrainer Harold Kreis ist das Erreichen der Endrunde das Ziel. Dafür muss sich die Mannschaft unter anderem mit den USA, Finnland und den Eidgenossen aus der Schweiz messen. Vor allem letzteres werde ein „wegweisendes Spiel“, ist Krupp überzeugt: „Die Schweizer tun sich in der Regel unglaublich schwer gegen Deutschland. Warum, das weiß kein Mensch.“
Seit Montagfrüh, 11. Mai, steht der finale Kader für die Weltmeisterschaft. Mit dabei sind neben sechs frisch gebackenen Deutschen Meistern der Eisbären Berlin auch die NHL-Stars Phillip Grubauer (Seattle Kraken) und Moritz Seider (Detroit Red Wings) sowie Joshua Samanski. Der 24-Jährige absolvierte in dieser Saison bei den Edmonton Oilers an der Seite von Leon Draisaitl seine ersten Spiele in der besten Eishockeyliga der Welt. Anders als bei Olympia sollen nicht nur sie die Verantwortung tragen, sondern die Aufgaben „sich auf alle Schultern und alle Teambereiche verteilen“, versichert der Bundestrainer im ProSieben-Interview: „Jeder muss seinen Beitrag leisten.“
Für die Mannschaft geht es am Freitag, 15. Mai, um 16.20 Uhr in Zürich los. Dann steht das Spiel gegen die finnische Auswahl auf dem Plan. Die Spiele der deutschen Eishockeynationalmannschaft sowie ausgewählte Partien der anderen Nationen sind auf ProSieben, ProSieben MAXX und im Livestream Joyn und ran.de zu sehen. Auch der Pay-TV-Sender MagentaSport zeigt die deutschen Spiele sowie weitere Highlight-Partien. Alle Spiele der Eishockey-WM sind beim Online-Sportsender Sporteurope.TV nach Abschluss eines Abos zu sehen. (tsch)