Wer schön sein will, muss leiden. Die Schönheitsideale mögen sich über die Jahre gewandelt haben, das alte Sprichwort behielt seine Gültigkeit. Auch für Melody Haase. Der Realitystar hat auf der Suche nach dem perfekten Körper schon etliche Eingriffe und Schmerzen hinter sich.
Realitystar Melody Haase spricht über intimsten Beauty-Eingriff„Männer hat es nie gestört“

Wer schön sein will, muss leiden. Dem Sprichwort - und dem Traum von der optimalen Schönheit - folgt auch Realitystar Melody Haase. (Bild: ZDF/Harald Schmuck)
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„Wenn man optisch up to date sein möchte, muss man alle fünf Jahre anders aussehen“, sagt die Fitnessinfluencerin Paula Ahmadi (25, rund 95.000 Instagram-Follower, 50.000 bei TikTok). Sie hat ihr Leben dem Streben nach dem perfekten Körper untergeordnet. Damit ist sie nicht allein.
In der ZDF-Dokumentation „Jung und schön: Projekt Körper“ kommt auch Manuel Gajos (34) zu Wort, der nicht einmal ein neues Duschgel kaufen würde, ohne es vorher mit einer App genauestens auf Inhaltsstoffe zu analysieren. Und auch die ehemalige DSDS-Teilnehmerin Melody Haase (32), die zuletzt bei „Promi Taste“ Platz acht erbrutzelte, berichtet über ihr rastloses Streben nach der - subjektiv - perfekten Optik. Und von Rückschlägen, Zweifeln und Unsicherheit.
Melody Haase hatte schon früh zu viel „Körpergefühl“, und zwar ein zu selbstkritisches. „Ich schämte mich für meinen Körper, für jede gewachsene Kurve.“ Das äußerte sich in skurril erscheinenden, für den damaligen Teenie aber dramatischen Situationen: „Meine kleine Schwester musste mich im Urlaub an den Pool mit dem Handtuch begleiten.“ In dem sie, Melody eingewickelt war, damit sie erst im allerletzten Moment und so kurz wie möglich vor dem Sprung ins Wasser, den Körper, den ungeliebten, „enthüllen“ musste.
Vieles an Melodys Einstellung und Körper hat sich geändert. Ihre Kurven zum Beispiel liebt sie jetzt. Sie fügte sogar ein paar künstliche hinzu. Größere, wie jene, bei denen der Po mit Eigenfett und äußerst risikoreich vergrößert wird. Und kleinere, wie bei regelmäßigen Botox-Einspritzungen in der Stirn oder den Lippen (Lip-Flip).
Geständnis der Schönheitssuchenden: „Ich habe mich so gehasst“

So wurde Melody Haase bekannt: 2014 trat sie bei „Deutschland sucht den Superstar“ an und erreichte die Liveshows und am Ende Platz elf. (Bild: 2014 Getty Images/Andreas Rentz)
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Und auch ein paar gemeinhin unsichtbare Eingriffe hat sie hinter sich. Damals, bei der zweiten Po-Pimpung, hat sie sich auch „im selben Atemzug noch die Schamlippen abschneiden lassen. Die waren mir nämlich zu groß. Da habe ich mich ein bisschen geschämt.“ Einen konkreten Anlass, also Urteile von Außenstehenden, gab es nicht. „Männer haben sich nie an meinen Schamlippen gestört.“
Jeder Mensch will glücklich und zufrieden sein. In der Welt, in der Social Media und Modezeitschriften die „perfekte Schönheit“ präsentieren, streben viele danach, mitzuhalten. Auch perfekt zu sein. Natürlich mit einem aus Selbstzweifeln und Minderwertigkeitskomplexen gespeisten Ehrgeiz.
Wie Ahmadi bestätigt. Sie legte einst sogar eine Instagram-Pause ein, weil sie die vorgegaukelte Perfektion nicht mehr mit dem eigenen Spiegelbild in Einklang bringen konnte. „Ich habe mich so gehasst!“ Sie sagte sich, dass sie niemals als so schön empfunden werden könne. Die Social-Media-Askese hielt nicht lange. Mittlerweile hat sie den radikal anderen Weg gewählt: Sie ist Fitfluencerin geworden und muss fit, gesund und toll bleiben - um Follower und vor allem Kooperationspartner zufriedenzustellen. Und sich selbst.
Wenn's schön macht, ist auch Schneckenschleim willkommen
Manuel Gajus ist zum leidenschaftlichen Selbstoptimierer geworden, achtet akribisch auf Fitness, Schönheit und Ernährung. Immerhin hat er das Lebensziel zum Beruf gemacht und ist Fitness- und Ernährungscoach geworden. Dass er seinen Kunden mit bestem Beispiel vorangehen muss, versteht sich da von selbst. „Ich habe eine Vorbildfunktion.“ Außerdem: „Mit einem schönen, gepflegten Äußeren hat man direkt bessere Karten.“
Gajus' Ziel: „Ich möchte geistig und körperlich fit sein und auch im hohen Alter noch nen Marathon laufen.“ Er ist mit sich und seiner von Zink-Pillen, Botox-Injektionen, Nahrungsergänzungsmitteln, Omega 3 und Schneckenschleim-Hautkuren im Reinen. „Ich habe eine gute Balance gefunden. Ich bin sehr zufrieden.“
Das sind Paula Ahmadi und Melody Haase nicht immer. Der Zweifel steht bei jeder Ganzkörperansicht im Spiegel daneben, registriert jede Gewichtszunahme. Melody hat mal fast 30 Kilo abgenommen. Trotzdem sagt sie, dass sie es damals wahrscheinlich nicht aufs Cover eines Männermagazins geschafft hätte.
„Wenn die 30 überschritten sind, muss man sich mehr kümmern“
Es ist der Wunsch zu gefallen, der Melody Haase (und andere) antreibt. Anderen Menschen, vor allem aber sich selbst. Sie habe ein bisschen Angst vorm Altern, gibt sie zu. Und jetzt, „da die 30 überschritten sind, muss man sich einfach mehr kümmern“. Und wenn der Körper das nicht alleine schaffe, dann „muss ich ein bisschen ankurbeln“.
„Jung und schön: Projekt Körper“, die 30-minütige Doku von Lara Heinemann, Eva Knäusl und Anna Pflüger, ist in der ZDF-Mediathek zu sehen und am Samstag, 13. Juni, um 17.35 Uhr im ZDF. (tsch)