Vor 30 Jahren kämpfte Helen Hunt im Katastrophendrama „Twister“ um ihr Leben. In den letzten Jahren wurde es ruhiger um die Oscar-Preisträgerin. Wir blicken auf die Anfänge ihrer Karriere und verraten, wie es hier heute geht.
So sah Oscar-Preisträgerin Helen Hunt früher aus

Mit „Twister“ (Szene mit Bill Paxton) hatte Helen Hunt vor 30 Jahren ihren Leinwand-Durchbruch. (Bild: Universal)
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Helen Hunt stand schon als Kind vor der Kamera. Erste Erfolge feierte sie in den 1970er-Jahren. Der Durchbruch kam aber erst in den 1990-ern mit der Sitcom „Verrückt nach ihr“. (Bild: IMAGO / Globe Entertainment)
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Sie rennen und rennen und können ihm am Ende doch nicht entrinnen. Helen Hunt und Bill Paxton spielen im Katastrophenfilm „Twister“ das Noch-Ehepaar JoAnne (Helen Hunt) und Bill Harding (Bill Paxton), deren Beziehung nur noch von ihrem gemeinsamen Interesse zusammengehalten wird. Dem Interesse, endlich einen Weg zu finden, das verheerende Naturbiest Tornado in die Schranken zu weisen. In ihrem ruhelosen Bestreben sehen sich die beiden zuletzt - die Hollywood-Dramaturgie schreibt das vor - in einem tödlichen Wettkampf gegen einen besonders mächtigen Wirbelwind. Der Twister macht Jagd auf sie, und mit letzter Kraft finden JoAnne und Billd Unterschlupf in einem Schuppen, aber auch darüber wird Monster Natur hinwegfegen.

Dank „Verrückt nach dir“ gehörten die Hauptdarsteller Helen Hunt und Paul Reiser zu den größten TV-Stars der 1990er. (Bild: Sony Pictures)
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Als „Twister“, diese filmische Feier von Mensch und Menschheit, vor genau 30 Jahren in den Kinos erschien, waren die beiden Hauptdarsteller längst Stars in Hollywood. Der 2017 verstorbene Bill Paxton hatte sich durch seine Zusammenarbeit mit James Cameron einen Namen gemacht, in dessen Action- und Science-Fiction-Filmen er zwar nie eine Hauptrolle spielte, jedoch oft als komischer Sidekick zum Einsatz kam (“Aliens - Die Rückkehr, „True Lies - Wahre Lügen“). Helen Hunt hatte sich ebenfalls als Komikerin etablieren können. Mitte der 1990er-Jahre, als „Twister“ erschien, stand sie mit „Verrückt nach dir“, einer der erfolgreichsten Sitcoms jener Tage, auf dem Zenit ihrer Karriere. Dennoch sollte der Tornado-Film bedeutsam sein für ihre Karriere.
Helen Hunts erste Schritte als Schauspielerin

Besser konnte die Karriere von Helen Hunt in den 1990ern nicht laufen: Für die Tragikomödie „Besser geht's nicht“ wurde sie mit einen Oscar ausgezeichnet. (Bild: ZDF/ARD Degeto/TriStar Pictures, inc)
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Ihre ersten Schritte als Schauspielerin machte die Tochter einer Fotografin und eines Zeichentrick-Regisseurs schon als Kind. In den 1970er-Jahren spielte Hunt kleinere bis größere Rollen in TV-Filmen und Serien, darunter „Die Sieben-Millionen-Dollar Frau“ und „Eine amerikanische Familie“. Auffällig oft landete sie im Komödienfach. In der kurzlebigen Sitcom „Die Schweizer Familie Robinson“ (1975-1976) spielte sie eine Hauptrolle, genauso in der ebenfalls nach nur einer Staffel eingestellten Comedy-Serie „It Takes Two“ (1982-1983). Der endgültige Durchbruch sollte sich aber erst mit „Verrückt nach dir“ einstellen. Die Sitcom über die turbulente Beziehung eines Ehepaars brachte der Hauptdarstellerin an der Seite Paul Reisers vier Emmys und genauso viele Golden Globes ein.
Lange musste sich Hunt auch zu einer Kinogröße durchkämpfen. An Gelegenheiten hatte es nicht gemangelt. 1985 stand sie neben Sarah Jassica Parker in der Teenie-Komödie „Lipstick & Icecream“ vor der Kamera, ein Jahr später war sie in Francis Ford Coppolas „Peggy Sue hat geheiratet“ zu sehen und 1988 in „Der letzte Outlaw“ mit Richard Gere. Als ihr mit „Twister“ der Aufstieg zum Leinwand-Star endlich gelang, widerstand sie fortan der Action-Blockbuster-Verlockung, um lieber in kleineren Produktionen mitzuwirken.

Zuletzt hatte Helen Hunt eine wiederkehrende Rolle als Tv-Produzenttin der HBO-Max-Comedyserie „Hacks“. (Bild: HBO Max)
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Meist waren es Komödien, in denen sie das Thema von „Verrückt nach dir“ weiter auslotete: die Hochs und Tiefs in der Beziehung zwischen Mann und Frau. Beste Beispiele: „Was Frauen wollen“, wo sie es mit Möchtegern-Frauenversteher Mel Gibson zu tun bekam. Oder die Tragikomödie „Besser geht's nicht“ mit der Oscar-gekrönte Rolle einer Kellnerin, die sich in einen neurotischen Schriftsteller (Jack Nicholson) verliebt.
Schönheitszwang? Helen Hunt will nicht mehr „mitspielen“

So sieht Helen Hunt heute aus: Mit 62-Jahren lebt sie glücklich mit ihrem Lebensgefährten Jeffrey Nordling. (Bild: 2026 Getty Images/Aurore Marechal)
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In den letzten Jahren war es etwas ruhiger geworden um Helen Hunt. Größere Schlagzeilen als mit ihren rarer gewordenen Rollen, meist in Serien, schrieb die heute 62-Jährige zuletzt mit privaten Hochs und Tiefs. 2017 zerbrach ihre langjährige Beziehung zu Produzent Matthew Carnahan, mit dem sie eine Tochter hat. Fünf Jahre später kam sie mit dem Schauspieler Jeffrey Nordling zusammen, der schon in den 1980-ern ihr Partner war. Verheiratet war sie seit ihrer Kurzzeitehe mit Schauspieler Hank Azaria (1999-2000) allerdings nie mehr.
Aufsehen erregte Hunt zuletzt mit ihrer Kritik am Schönheitszwang in der Unterhaltungsbranche. „Es schien unmöglich, sich nicht das Bild zu verinnerlichen, wie man auszusehen hat. Und es gab ein gewisses Maß an Elend und Scham, wenn man nicht so aussah“, sagte sie 2025 in einem Interview mit „Flow Space“. Nachdem sie erkannt habe, dass der Druck „dein Leben ruinieren kann“, habe sie beschlossen, nicht mehr „mitzuspielen“. (tsch)