Abo

„Sollte ich nie wieder sagen“Joko bereut bei „Wer stiehlt mir die Show?“ verhängnisvollen Satz

4 min
Immer einen lockeren Spruch auf den Lippen: Joko Winterscheidt, der (Noch-)Moderator seiner Show, pflegt einen offenherzigen Umgang mit seinen Gästen. Nur im Finale rächt sich das diesmal. (Bild: Joyn/Florida TV / Julian Mathieu)

Immer einen lockeren Spruch auf den Lippen: Joko Winterscheidt, der (Noch-)Moderator seiner Show, pflegt einen offenherzigen Umgang mit seinen Gästen. Nur im Finale rächt sich das diesmal. (Bild: Joyn/Florida TV / Julian Mathieu)

Es ist ein Abend, der den ohnehin extrem hohen Grad an Originalität bei „Wer stiehlt mir die Show?“ noch mal auf ein neues Level hebt - mit diesmal besonders ausgefallenen Spielideen und bestens aufgelegten Kandidaten. Ausgerechnet im Finale begeht Joko Winterscheidt allerdings einen folgenschweren Fehler.

Jede neue Folge des modernen ProSieben-Quizklassikers „Wer stiehlt mir die Show?“ ist nicht nur ein Abend, von dem eine gewisse Sogwirkung aufs TV-Publikum ausgeht. Es entsteht auch ganz stark der Eindruck, dass alle Beteiligten an der Sendung großen Spaß daran haben. Das trifft natürlich auch auf den Moderator zu. Doch für Joko Winterscheidt wird es in der nun dritten Folge endgültig Zeit, seine geliebte Position als Showmaster zu verlieren. Grund dafür, sollte ein folgenschwerer Fehler Jokos ausgerechnet im Finale sein.

Bislang noch nicht ins Finale geschafft hat es Nico Santos. Der sympathische „The Voice of Germany“-Coach und erfolgsverwöhnte Popstar stapelt erst einmal tief und sagt zu Beginn: „Ich will nicht als erster rausfliegen.“ Die ehrgeizige Andrea Petkovic pflichtet ihm bei und hat sich eine neue Taktik überlegt: Joko mit Komplimenten zu überhäufen und sich so „einzuschmeicheln“.

Als der Moderator entgegnet, dass er von harter Kritik mehr angestachelt wird, als von Lob, schaltet sich der Show-Regisseur aus dem Off ein und teilt gegen Joko aus. Natürlich nur, um ihn zu motivieren ...

Andrea Petkovic zeigt starkes Schauspiel-Talent

Auf Schmeichelei spricht Joko angeblich nicht an. Er schätzt es lieber, hart kritisiert zu werden. Der Off-Sprecher lässt sich das nicht zweimal sagen und meldet sich über den Studiolautsprecher zu Wort. (Bild: Joyn/Florida TV / Julian Mathieu)

Auf Schmeichelei spricht Joko angeblich nicht an. Er schätzt es lieber, hart kritisiert zu werden. Der Off-Sprecher lässt sich das nicht zweimal sagen und meldet sich über den Studiolautsprecher zu Wort. (Bild: Joyn/Florida TV / Julian Mathieu)

Die wie immer ausgefallenen Spiele sind mal wieder ein großes Highlight der Sendung. So beispielsweise das Telefonstreich-Spiel „Hallo? Wer quizzn da?“. Es geht um Mut - und originelle Schauspielerei. Andrea Petkovic erhält gleich zweimal die Aufgabe, unter jeweils falschem Namen und mit verstellter Stimme zunächst einen Bekannten ihres Quiz-Kollegen Till Reiners, dann den Vater von Nico Santos - der einst in Deutschland als „Melitta-Mann“ Werbegeschichte schrieb - anzurufen.

Der Clou dabei: Ihre jeweiligen Gegenüber müssen 60 Sekunden lang in der Illusion gehalten werden, es mit Till beziehungsweise Nico zu tun zu haben. Um ihre Stimme zu verschleiern, entscheidet sich Andrea Petkovic geschickt für eine vorgetäuschte Husten-Erkältung. Dennoch fährt die ehemalige Tennisspielerin nicht genügend Punkte ein und muss sich nach der ersten Spielstufe schon verabschieden.

Danach folgt ihr Nico Santos in den „Walk of Shame“ - weil sich der Sänger kurz vor Ablauf der zweiten Gewinnstufe verzockt. Beim Spiel „Say Woooord“, bei dem Punkte eingesetzt werden müssen, um verdeckte Lösungswörter zu erraten, riskiert Nico viel. Blöd nur, wenn man die komplexen Wort-Rätsel dann trotzdem nicht lösen kann. Nico fliegt raus.

Witzige Spielidee: Andrea Petkovic muss mit dem Handy von Nico Santos bei dessen Vater anrufen - ohne, dass der merkt, wer wirklich am anderen Ende der Leitung ist. (Bild: Joyn/Florida TV / Julian Mathieu)

Witzige Spielidee: Andrea Petkovic muss mit dem Handy von Nico Santos bei dessen Vater anrufen - ohne, dass der merkt, wer wirklich am anderen Ende der Leitung ist. (Bild: Joyn/Florida TV / Julian Mathieu)

Eine echte Bereicherung für die Show ist mal wieder die Wildcard-Kandidatin. Julia, eine gebürtige Bochumerin, die in Wien arbeitet, schafft es bis ins Halbfinale. Dort zieht sie allerdings gegen Till Reiners den Kürzeren. Der ZDF-Komiker behält beim bekannten Lückentext-Teleprompter-Spiel „Da habe ich doch prompter die Antwort vergessen“ im Setting einer unheimlichen Geisterbeschwörung die besseren Nerven und zieht mit drei Münzen ins Finale ein.

Joko verplappert sich - Till Reiners triumphiert

Spätestens da hat der 41-jährige Duisburger mit dem breiten Grinsen alle Sympathien auf seiner Seite. Und tatsächlich schlägt sich Till Reiners - nach anfänglicher Nervosität - in der finalen Eins-zu-Eins-Phase gegen Showmaster Joko Winterscheidt großartig. Es ist ihm anzumerken, dass er siegen möchte. Deswegen setzt Till seine drei Spielmünzen auch taktisch klug ein. Spannend wird es, als die Frage nach dem berühmten Max-Frisch-Drama kommt, das den Namen des zwischen Spanien und Frankreichs gelegenen Zwergstaats trägt.

Till Reiners weiß die „Andorra“-Antwort. Aber weiß die auch sein Gegner? Joko kann punkten, macht dann aber einen entscheidenden Fehler. Er rühmt sich nämlich für einen Zufallstreffer - ausgerechnet auf den Feldern Geografie und Literatur, von denen er angeblich üblicherweise so wenig weiß, so sagt er.

Wenig später geht es ausgerechnet bei der letzten Frage - Ironie des Schicksals - wieder um Literatur. Es soll die Autorin von Romanen wie „Über Menschen“ und „Unter Leuten“ genannt werden. Till Reiners kennt die korrekte Antwort: die Schriftstellerin Juli Zeh. Und er hat aufgepasst und setzt entsprechend seine Münze ein, um Jokos Lösung aufzudecken. Die lautet - und dabei windet er sich - „Justus Jonas“. Viel zu spät kommt dem damit Besiegten die Einsicht: „Memo an mich: Ich sollte nie wieder in einem Finale sagen, dass ich keine Ahnung von Literatur habe.“

Till Reiners gewinnt und nimmt Joko erstmals in dieser Staffel die Show ab. Schon jetzt darf man gespannt sein, mit welchen witzigen Einfällen er seine Sendung gestalten wird, die dann in der kommenden Woche (Sonntag, 29. März, 20.15 Uhr) bei ProSieben ausgestrahlt wird. (tsch)