Tim Curry wird 80: Die bewegte Karriere des „Rocky Horror“-Stars
Mehr als nur Frank N. FurterKultstar Tim Curry wird 80 – ein Blick auf seine Karriere

Das Musical «The Rocky Horror Show» bescherte Tim Curry die Rolle seines Lebens - auf der Theaterbühne und im Kino. (Archivbild)
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Als Dr. Frank N. Furter wurde er zur Kultfigur. Zum 80. Geburtstag blickt Tim Curry auf eine außergewöhnliche Laufbahn zurück, die von einem schweren gesundheitlichen Einschnitt geprägt ist.
Tim Currys Mutter soll bereits bei seinem ersten Schauspielengagement schockiert gewesen sein. Überlieferungen nach saß Patricia Curry verlegen im Zuschauerraum, als ihr Sohn 1968 für das Musical „Hair“ unbekleidet auf der Bühne agierte. Einige Zeit danach dürfte sie abermals in Verlegenheit geraten sein, als er sich 1973 für die „Rocky Horror Show“ erstmalig geschminkt, in Strapsen und mit Stöckelschuhen präsentierte. In der Figur des Dr. Frank N. Furter entdeckte Tim Curry, der am 19. April seinen 80. Geburtstag feiert, jedoch seine Paraderolle.
Richard O'Briens sexuell konnotiertes Musical galt im prüden Vereinigten Königreich der 1970er-Jahre als provokant. Damals konnte niemand vorhersehen, dass ein Werk über einen außerirdischen, bisexuellen Forscher in Damenbekleidung – „der Transvestit vom Planeten Transsexual aus der Galaxie Transylvania“ – zu einem globalen Phänomen avancieren würde, wie die „dpa“ meldet.
Durchbruch mit der „Rocky Horror Show“
Zur Welt kam der Darsteller und Sänger 1946 als Timothy James Curry in der Grafschaft Cheshire. Aufgrund der militärischen Laufbahn seines frühzeitig verschiedenen Vaters lebte er als Kind zeitweise in Hongkong. An der Universität von Birmingham absolvierte er ein Schauspielstudium. Ehe ihn sein „Hair“-Mitstreiter O'Brien für die „Rocky Horror Show“ verpflichtete, war er unter anderem bei der Royal Shakespeare Company engagiert.
Ihre Uraufführung erlebte die „Rocky Horror Show“ am 16. Juni 1973 vor lediglich 85 Anwesenden. Nach einem zögerlichen Beginn entwickelte sich die Produktion zu einem großen Erfolg. Als Dr. Frank N. Furter interpretierte Curry zwei Jahre danach den Song „Sweet Transvestite“ auch für die große Leinwand. Durch die Filmadaption „Rocky Horror Picture Show“ erlangte der Mann mit dem markanten Lächeln weltweite Bekanntheit, obwohl Curry dem Ruhm selbst wenig abgewinnen konnte. „Ich genieße das nicht“, äußerte er gegenüber dem „Guardian“, „aber ich spiele das Spiel mit.“
Bühnenkarriere und musikalische Versuche
Anfänglich war Curry vor allem in Fernsehproduktionen zu sehen und trat regelmäßig im Londoner West End sowie am New Yorker Broadway auf, unter anderem in Brechts „Dreigroschenoper“. Für seine Darstellung des Wolfgang Amadeus Mozart in der Broadway-Inszenierung von „Amadeus“ erhielt er eine Tony-Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller.
Außerdem unternahm er einen Ausflug in die Popmusik. Während sich der Soundtrack zur „Rocky Horror Picture Show“ millionenfach absetzte, blieben seine Soloalben – „Read My Lips“ (1978), „Fearless“ (1979) und „Simplicity“ (1981) – kommerziell erfolglos. Immerhin erreichte die Single „I Do The Rock“ die amerikanischen Charts.
Erfolge in Hollywood und als Stimme
Mit Beginn der 1980er-Jahre fasste er auch im Filmgeschäft Fuß. Er hatte Rollen in John Hustons Musicalverfilmung „Annie“ und der Kriminalkomödie „Alle Mörder sind schon da“. In Ridley Scotts „Legende“ (1985) an der Seite von Tom Cruise verkörperte er den Herrn der Finsternis in einer aufwendigen Kostümierung. Mittlerweile wird das Fantasy-Werk als Kultfilm verehrt.
Gegen Ende der 1980er-Jahre verlegte er seinen Wohnsitz in die Vereinigten Staaten. Während der 1990er-Jahre war er wesentlich öfter auf der Leinwand zu sehen, zumeist jedoch in unterstützenden Rollen. Unvergessen bleibt seine Darstellung des angsteinflößenden Clowns Pennywise in der Horror-Verfilmung „Stephen Kings Es“. Er wirkte zudem in Filmen wie „Jagd auf Roter Oktober“, „Kevin - Allein in New York“ und „Die drei Musketiere“ mit.
In der Folgezeit fokussierte er sich verstärkt auf seine Arbeit als Sprecher. Seine prägnante Stimme verlieh er zahlreichen Charakteren in Animationsfilmen, Kindersendungen und Videospielen, wofür er mehrere Auszeichnungen erhielt.
Weiterarbeit nach gesundheitlichem Rückschlag
Ein Schlaganfall im Jahr 2012, als Curry 67 Jahre alt war, führte zu einer teilweisen Lähmung, weshalb er auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Seinen Humor hat er sich jedoch bewahrt. „Am Tag vor dem Schlaganfall hab ich drei Schachteln geraucht“, witzelte er unlängst in einem Gespräch mit dem „Guardian“. „Das werde ich nicht wieder machen.“ Seine Tätigkeit als Sprecher setzte er fort und war 2016 bei der Fernseh-Neuauflage der „Rocky Horror Picture Show“ in der Rolle des Erzählers beteiligt. (red)
Informationen seiner Webseite zufolge war Tim Curry niemals verheiratet und ist kinderlos. Ansonsten ist über sein Privatleben kaum etwas öffentlich. In seiner Autobiografie mit dem Titel „Vagabond“ liefert er die Begründung dafür: „Affären des Herzens oder im Bett gehen euch – bei allem Respekt – verdammt noch mal nichts an.“
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