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Ein Leben ohne ReueNeue Doku beleuchtet den Panikrocker zum 80. Geburtstag

3 min
Udo Lindenberg

Hut, Sonnenbrille, geschürzte Lippen - der Stil von Panikrocker Udo Lindenberg ist unverkennbar. (Archivbild)

Zum 80. Geburtstag: Eine neue Doku blickt mit Udo Lindenberg und Weggefährten wie Apache 207 auf sein Leben.

Kurz vor seinem 80. Geburtstag ehrt der NDR Udo Lindenberg mit einer neuen Doku. Weggefährten und der Musiker selbst blicken auf seine Karriere zurück.

Lässt sich die Existenz von Udo Lindenberg in 90 Minuten zusammenfassen? Dieser Herausforderung hat sich der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mit seinem Werk „Udo – Rebell. Rockstar. Ikone.“ gestellt. Die Ausstrahlung des Beitrags ist für den 18. Mai im Ersten geplant, während er schon ab dem 10. Mai über die ARD-Mediathek abrufbar ist. Der Zeitpunkt der Publikation liegt kurz vor dem 80. Geburtstag der Musiklegende am 17. Mai.

Zwar kam erst vor einigen Jahren der Spielfilm „Lindenberg! Mach dein Ding“ in die Kinos, doch die neue Dokumentation wählt einen anderen erzählerischen Ansatz, indem sie vielen Weggefährten eine Stimme gibt. Auch Udo Lindenberg persönlich reflektiert seine Lebensgeschichte. „Ich bereue keine Sekunde“, äußert der Künstler in dem Film, aufgenommen an seinem dauerhaften Domizil, dem Hotel Atlantic.

Stimmen von Wegbegleitern wie Apache 207

Der Film verknüpft historische Schwarz-Weiß-Aufnahmen, Videomaterial aus den Siebziger- und Achtzigerjahren und Ausschnitte von Live-Auftritten mit aktuellen Gesprächen. Zu den Interviewpartnern zählen unter anderem Maria Furtwängler und Jan Delay, aber auch der Künstler Apache 207, der gemeinsam mit Lindenberg vor drei Jahren den Erfolgstitel „Komet“ veröffentlichte. Über die Kooperation sagt Apache 207: „Was mich überrascht hat, ist dieses Offen sein für Neues. Der hat einfach Bock, hat Bock Geiles zu kreieren so“.

Zusätzlich bewerten andere bekannte Persönlichkeiten die Laufbahn von Lindenberg. Seinen Triumph in der ehemaligen DDR, welcher wesentlich durch Songs wie „Mädchen aus Ostberlin“ und „Sonderzug nach Pankow“ begründet war, beleuchtet das Künstlerpaar Anna Loos und Jan Josef Liefers. Steffi Stephan, Mitglied des Panikorchesters, thematisiert die gemeinsame Bandgeschichte. Tom und Bill Kaulitz von der Gruppe Tokio Hotel erklären die fortdauernde Anziehungskraft, die der Musiker auf nachfolgende Künstlergenerationen ausübt.

Lindenbergs Aufstieg zum Deutschrock-Vorreiter

Der Werdegang Lindenbergs zum Erfolg wird skizziert. Eine bedeutende Inspirationsquelle war, wie er häufig selbst hervorhob, der Sänger Benny Quick („Motorbiene“), welcher ihm die Vorteile einer Existenz als Popstar verdeutlichte. Daraufhin kamen erste Verpflichtungen am Schlagzeug, die Übersiedlung nach Hamburg sowie seine Mitwirkung in der Formation der Jazz-Ikone Klaus Doldinger.

Nach seinem Debütalbum in englischer Sprache war Lindenberg der erste Künstler aus Deutschland, der zu Rockmusik auf Deutsch wechselte und so zum Pionier wurde. Ein zusätzlicher Wendepunkt in seiner Laufbahn war die Rückkehr auf die Erfolgsspur mit 62 Jahren, als er mit seinem allerersten Nummer-1-Album einen, wie er es nennt, „totalen Flash“ erfuhr.

Private Einblicke: Von grünen Socken bis zur Alkoholsucht

Abseits der künstlerischen Karriere werden in der Dokumentation auch private Aspekte thematisiert. So äußert sich seine Stylistin zu seiner Faible für grüne Socken, während Weggefährten die „Panikfamilie“ sowie seine Affinität zur Sprache charakterisieren. Für den Film hat der NDR sogar Gespräche mit ehemaligen Lehrern aus dem Archivmaterial genutzt.

Herausfordernde Sujets wie die Alkoholabhängigkeit Lindenbergs finden ebenfalls eine intensive Betrachtung. Dagegen wird seine Arbeit als bildender Künstler, die mittlerweile einen erheblichen Teil seines täglichen Lebens einnimmt, nur am Rande behandelt. Innerhalb der 90-minütigen Laufzeit erklingen diverse Songs von Lindenberg, welche ein breites Spektrum seines Werks abbilden.

Zusammenfassend hinterlässt der Film den Eindruck, die Person Udo Lindenberg etwas besser zu verstehen. Er wird von Inga Humpe als „true gentlemen“ bezeichnet, während Jan Josef Liefers hervorhebt, dass der Musiker über die vielen Dekaden seiner Tätigkeit nichts an Bedeutung eingebüßt habe. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.