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Berichte zur „Reichsbürger“-RazziaHausdurchsuchung bei Wagenknechts Ex-Mann – Kontakt zum Kreml?

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Ex-Ehemann von Sahra Wagenknecht: Ralph Thomas Niemeyer im Jahr 2020 bei einer Demonstration gegen den US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein. Nun wurde eine Wohnungsdurchsuchung im Kontext der Ermittlungen gegen „Reichsbürger“ bei Niemeyer bekannt.

Ex-Ehemann von Sahra Wagenknecht: Ralph Thomas Niemeyer im Jahr 2020 bei einer Demonstration gegen den US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein. Nun wurde eine Wohnungsdurchsuchung im Kontext der Ermittlungen gegen „Reichsbürger“ bei Niemeyer bekannt.

Ralph Thomas Niemeyer sollte Berichten zufolge für die „Reichsbürger“-Gruppe um Prinz Reuß Kontakt zu Wladimir Putin herstellen. 

Unter den Personen aus dem Umfeld der „Reichsbürger“-Gruppe um Heinrich XIII. Prinz Reuß, bei denen die Bundesanwaltschaft in dieser Woche Hausdurchsuchungen vornehmen ließ, befindet sich offenbar auch der Ex-Ehemann der Linkenpolitikerin Sahra Wagenknecht, das berichten die „Süddeutsche Zeitung“ und der „Spiegel“. Ralph Thomas Niemeyer bestätigte die Durchsuchung demnach gegenüber dem Nachrichtenmagazin.

Seine Wohnräume seien in seiner Abwesenheit von „zehn Beamten mit Maschinengewehren“ durchsucht worden, sagte Niemeyer dem „Spiegel“. Eigenen Angaben zufolge hält sich Niemeyer derzeit in Moskau auf. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft bestätigte die Durchsuchung beim Ex-Mann von Sahra Wagenknecht. Niemeyer werde in dem Verfahren jedoch als Zeuge und nicht als Beschuldigter geführt, heißt es weiter in dem Bericht.

Ex-Ehemann von Sahra Wagenknecht bestätigt Durchsuchung von Wohnräumen

Das Nachrichtenmagazin hat laut eigenen Angaben Einsicht in die Inhalte des Durchsuchungsbeschlusses erhalten. Demnach sollen Aktivisten der Gruppe um Prinz Reuß Niemeyer, der für seine guten Kontakte nach Russland bekannt ist, gebeten haben, Kontakt in die Kremlspitze herzustellen. Davon erhofften sich die mutmaßlichen „Reichsbürger“-Putschisten offenbar Unterstützung für ihre Umsturzpläne in Deutschland.

Der Generalbundesanwalt beschuldigt Reuß und mehr als 50 weitere Verdächtige der Bildung oder Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Eine der Beschuldigten soll dem Bericht zufolge im November 2022 Kontakt zu Niemeyer aufgenommen und sich erkundigt haben, ob dieser Kontakt zum russischen Präsidenten Wladimir Putin oder zum russischen Außenminister Sergej Lawrow herstellen könne.

Reichsbürger um Prinz Reuß erhofften sich offenbar Unterstützung für Umsturzpläne von Wladimir Putin

Im Dezember habe es dann eine weitere Kontaktaufnahme gegeben, dort habe Niemeyer von einer Frau namens „Swetlana“ mehrere Schreiben von Prinz Reuß an den Kreml erhalten. Niemeyer habe sich daraufhin mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz in Verbindung gesetzt und dem Inlandsgeheimdienst die Dokumente übermittelt, berichtet der „Spiegel“ weiter.

Nach Erkenntnissen von Bundesanwaltschaft und Verfassungsschutz hatte die Politsekte um Prinz Reuß schon früher versucht, Kontakt zum Kreml herzustellen. Bei Einsätzen in ganz Deutschland waren im Dezember 2022 Generalstaatsanwaltschaft und BKA gegen eine Terrorgruppe aus dem „Reichsbürger“-Milieu vorgegangen. 130 Objekte wurden durchsucht.

Die „Reichsbürger“-Szene beschäftigt die Ermittler weiterhin. Am vergangenen Mittwoch (22. März) wurde bei einer Razzia in Reutlingen ein SEK-Beamter angeschossen. Auch die Durchsuchungen am Mittwoch standen im Zusammenhang mit der Groß-Razzia im vergangenen Dezember. (das)

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