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„Großer Unsicherheitsfaktor“Saharastaub ist von Südwesten her unterwegs nach Köln

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Die warme Luft aus Nordafrika bringt auch Staub aus der größten Wüste der Welt mit sich. Am Donnerstag erreicht sie Nordrhein-Westfalen.

Der Frühling ist in Nordrhein-Westfalen angekommen – zumindest was die Temperaturen angeht. Nach einem gefühlt langen Winter erfreuen sich auch die Kölnerinnen und Kölner am Mittwoch an Werten nur knapp unter 20 Grad, Sonnenschein und blauem Himmel. Mit der klaren Luft könnte es aber am Donnerstag und Freitag zeitweise vorbei sein, denn Dienste wie Kachelmannwetter sagen die Ankunft von Saharastaub voraus.

Das für Februar außergewöhnlich milde Wetter verdanken wir einem Hochdruckgebiet, das von Südwesten über NRW hinwegzieht. Diese subtropischen Luftmassen haben ihren Ursprung in Nordafrika. Sie führen nicht nur warme Luft, sondern auch kleinste Staubpartikel aus der Sahara mit sich. Dieser Wüstenstaub könnte die Luft in NRW etwas eintrüben.

Wie das Wettermodell von Kachelmannwetter zeigt, wird der Saharastaub aus Richtung Frankreich und Belgien Köln am Vormittag erreichen und weiter nach Nordosten ziehen. Ab 9 Uhr ist demnach mit Eintrübungen zu rechnen, die sich laut NASA-GEOS-Modell in NRW bis in den Abend hinein erstrecken können.

Lars Dahlstrom, Meteorologe bei Kachelmannwetter, spricht von einem „großen Unsicherheitsfaktor“, den der Saharastab verursachen könne. Es geht um eine exakte Wettervorhersage, die durch das Phänomen aus Nordafrika erschwert wird. Denn wenn der Saharastaub die Sonnenstrahlung behindert, bleibt es kühler.

Kein „Blutregen“ durch Saharastaub zu erwarten

Da am Donnerstag und auch Freitag tagsüber kein Regen zu erwarten ist, werden wohl keine größeren Ablagerungen auf Oberflächen entstehen. Denn immer wenn es Niederschlag gibt, macht sich der Saharastaub als unschöne orange-gelbliche Flecken bemerkbar, was insbesondere auf Autos bei falscher Wäsche zu Schäden führen kann. Dieses Phänomen nennt man auch „Blutregen“. Erst am Freitagabend kann es in Köln regnen – dass die Konzentration von Saharastaub dann noch hoch sein wird, ist eher unwahrscheinlich.

Saharastaub ist ein natürliches Wetterphänomen und kommt in Deutschland mehrmals im Jahr vor, besonders im Frühling. Die Partikel aus der größten Wüste der Welt in Nordafrika werden dabei durch den Wind aufgewirbelt und können als sogenanntes Aerosol große Entfernungen in der Erdatmosphäre zurücklegen.

Von den Höhenwinden werden sie Tausende von Kilometern weit transportiert, in der Regel über Frankreich und Marokko nach Mitteleuropa. Die Partikel streuen und absorbieren eintreffende Sonnenstrahlung, sodass weniger Licht den Boden erreicht – der Himmel wirkt dann milchig-trüb oder rötlich.

Seit Mitte Februar 2026 bewegt sich die Staubwolke aus Nordafrika nordwärts in Richtung Europa. In Frankreich kam der Saharastaub bereits am Mittwoch an. Normalerweise ist der Feinstaub nicht gesundheitsgefährdend. Der Saharastaub, der auch feine, lungengängige Partikel unter 2,5 µm enthält, muss dafür schon in sehr hohen Konzentrationen vorkommen – dann können sich Auswirkungen für Menschen mit Atemwegserkrankungen ergeben.