Ein Angriff auf ein islamisches Zentrum in San Diego fordert drei Todesopfer. Die Täter sind tot, ein Anruf wirft Fragen auf.
Fünf Tote in San DiegoJugendliche greifen Islam-Zentrum an – Mutter warnte Polizei

Polizei reagiert mit Großaufgebot auf Berichte über Schüsse.
Copyright: Gregory Bull/AP/dpa
Ein islamisches Zentrum in San Diego wurde zum Schauplatz eines Gewaltverbrechens. Drei Menschen kamen ums Leben, die jugendlichen Angreifer sind ebenfalls tot. Ein Anruf im Vorfeld wirft Fragen auf.
In San Diego, USA, ist es erneut zu einem Angriff auf eine religiöse Stätte gekommen. Ein islamisches Zentrum, das eine Moschee und eine Schule umfasst, wurde von einem 17- und einem 19-Jährigen attackiert. Bei dem Vorfall verloren drei Personen ihr Leben. Die beiden mutmaßlichen Täter fand man später leblos in ihrem Fahrzeug auf.
Der genaue Ablauf der Ereignisse sowie das Motiv der Täter sind bislang noch nicht geklärt. Darüber hinaus gibt ein telefonischer Warnhinweis bei den Behörden Anlass zur Vermutung, dass die Gewalttat möglicherweise hätte abgewendet werden können.
Polizei evakuiert Kinder aus dem Gebäude
Nach Meldungen über einen bewaffneten Täter am Zentrum leitete die Polizei einen Großeinsatz ein. Luftaufnahmen von Helikoptern zeigten, wie stark ausgerüstete Einsatzkräfte Kinder aus dem Komplex führten. Gegenüber dem Sender CBS News gab ein Augenzeuge an, ungefähr 30 Schüsse wahrgenommen und anschließend die Behörden alarmiert zu haben.
Laut offiziellen Angaben entdeckten die Einsatzkräfte am Tatort drei getötete erwachsene Männer. Einer der Verstorbenen war ein Sicherheitsmann der Einrichtung. Medieninformationen zufolge waren die beiden anderen Opfer ebenfalls dort beschäftigt. Aus Respekt vor den Hinterbliebenen machte die Polizei keine weiteren Angaben zur Identität der Getöteten.
Der lokale Polizeichef Scott Wahl erklärte bezüglich des getöteten Sicherheitsmannes, dass die genauen Geschehnisse vor der Moschee noch untersucht würden. Er fügte hinzu: «Aber an dieser Stelle kann man wohl mit Sicherheit sagen, dass sein Handeln heldenhaft war und er heute zweifellos Leben gerettet hat.»
Laut Wahl begannen die Einsatzkräfte sofort mit der Durchsuchung des Gebäudes. Etwa zeitgleich ging eine weitere Notfallmeldung ein, nach der nur wenige Straßen weiter Schüsse auf einen Landschaftsgärtner abgegeben wurden. Obwohl die exakten Umstände noch unklar sind, könnte sein Helm ihm das Leben bewahrt haben.
Warnung der Mutter vor der Tat
Nur kurze Zeit darauf folgte ein weiterer Notruf: Das Fahrzeug mit den beiden leblosen Tatverdächtigen wurde einige Häuserblocks entfernt mitten auf einer Straße entdeckt. «Derzeit scheint es, als seien die Verdächtigen an selbst zugefügten Schussverletzungen gestorben», sagte Wahl.
US-Präsident Donald Trump zeigte sich in Washington erschüttert über den Vorfall. Er sprach von einer «entsetzlichen Situation». Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom ließ verlauten: «Hass hat in Kalifornien keinen Platz, und wir werden keine Terrorakte oder Einschüchterungsversuche gegen Glaubensgemeinschaften dulden.»
Polizeichef Wahl informierte zudem, dass die Mutter eines der mutmaßlichen Täter etwa zwei Stunden vor der Attacke die Polizei kontaktiert hatte. Sie meldete, dass ihr Sohn zusammen mit mehreren ihrer Waffen und ihrem Fahrzeug verschwunden sei. Er sei in Begleitung eines Freundes und trage Tarnkleidung. Die Mutter befürchtete, ihr Sohn könnte suizidale Absichten haben.
Ermittler finden Notiz eines Verdächtigen
Laut Wahl kamen die Beamten jedoch zu dem Schluss, dass die Angaben nicht auf einen Suizid hindeuteten. Daraufhin entsandte die Polizei Einsatzkräfte zu potenziellen Zielen eines Gewaltakts, zu denen ein Einkaufszentrum und eine Schule zählten. Als der Notruf aus dem islamischen Zentrum eintraf, befanden sich Polizisten nur wenige Straßen entfernt.
Zu einem möglichen Motiv machten die Ermittlungsbehörden keine Angaben. Wahl bestätigte, dass bei einem der Verdächtigen eine Notiz gefunden wurde, über deren Inhalt er zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch keine Auskunft geben könne. Weil es sich um eine religiöse Stätte handelt, wird der Angriff von der Polizei vorläufig als Hassverbrechen eingestuft.
Aus diesem Grund wurde auch die Bundespolizei FBI in die Ermittlungen einbezogen. Der verantwortliche FBI-Agent Mark Remily nannte die Tat «sinnlos» und ersuchte die Bevölkerung um Mithilfe. Jede Information könne dazu beitragen zu verstehen, «warum sich dieser schreckliche Vorfall ereignet hat.» (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.