Ein erbitterter Streit zwischen Tierschützern und Inselbewohnern hat zu neuen Einschränkungen bei den Esel-Taxis geführt.
Auf beliebter UrlaubsinselRegeln für Esel-Taxis auf Santorini dramatisch verschärft

Die weiß getünchten Häuser und blauen Kirchenkuppeln sind das Markenzeichen von Santorini. (Archivfoto)
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Auf der griechischen Insel Santorini werden bereits seit Langem Esel als Taxis eingesetzt. Die Vierbeiner dienen hauptsächlich dazu, Touristen von Kreuzfahrtschiffen zu transportieren. Doch viele der Tiere werden misshandelt und sind in einem desolaten Zustand. Jetzt gibt es jedoch neue Einschränkungen.

Touristen lassen sich per Esel-Taxi auf den Berg in Santorin transportieren.
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Touristen mit einem Gewicht von mehr als 100 Kilogramm dürfen künftig nicht mehr auf den traditionellen Eseln reiten. Die aktualisierten Tierschutzvorschriften, die in den sozialen Medien und Reiseforen für Aufsehen sorgen, zielen darauf ab, die Belastung der Tiere auf den steilen Pfaden der Caldera zu verringern. Besonders die rund 500 Stufen zwischen dem Hafen und Orten wie Fira sind für die Tiere in sengender Hitze eine enorme körperliche Herausforderung.
Das bittere Geschäft mit den Esel-Taxis: Das müssen Urlauber jetzt wissen
Die neuen Vorgaben stützen sich auf wissenschaftliche Empfehlungen. Demnach sollen Esel künftig höchstens rund 20 Prozent ihres Körpergewichts tragen. Zudem schreiben die Regeln Pausen, tägliche Bewegung und jederzeitigen Zugang zu Wasser vor.

Santorini ist mit seiner einzigartigen Kulisse bei Touristen sehr beliebt. (Archivfoto)
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Auslöser waren die jahrelangen Forderungen von Tierschutzorganisationen, die auf überlastete Tiere, Verletzungen, Erschöpfung und starke Hitzebelastung in der Sonne aufmerksam gemacht hatten. Ihren Angaben zufolge mussten viele Esel die steilen Strecken teils dutzendfach am Tag zurücklegen – häufig mit Touristen, deren Gewicht die empfohlenen Grenzen deutlich überstieg.
Den Aufstieg können übergewichtige Besucher dennoch bewältigen: zu Fuß oder mit der Seilbahn. Die Eselritte waren lange ein Markenzeichen Santorinis, riefen aber auch immer wieder Kritik hervor.
Santorin bei Touristen weltweit sehr beliebt
Die beliebte Urlaubsinsel im Mittelmeer leidet seit Jahren unter Overtourism: Im Sommer stürmen Tausende Kreuzfahrtpassagiere gleichzeitig an Land.
Santorini ist eine der bekanntesten und schönsten Inseln der griechischen Kykladen. Die weiß getünchten Häuser und blauen Kirchenkuppeln, die sich entlang der steilen Klippen der Caldera ziehen, bieten eine einzigartige Kulisse und ziehen jährlich Millionen von Touristen an. Neben ihrer atemberaubenden Architektur begeistert die Insel vulkanischen Ursprungs vor allem mit spektakulären Sonnenuntergängen und schwarzen Stränden. (mbr)
