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Schüsse in der HauptstadtErmittlergruppe zieht Bilanz: 29 Verdächtige in U-Haft

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Gewaltkriminalität mit Schusswaffen in Berlin

Rund drei Monate nach Gründung der Ermittlungsgruppe «Telum» sind dort fast 130 Verfahren anhängig. (Symbolbild)

Eine neue Spezialeinheit in Berlin zieht nach drei Monaten Bilanz: 29 Personen wurden wegen Schusswaffengewalt festgenommen.

Bilanz nach drei Monaten: Spezialeinheit in Berlin meldet 29 Festnahmen. Wegen zunehmender Schusswaffengewalt wurde in Berlin eine Sondereinheit gegründet. Nach etwa 90 Tagen gibt es erste Ergebnisse: Fast 30 Personen sind in U-Haft.

Eine speziell eingerichtete Ermittlungsgruppe der Berliner Staatsanwaltschaft meldet etwa 90 Tage nach ihrer Etablierung einen ersten Erfolg: Im Kontext von Schusswaffendelikten wurden 29 Personen in Untersuchungshaft genommen. Diese Information wurde von einem Sprecher der Behörde auf Anfrage bestätigt. Die Juristen befassen sich mit insgesamt 126 Verfahren, Stand 27. Mai. Darüber hinaus kam es in acht zusätzlichen Fällen zur Anklageerhebung.

Ein Prozess in diesem Zusammenhang startete am Dienstag am Berliner Landgericht. Angeklagt sind vier Männer zwischen 21 und 26 Jahren. Ihnen werden unter anderem gefährliche Körperverletzung, der Versuch einer schweren räuberischen Erpressung sowie Bedrohung zur Last gelegt. Im Kern des Verfahrens stehen mutmaßliche Schutzgelderpressungen und Schussabgaben, die als Warnung dienen sollten.

Sondereinheiten von Polizei und Justiz

Ende Februar wurde die Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“) ins Leben gerufen, um das Vorgehen gegen die Organisierte Kriminalität (OK) zu intensivieren. Mit dieser Maßnahme reagierte die Staatsanwaltschaft auf die bereits seit November 2025 bestehende Sondereinheit „Ferrum“ (lateinisch für „Eisen“) des Landeskriminalamts. Eine enge Kooperation zwischen beiden Einheiten ist etabliert.

Die Gründung von „Ferrum“ durch die Berliner Polizei war eine Reaktion auf die signifikant angestiegene Waffengewalt in der Metropole. Anlass dafür waren wiederkehrende Delikte, die sich gegen türkisch-kurdische Geschäftsleute richteten. Insbesondere handelte es sich um Schussabgaben auf ihre Geschäfte, die mutmaßlich von türkisch-kurdischen Akteuren aus dem Bereich der organisierten Kriminalität verübt wurden.

Deutlich mehr Schusswaffendelikte

Laut einem Bericht der „Berliner Morgenpost“, der sich auf Polizeidaten stützt, wurde im laufenden Jahr bereits 46 Mal mit scharfer Munition aus Handfeuerwaffen gefeuert. Im gesamten Vorjahr 2025 hatte die Berliner Polizei 37 derartige Vorfälle erfasst.

Für das vergangene Jahr verzeichnete die Polizei insgesamt 1.119 Vorfälle mit Schusswaffeneinsatz. Bei etwas über der Hälfte davon blieb es bei Drohungen, während in 515 Situationen tatsächlich Schüsse fielen. Verglichen mit dem Jahr 2024 stellt dies einen Anstieg von 68 Prozent bei Delikten dar, die Drohungen mit Waffen oder deren Gebrauch umfassten.

Wachsende Sorge bei Anwohnern und Firmen

Diese Vorkommnisse beeinträchtigen das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen. Einem Bericht der „Berliner Morgenpost“ zufolge ergreifen erste Firmen und Immobilienbesitzer in den betroffenen Stadtteilen Maßnahmen. Das Blatt zitiert aus einem Brief des Vermieters eines Hauses in der Hermannstraße in Neukölln, wo es in der Nähe zu Schussvorfällen kam: „Wir nehmen die Situation rund ums Haus sehr ernst.“ Es wird weiter ausgeführt, dass ein intensiverer Dialog mit der Polizei stattfinde und zusätzliche Schritte erwogen würden. An die Mieter ergeht die Empfehlung, wachsam zu sein und keinen unbefugten Personen Zutritt zu gewähren.

Währenddessen bemühen sich Polizei und Staatsanwaltschaft, den Druck auf kriminelle Milieus zu verstärken. Bei einer koordinierten Aktion am letzten Wochenende, die sich auf Neukölln und Kreuzberg konzentrierte, wurden beinahe 200 Personen überprüft und fünf mutmaßliche Täter in Gewahrsam genommen. Des Weiteren erfolgte am Mittwoch die Festnahme eines 38-jährigen Mannes in Schöneberg. Ihm wird vorgeworfen, im März in Kreuzberg auf zwei Brüder geschossen zu haben. Ein bedeutender Erfolg gegen eine vermutete Gruppe von Schutzgelderpressern wurde Mitte Mai erzielt. Im Rahmen einer Razzia mit circa 570 Beamten wurden neun Männer im Alter von 23 bis 63 Jahren verhaftet. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.