Prozess in Stuttgart: Ein Tagesvater hat gestanden, ihm anvertraute Kinder jahrelang schwer sexuell missbraucht zu haben.
Schwerer Missbrauch in KitaTagesvater gesteht vor Gericht 45 Fälle an Kleinkindern

Der Angeklagte kam mit verdecktem Gesicht in den Gerichtssaal.
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In Stuttgart hat der Prozess gegen einen ehemaligen Tagesvater begonnen, weil er ihm anvertraute Kinder mehrfach schwer sexuell missbraucht haben soll. Dem 53-jährigen Mann wird von der Anklage unter anderem schwerer Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen sowie die Anfertigung kinderpornografischer Inhalte zur Last gelegt.
Der Beschuldigte führte laut Staatsanwaltschaft bis zu seiner Verhaftung im Oktober 2025 eine Kindertagesstätte. Dort waren zuletzt acht Kinder in seiner Obhut, die er teils auch über Nacht oder an Wochenenden versorgte. Der Staatsanwalt erwähnte bei der Anklageverlesung vor dem Landgericht, dass der Mann mit manchen Kindern sogar Urlaubsreisen unternommen habe.
Altersspanne der Betroffenen von 0 bis 12 Jahren
Seit dem Jahr 2020 soll der Angeklagte in einer Vielzahl von Fällen sexuelle Übergriffe an oder im Beisein der von ihm betreuten Jungen und Mädchen begangen haben. Darüber hinaus wird ihm vorgeworfen, die Kinder zur Vornahme sexueller Handlungen an seiner Person animiert zu haben. Laut der Staatsanwaltschaft lag das Alter der betroffenen Kinder zwischen 0 und 12 Jahren, wobei es sich mehrheitlich um Kleinkinder handelte.
Ferner soll er tatenlos zugesehen haben, als auch sein Sohn die Kinder in mehreren Fällen missbrauchte. Gegen den Sohn wird nach Auskunft der Staatsanwaltschaft ein separates Verfahren geführt. Der 53-Jährige steht zudem im Verdacht, kinderpornografisches Material in Form von Bildern und Videos angefertigt, besessen sowie verbreitet zu haben. Die Anklagebehörde listet insgesamt 45 Einzelfälle auf.
Beschuldigter legt umfassendes Geständnis ab
Vor dem Landgericht gestand der Angeklagte die ihm zur Last gelegten Taten in vollem Umfang. „Alles, was mir vorgeworfen wird, stimmt“, äußerte der frühere Tagesvater. Er fügte hinzu, dass er das Leid, das er den Kindern zugefügt habe, nicht wiedergutmachen könne.
Wie bereits früher berichtet wurde, kamen die Ermittler dem Verdächtigen durch die Unterstützung von Strafverfolgungsbehörden aus Bayern auf die Spur. Dies geschah im Zuge von Untersuchungen innerhalb eines sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerks. Bei solchen Netzwerken handelt es sich um Plattformen zum Austausch von Darstellungen von Kindesmissbrauch.
Das zuständige Gericht in der baden-württembergischen Hauptstadt hat für den Prozess insgesamt neun Termine festgesetzt. Mit einer Urteilsverkündung wird daher Mitte Juli gerechnet. (dpa/red)
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